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Alt 03.10.2005, 08:22
Meister Meister ist offline
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AW: Oberliga Baden-Württemberg 05/06

Auftaktsieg nach Master-Plan

Pätzold & Lakmann auffälligste Akteure beim 9:5 gegen Topfavorit Weil

„Geht das denn überhaupt?“ hatte Weils Mannschaftsführer Alen Kovac Oberschiri Hans-Jürgen Walther ganze dreimal gefragt, sichtlich perplex über die orthodoxe Doppelaufstellung der Weinheimer Gastgeber.
Und wie es ging. Während bei den südbadischen Gästen auf ihrer Anreise in einem 12 km langen Stau rein gar nichts mehr ging, legte der TTC los wie die Feuerwehr und entschied alle drei Anfangsdoppel nach verlorenem ersten Satz noch für sich. Hatte man dabei die Siege von Pätzold/Neves gegen Kovac/Switajski und Bondarev/Werner gegen Mnich/Eise noch auf der Rechung gehabt, kam der Erfolg von Lakmann/Beranek gegen Karlovic/Pagony doch vor allem für die Gäste mehr als überraschend.
Robert Lakmann verlor in seinem ersten Einzel gegen Denis Karlovic lediglich die ihm von vielen Experten zugedachte Rolle als Punktelieferant im Spitzenpaarkreuz der Oberliga Baden-Württemberg. In der mit spektakulären Ballwechseln gespickten Partie konnte er über weite Strecken den gefährlichen Aufschlag des Weiler Linkshändern scheinbar problemlos entschärfen und sah immer dann gut aus, wenn er selbst das Tempo anzog. Auch Andrej Bondarev und Robert Pagony lieferten sich einen offenen Schlagabtausch mit heruntergelassenem Visier. In den entscheidenden Phasen der Partie schien dem russischen Neuzugang aber das Pech geradezu am Schläger zu kleben, so dass er dem stark aufspielenden Ungarn, der immer wieder mit seiner knallharten Rückhand punktete, nach vier Sätzen gratulieren musste.
Nichts zu erben gab es auch für Peter Beranek gegen Rückhandwunder Norbert Mnich, wenn man vom gewonnenen zweiten Satz und einer Platzwunde am Daumen absieht, die er sich beim übereifrigen Attackieren eines spürbar zu kurzen Aufschlags zuzog. Wesentlich besser stellte sich da der Badische Ranglistenzweite Daniel Pätzold am Nachbartisch an: Abwehrkünstler Alen Kovac konnte er mit einem wahren Feuerwerk an Vorhand-Topspins glatt bezwingen.
Im hinteren Paarkreuz hatte sich der ESV Weil nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Marc Altermatt mit Routinier Jürgen Eise „ersatzverstärkt“, der vor Wochenfrist mit fünf Siegen auf der Ba-Wü-Rangliste glänzte und Oldie Gerd Werner vor allem in den ersten beiden Durchgängen alt aussehen ließ.
Im Teenager-Duell mit Christian Switajski kam Filipe Neves eigentlich erst nach seinem Time-Out beim Stande von 1:2 & 2:6 wie erhofft in Fahrt. Den Entscheidungssatz konnte er unter dem Jubel der fast 90 Fans zum 6:3-Zwischenstand für sich entscheiden.
Hoch motiviert aber übernervös musste dann Bondarev im Spitzeneinzel gegen den Kroaten Karlovic passen, der noch in der Verlängerung des Entscheidungssatzes einen schier unglaublich harten Vorhand-Schuß seines Kontrahenten am Tisch diagonal abblocken konnte. Als dann auch Lakmann nach Raketenstart mit 1:0 & 6:1-Führung gegen Pagony das Pulver plötzlich ausging, hatten sich die Titelaspiranten von der Schweizer Grenze wieder bis auf einen Zähler herangearbeitet.
Defensivstratege Kovac konnte einem am Sonntag Nachmittag wirklich leid tun. Auch gegen Beranek kämpfte und rackerte er mit schier unglaublichem Laufpensum und blieb trotzdem ohne Satzerfolg. Weinheims fleißigster Punktesammler Pätzold krönte anschließend seine starke Leistung mit einem 5-Satz-Sieg per finalem Rückhandschuß über Mnich. Senioren-Champion Werner egalisierte gegen den phasenweise brilliant angreifenden Switajski 8:2- und 6:1-Rückstände und konnte nach 4 Stunden Spielzeit den 9:5-Endstand markieren.
So richtig einschätzen kann man die Stärke der Liga selbst nach diesem furiosen Saisonstart noch nicht. Nur eins sollte klar sein: Ans Absteigen denkt an der Bergstraße im Moment niemand mehr.
Etwas mehr Gewissheit sollte man sich in den beiden Partien des kommenden Wochenendes verschaffen können: Am Samstag Abend gastiert man bei den nordbadischen Ligakollegen im Hexenkessel von Grünwettersbach. Sonntag um 14:00 sollten dann wieder möglichst viele Fans der ersten Garnitur des TTC gegen den SV Ottenau die Daumen drücken. Und nach diesem Bilderbuchstart kann die Parole dann nur „100 + X Zuschauer“ heißen.

Geändert von Meister (03.10.2005 um 08:29 Uhr)
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