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Alt 15.11.2001, 18:13
Cogito Cogito ist offline
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Cogito kommt allgemein ganz gut an (Renommeepunkte mindestens +60)
Ich habe es natürlich nicht ausgehalten, bin zum Nachbarverein geschlichen und habe dort kostbare Plattenkapazität für einen ersten Eindruck über den Armstrong Twister blockiert.

Spieler: Kreisklasse/vorne
Holz: Mibe Defensiv (normal schnelles bzw. langsames Def-Holz)
Belag: Armstrong Twister, rot, 1mm Schwamm

Da ich den Eindruck habe, daß sich griffige Noppen mit Schwamm grundsätzlich anders spielen als glatte OX Noppen, möchte ich den Belag hauptsächlich mit dem Tibhar Grass Spezial 3000, rot, 0,5mm Schwamm vergleichen.
Der Belag ist mit 1mm Schwamm etwas langsamer als der Grass 3000 mit 0,5mm Schwamm – allerdings deutlich kontrollierter. Die Noppen stehen weiter auseinander als beim Grass 3000 und sind dünner sowie merklich weicher. Sie besitzen eine aufgerauhte Oberfläche; fährt man mit einem Ball über den Belag, spürt man eine für einen Langnoppenbelag extrem hohe Reibung.

Dies führt zu einer ersten unangenehmen Erfahrung: serviert mir mein Gegner Aufschläge mit sehr viel Side-Spin springen mir die Bälle ähnlich unkontrolliert zur Seite weg wie bei glatten Noppeninnen-Belägen und auch bei Aufschlägen mit sehr viel Unterschnitt muß ich höllisch aufpassen, den Ball nicht ins Netz zu semmeln. Das einfache kurze Hinhalten, welches bei Aufschlägen dieser Art mit den nicht griffigen Langnoppenbelägen nicht nur zu einer einfachen Annahme führt sondern auch (vor allem bei Side-Spin) zu einem für den Aufschläger ekligen Rückball, reicht hier eindeutig nicht aus. Den Side-Spin Ball mußte ich unter den Tisch fallen lassen, um in kontrolliert und plaziert retournieren zu können. Das liegt aber an meinem individuellen Problem mit Side-Spin Aufschlägen (deswegen habe ich überhaupt mit Noppen angefangen).

Die zweite, aber erwartete Erfahrung war das Fehlen eines Flattereffektes. Die Bälle flogen samt und sonders geradlinig von meinem Schläger zum Gegner – kein bischen Eiern. Dennoch besitzt der Belag Störpotential, da die Bälle sehr oft leerer als leer waren – ich konnte die Schrift auf dem Ball lesen, bevor der Gegner ihn in die Halle schickte.

Die dritte Erkenntnis war, daß eine kurze Hackbewegung auch ungeeignet ist zum Abwehren von Top-Spins oder Schüssen. Es muß immer eine weiche, durchgezogene Bewegung sein. Diese führt zu einem ordentlichen Unterschnitt vergleichbar mit dem des Grass 3000, aber deutlich unter dem des Defense oder 837er (glatt). Dafür ist diese Art von Abwehr aber traumhaft sicher: die Bälle lassen sich hervorragend plazieren. Meine Versuche mit einer „koreanisch damenhaften“ (s. Beitrag <Umfrage:Langnoppen - Unglaublich viel Unterschnitt !!!>) Seitwärtseinwickelbewegung mehr Unterschnitt zu erzeugen, führten meist zu überlangen Bällen. Ob damit jetzt mehr Unterschnitt erzeugt werden kann, bleibt also talentierteren oder geübteren Händen überlassen.

Die vierte Erkenntnis war, daß sogar ich mit diesem Belag sehr gute Angriffsbälle zustande gebracht habe. Vor allem RH-Schmetterbälle und mit der RH „gezogene“ Bälle gelangen sehr sicher und nötigten bei Volldampf dem Gegner blitzschnelle Reaktionen ab, wollte er die Bälle noch parieren.

Insgesamt kann ich jedoch kein abschließendes Urteil angeben, da die Schlagbewegungen doch sehr viel unterschiedlicher sind als mit den nicht griffigen OX-Belägen; hier fehlt mir einfach die Übung. Nur soviel: verglichen mit dem Grass Spezial 3000 (0,5mm) ist der Armstrong Twister (1mm) kontrollierter ohne dabei ungefährlicher zu sein und damit für mich die bessere Wahl.
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Immer schön eklig spielen !
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