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Alt 08.10.2005, 10:15
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Peter Igel Peter Igel ist offline
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In eigener Sache

Im gestern erschienenen "tischtennis", Regionalteil, erschien Folgendes:


Zitat:
Grenzen der Toleranz und Konsequenzen

Die folgende Ergänzung: "Benehmen nicht gelernt" zum beiliegenden OSR-Bericht, schrieb ich einzig aus dem Grund, da ich mit den vorgesehenen Spalten und Linien auf dem Hauptbericht allein die Situation in der Halle nicht beschreiben kann. Ich bin der Meinung, dass der Umgang mit mir als OSR in der Begegnung dokumentiert gehört, und, falls dies möglich ist, aus dem gesamten Spielablauf Konsequenzen gezogen werden.
Bereits im ersten Satz des Eingangsdoppels lief der Spieler A, nachdem er sich über einen Fehler ärgerte, ein lautstarkes "Fuck" von sich hören. Da sowohl die Wortwahl als auch die Wahl der Lautstärke meiner Meinung nach flascher nicht hätte sein können, verwarnte ich den Spieler A durch das Zeigen einer gelben Karte.
Dies wurde bereits von der xxx-Bank und natürlich auch vom Spieler A selbst als lächerlich und als Kleinkrämerei abgetan (Zitat: "Man wird sich ja wohl noch mal ärgern dürfen." Der Rest des Doppels verlief ruhig.
In seinem ersten Einzeleinsatz griff der Spieler A mich dann erneut an, als sein Gegner und auch er selbst wiederholt einen Netzroller spielte. Zitat: "Wegen solcher Kleinigkeiten stellst Du Dich an, aber Du bist noch nicht mal in der Lage das Netz auf Spannung zu überprüfen." Ich wies ihn zurecht mit den Worten, er möge bitte ruhig bleiben. Des Weiteren verwies ich darauf, dass natürlich alle Netze auf Höhe und Spannung von mir überprüft wurden. Im Verlaufe des Spiels ertönte erneut vom Spieler A das Wörtchen "Fuck" in deutlich vernehmbarer Lautstärke. Ich wies ihn darauf hin, dass dies nun meine allerletzte Warnung sei, und er dies zu unterlassen habe. Der Rest des Einzels verlief ruhig.
In seinem zweiten Einzel kam es zum dritten Mal dazu, dass der Spieler A im Ärger über einen schlechten Ball "Fuck" von sich gab. Da es zwischen seinem letzten Einzel und seinem jetzigen Spiel eine etwas längere Pause gab, verwarnte ich nochmals, bereits zum dritten Mal mündlich. Spieler A entschuldigte sich auch sofort mit "Sorry". Keine drei Minuten später kam es erneut dazu, dass der Spieler A "Fuck" sagte. Und jetzt ging der Spaß los.
Ich zeigte dem Spieler A mit Hinweis auf die bereits häufigen Verwarnungen und auf die bereits gezeigte gelbe Karte die rote Karte um ihn zu disqualifizieren. Nun stürmte die gesamte Halle auf mich ein. Zuerst der Betreuer von xx, Herr C, der mich wiederholt hart angriff, und mir vorhielt, so etwas wie mich hätte er noch nie gesehen, etc. Als nächste begann der Spieler A für ca. 10 Minuten auf mich einzureden. Dies begann mit Vorwürfen, dass ich parteiisch sei, dass ich von Tischtennis keine Ahnung hätte, dass ich das Spiel kaputt machen würde, etc. Er brachte während dieses Spieles alle in der Halle soweit, dass ich als Hauptschuldiger angesehen wurde, der ihn zu Unrecht bestrafen würde.
Nach längerem Hin und her und dem Drängen aller Anwesenden (auch der YY-Mannschaft und Zuschauer) wollten beide Parteien das Spiel trotz roter Karte fortsetzen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt auf Grund des hohen Druckes, der mir von Seiten der Spieler und der Zuschauer zugesetzt wurde, keinen anderen Ausweg gesehen, als mich aus dem Spiel zurückzuziehen mit den Worten, wenn ihr weiterspielt werde ich dieses Spiel nicht mehr leiten und lediglich die weiteren Ergebnisse dokumentieren.
Das Spiel wurde fortgesetzt, letztendlich hat der Spieler A auf dem sportlichen Weg verloren, so dass das Ergebnis zumindest nicht weiter verfälscht wurde. Ich habe das Spiel dann so beendet, wie ich es angedeutet hatte, in dem ich alle Ergebnisse eingetragen und dann das Spiellokal verlassen habe.
Ich habe daher auch in das laufende Spiel nicht mehr eingegriffen, obwohl der Spieler D in seinem letzten Einzel mehrfach dazu Anlass gegeben hätte.
Nun kann man mir vorwerfen, hier nicht konsequent gewesen zu sein. Diesen Vorwurf mache ich mir seit diesem Spiel sicher selbst auch oft genug und er ist auch berechtigt. Es ist jedoch auch schwer in Worte zu fassen, wie sich die Situation in dem Moment für mich darstellte.
Aus Fehlern lernt man und ich sicher auch. Im Nachhinein hätte ich anders gehandelt. Ich finde es jedoch erschreckend, mit welchem Maß an Ignoranz und Selbstgefälligkeit die Spieler mit den OSR umgehen, und in welche Rolle man als Unparteiischer gedrängt wird.
Ob es hieraus Konsequenzen geben kann oder muss weiß ich nicht, und will es auch nicht beurteilen. Ich bin aber nichts desto trotz der Meinung, dass die Vorgänge den zuständigen Stellen mitgeteilt werden mussten."
-Verfasser der Redaktion bekannt-

Drunter folgender Kommentar von "Torsten Scharf":
Das oben genannte Spiel fand tatsächlich statt. Die Unverschämtheiten und der fehlende Benimm auch. Erziehung kann man leider nicht in der Schule noch beim Sport herstellen, wenn dieser im Elternhaus nicht mitgegeben wurde. Dennoch muss eines klar sein: wir, das heißt unsere ganze Sportart, bzw. der Sport im Allgemeinen, lässt sich so etwas nicht gefallen. Da hilft nur disqualifizieren, zu strafen um dieses Verhalten für die Zukunft zu unterbinden. Einsicht setzt bekanntlicherweise Erkenntnis voraus; wenn diese, warum auch immer, nicht möglich ist, muss zumindest die Angst vor einer Sanktion das Verhalten beeinflussen. Keine leichte Aufgabe für den Schiedsrichter - aber notwendig. Deshalb sollten alle Spieler wie Zuschauer den Schiedsrichter bei dieser notwendigen Aufgabe vorbehaltlos unterstützen.

...Dank an meine Sekretärin für`s Abtippen...;-)

Diese Antwort hab ich heute morgen verfaßt:

Zitat:
Moin,
ich bitte darum, diese Stellungnahme im Regionalteil des nächsten "tischtennis" abzudrucken.

Bezugnehmend auf obigen, im gestern erschienenen "tischtennis" abgedruckten Leserbrief sowie den sich darauf beziehenden Kommentar antwortet hiermit "Spieler A" von "Mannschaft XX".

Ich hatte eigentlich für mich den Entschluß gefaßt, kein weiteres "Öl ins Feuer" zu gießen.
Nunmehr sehe ich mich jedoch - angesichts dieser subjektiven und einseitigen Darstellungsweise - zu einer Richtigstellung veranlaßt.

Zunächst einmal möchte ich vorwegschicken, dass mir derartiges in nunmehr 25 Jahren Tischtennis auf höherem Niveau erstmalig passiert ist.
Und ich kann mich auch nicht erinnern, in der jüngeren Vergangenheit jemals irgendwelche Probleme mit Zuschauern , Spielern oder eben Schiedsrichtern gehabt zu haben.

Dass der OSR im angesprochenen Fall regelkonform entschieden hat (oder besser "entscheiden wollte"), will ich nicht in Abrede stellen.
Was er jedoch auf ganzer Linie vermissen ließ, ist das , was einen "guten Schiri" eigentlich auszeichnet, nämlich Augenmaß und Fingerspitzengefühl, Objektivität und Konsequenz.

Bezogen auf den konkreten Vorfall heißt das:
1. Die erste gelbe Karte kam viel "zu früh" und eben ohne Verwarnung.
2. Dass es in der Folgezeit - auch von Spielern der Gastgebermannschaft - Schlägerwürfe gab und gegen Banden getreten wurde, blieb ungeahndet.
3. "Wichtige" Dinge, beispielsweise für richtige Netzspannung und -höhe zu sorgen, wurden vernachlässigt. (Das muß man mir schon glauben; dafür hab ich ein Gespür...)
4. Wenn man denn schon meint, eine Disqualifikation aussprechen zu sollen, kann man sie "auf öffentlichen Druck" nicht zurücknehmen.

Grundsätzlich denke ich, dass ein OSR seinen Job dann am besten macht, wenn man ihn nicht bemerkt.
Und solange es zwischen den Mannschaften keine Probleme gibt, sollte er sich zurückhalten bzw. seinen Funktion wirklich nur auf das Ausfüllen des Spielberichts beschränken.

Weiterhin sollte man sich vor Augen führen, dass die Oberliga eigentlich noch eine "Hobbyliga" ist, in der die Spieler großenteils keine oder nur untergeordnete finanziellen Interessen haben, sondern sich vielmehr aus Spaß am Tischtennis das Wochenende "um die Ohren schlagen" und bei schönstem Frühherbstwetter quer durch Niedersachsen fahren.

Und wenn Zuschauer merken, dass da mit Leidenschaft gekämpft wird (und dann auch mal ein nicht unbedingt "stubenreiner" Ausdruck fällt), wird das besser angenommen als der teilweise "sterile" und anonyme Sport in Klassen, mit denen man sich ohnehin nicht mehr identifizieren kann...

All` das sprach ich in meinem besagten 10-minütigen "Plädoyer in eigener Sache" auch an, woraufhin mir Zustimmung auf breiter Front zuteil wurde (Zitate: "Dafür hast Du `nen Extrapunkt verdient", "Wir wollen Tischtennis sehen").
Ich schloß meine Rede im übrigen sinngemäß mit den Worten "Mehr hab`ich nicht zu sagen, jetzt bist Du am Zuge. Wenn es bei der Disqualifikation bleibt, nehm`ich diese selbstversändlich hin; ansonsten spielen wir jetzt weiter".
Die Karte blieb in der Brusttasche, verbunden mit der Aussage "dann schreib`ich eben nur noch auf".
Die Situation jetzt so darzustellen, als sei er gleichsam dazu gezwungen worden, seine Entscheidung zurückzunehmen und sich "zurückzuziehen", zeugt m.E. ebenfalls von fehlender Courage und ist im übrigen natürlich genauso inkonsequent; dann hätte er das "Spiellokal" sofort verlassen und auch auf das Protokollieren der Ergebnisse verzichten sollen.

Schlußendlich werfe ich - ungeachtet der geschilderten Geschehnisse - die grundsätzliche Frage auf, inwieweit ein OSR bei Oberligaspielen überhaupt notwendig ist.
Die Vereine würden viel Geld für Spesen und Fahrtkosten einsparen, und der "Spielfluß", dessen bin ich mir sicher, würde profitieren...

Mit sportlichem Gruß
Peter Igel alias "Spieler A" aus "XX"

PS: Vielleicht bezeichnend und nachdenkenswert, dass meine Sicht der Dinge von einem ebenfalls OL-Spiele leitenden Delmenhorster Schiedsrichter in allen Belangen geteilt wird...
Wie immer polarisierend, wenn ich "aktiv" werde...
Bitte mal um Stellungnahmen.

Geändert von Peter Igel (08.10.2005 um 10:40 Uhr)
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