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Alt 15.10.2005, 18:58
henrypijames henrypijames ist offline
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AW: 10. Nationale Spiele China

Zitat:
Zitat von Max
Mal was anderes. Sie scheinen immer etwas Abneigung gegen Wang Hao zu haben, aber der ist nach Wang Liqin und Ma Lin mit kleinem Abstand der beste der jüngeren Chinesen.
Es gibt einiges, was ich an Wang Hao nicht mag. Erstens gewinnt er zwar viele Spiele, aber selten ein Turnier - auffallen deutlich scheitert er kurz vor der Ziellinie. Ich sehe darin eine Charakterschwaeche, die sehr schwer auszukurieren ist. Da ist Chen Qi definitiv entschlossener.

Zweitens gewinnt Wang Hao in China fast alles - er hat seit ein, zwei Jahren die zweitbeste innen-chinesische Bilanz - knapp hinter Ma Lin und deutlich vor Wang Liqin. Um so oefter verliert dann international gegen vermeintlich schwaechere Gegner, viel viel oefter als Wang und Ma, obwohl er in der WRL direkt hinter diesen beiden und deutlich vor den anderen Chinesen steht.

Diese beiden Punkte lassen Wang Hao zwar keinesfalls zu einem zweitklassischen Spieler degradieren, aber es sind Eigentschaften, die gerade die chinesische Mannschaft, fuer die es ausser internationales Gold nichts anderes gibt, nicht gebrauchen kann. China will nur Spieler, die das finale Triumpf schaffen koennen - sei es auch nur einmal im Leben, denn fuers naechste Mal gibt es wieder genug andere Kandidaten. Dafuer sind Durchbeissen-Qualitaeten ("winning ugly") gefragt, und Wang Hao hat sie kaum.

Darueber hinaus ist Wang Haos Spiel technisch sehr umschritten in China. So gut wie alle Experten sind sich einig, dass diese sehr verbesserungswuerdig ist - nur hat jeder einen andere Idee, wie konkret die Verbesserung auszusehen ist. Damit will ich sagen, sein Spielsystem ist offensichtlich nicht ausgereift. Er hatte am Anfang seiner Karriere den Vorteil gehabt, dass seine Technik fuer die meisten Gegner sehr ungewoehnlich war. Mittlerweile ist diese Ueberraschungselement fort, und er hat ernsthafte Schwierigkeiten, sich weiterzuentwickeln. Und dann ist Wang Hao auch nicht ein ideenreicher Typ wie Liu Guoliang (oder meinertwegen auch Ma Lin), der in der Lage ist, sein selbstaendig nach den Ausweg zu suchen.

Zitat:
Zitat von Max
Chen Qi oder Hao Shuai (noch zu jung) können nicht mithalten. Chen Qi halte ich eh für leicht überschätzt, die Technik und dieses "Herumgespringe" sieht so unelegant aus...., der sollte sich mal an Wang Liqin ein Beispiel nehmen.
Da bin ich aber voellig andere Ansicht. Wang Liqins Spiel ist nur fuer Spieler seiner Koerpergroesse geeignet, wie z. B. Oh Sang Eun, der sehr aehnlich spielt. Die Beinarbeit von Chen Qi ("Herumgespringe") ist modern, denn heutzutage macht man weniger, dafuer groessere Schritte. Nimmt man zum Beispiel die Suedkoreanische Japanisch-Penholder-Spieler. Ryu Seung Min macht groessere Schritte als Kim Taek Soo, Lee Jung Woo macht wiederum noch groessere Schritte als Ryu Seung Min. Das kann kein Zufall sein.

Ausserdem: Chen Qi trifft einfach gut, "Herumgespringe" hin und her. Und das zaehlt letztendlich. Und wie ich in "tischtennis" (Februar 2005, Seite 12) geschrieben habe, ist der Kopf viel wichtiger als die Technik. Solange Chen Qi sein Kopf nicht verliert (in letzter Zeit gab es Anzeichen, dass dies zu geschehen drohte - aber nun scheint er sich vorerst gefangen zu haben), hatte er mindest so viel Chancen wie Wang Hao, einmal Einzel-Weltmeister zu werden.

Hao Shuai ist einfach noch nicht reif - weder technik noch mental. Er hat aber wirklich ungewoehnlich viel Talent, und vor wenigen Monaten hatte Waldner gesagt, unter all den jungen Chinesen tippe er insbesondere auf Hao Shuai. Das soll schon was heissen.

Geändert von henrypijames (15.10.2005 um 19:03 Uhr)
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