Zitat:
|
Zitat von Ubbser
wo wir schon beim Thema Medien sind. In einer großen Boulevardzeitung steht heute zu lesen, dass die Chinesen von der Titelverteidigung des Weltcups anscheinend 100 %ig überzeugt waren. Sie haben nämlich den Pokal gar nicht erst mit nach Lüttich gebracht und so mußte Timo mit einer Kopie bei der Siegerehrung Vorlieb nehmen.
|
Das waere mir neu. Das, womit Boll fotografiert worden war, sah aber wirklich nicht wie eine Kopie aus.
Zitat:
|
Zitat von Ubbser
Sollte das wirklich so sein finde ich so ein Verhalten eine Frechheit aber leider paßt es ins Bild von der Chinesischen Auffassung von Fair Play und Sportgeist.
|
Sicherlich gibt es chin. Spieler (vor allem die jungen, aufstrebigen Moechtegern-Profis), die keine so glaenzende Einstellung zum Fair Player haben wie Boll oder Samsonov haben. Aber zumindest in der Nationalmannschaft und in der Oeffentlichkeit wird Fair Player sehr hoch geschrieben und bei jeder Gelegenheit betont.
Andererseits gehoert es einfach zum pan-asiatischen Mentalitaet, dass alles, was nicht verboten ist, erlaubt ist - d. h., auch moralisch rechtens. So wird beispielsweise Ma Lins "Verzoegerungsgewohnheit" keinesfalls als unfair gesehen (wenn du einem typischen Chinesen damit konfrontierst, wird er wahrscheinlich kein Verstaendnis fuer deinen Widerspruch haben), sondern als voellig legitime Methode zum Beeinflussung des Spielrythmus - so etwas wird sogar geschult. Es ist aber zumindest insofern voellig fair, dass die Chinesen nicht nur sich selbst, sondern auch den Gegnern das gleiche Recht zugesteht, Aehnliches zu unternehmen. Schlager wird z. B. als grosser Taktiker bewundert, und zwar nicht nur aufgrund dessen, was er *waehrend* eines Ballwechsels zeigt.
Ich denke, hier liegt eines tiefgruendiges kulturelles Problem vor. Wenn du mal in das bekannte Buch "Kunst des Kriges" von Sun Zi (6. JH v. Chr.) blaetterst, wird du viele Taktik finden, die gemessen an traditionell europaeischen Ritterlichkeit als fiesen Tricksereien gewerten werden muessten.