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Meine klare Meinung: Vereinsfusionen nur im absoluten Notfall!
Ich kann nur für den STTB sprechen, dort gilt folgende Regelung:
- Spielgemeinschaften sind nicht erlaubt
- Bei Fusion behält ein Verein die Spielberechtigung für alle seine Mannschaften, die anderen des aufgelösten/geschluckten Vereins müssen wieder ganz unten starten.
Im Saarland gab es in den letzten Jahren mehrere Fusionen:
1) FC Mauschbach hat vor zwei oder drei Jahren mit SV Namborn fusioniert. Namborn war früher der deutlich größere und erfolgreichere Verein, aber mangelnde Nachwuchsarbeit ließen die Aktivenzahl schrumpfen uns so blieb am Ende nur eine Mannschaft, die sich dann einfach dem anderen Verein angeschlossen haben. 5 von diesen sechs Spielern spielen jetzt in der 1. Kreisklasse als 2. Mannschaft des FC M, während einer in der 1. in der Kreisliga mitspielt. Der FC M ist im Moment in der Jugendarbeit sehr aktiv und hat 5 oder 6 Jugendmannschaften.
2) Der TTC Rohbach und die DJK St.Ingbert haben auch vor zwei oder drei Jahren zur TTG Rohbach/St. Ingbert fusioniert. Genaue Hintergründe sind mir hier nicht bekannt, allerdings vermute ich auch in IGB starke Nachwuchsssorgen....
3) Vor vier Jahren wollte der TuS Höchen mit der TTG Bexbach/Oberbexbach (habne schon vor Urzeiten fusioniert) zusammengehen. Da dies aber nur über über eine Auflösung des Gesamtvereins möglich gewesen wäre und die anderen Abteilungen da dagegen waren, sind etwa 80 % aller Spieler zur TTG Bexbach gewechselt. Höchen ist jetzt quasi tot.
4) Länger zurück liegen weitere Zusammenschlüsse z.B. der TTG Marpingen/Alsweiler (heute wieder ein Verein mit sehr guter Nachwuchsarbeit) und TTG Wustweiler/ Uchtelfangen ( da haperts im Moment an der Jugendarbeit, wenn auch ansonsten ein tadelloses Bild).
In meinen Augen machen solche Fusionen die Lage nur selten besser, die fusionierten Vereine fallen meistens in der Zahl der Aktiven schnell auf niedrigere Zahlen zurück. Die Anzahl der Verantwortlichen tariner udn Vorstandsmitgleider sinkt nromalerweise auch, die Arbeit wird aber nicht weniger, sondern mehr. Dies sorgt eher für Frust als für neue Impulse. Kurzfritsig kann man sicherlich die Leistungen steigern weil zusammenfassen, aber langfristig müssen potentielle Neuspieler längere Anfahrtswege in Kauf nehmen, die Identifikation vor Ort geht verloren.
Auch Spielgemeinschaften (so sie denn irgendwo erlaubt sind) lösen die Probleme in meinen Augen nicht:
ein Verein wird mit großer Sicherhit auf Dauer der Verlierer sein, weil er etwas schlechtere Rahmenbedingungen hat als der andere, er wird seine guten Spieler verlieren. Und das wollen die Vereine bestimmt nicht. Gesunde Konkurrenz belebt das Geschäft.
Wir haben in unserem Verein in diesem Jahr 17 Mannschaften am Start - soviele wie noch nie in unserem 2300-Seelen Dorf. Zu uns wechseln auch immer wieder Jugendliche und Aktive aus verschiedensten Gründen, genauso, wie andere den Verein wieder verlassen. Bei so einer großen Zahl von Mannschaften und einer Halle, die von verschiedenen Dorfvereinen rund um die Uhr belegt ist und in der nur 3 Spiele gleichzeitig ausgetragen werden können, sind Probleme vorprogrammiert. Zwei Mannschaften mussten in diesem Jahr in die benachbarte Kreisstadt auswandern! Wenn alle unsere über 100 Aktiven zwei mal pro Woche trainieren wollten, würde es ein Unglück geben!!! Die Halle ist fast immer voll gefüllt.
Je größer der Verein, desto schwieriger wird die Gratwanderung zwischen Aufstieg und Fall.
Eien Fusion von Jülich und Hoengen halte ich für ausgesprochen problematisch. Die Identifikation mit dem "eigenen" Verein geht verloren. Mal sehen, ob sich das in Zukunft auf die Zuschauerzahlen auswirkt. Da allerdings eh keine lokalen Nachwuchstalente in der 1. BL zum Einsatz kommen, ist es mit der Identifikation mit der eigenen Mannschaft wahrscheinlich eh nicht so weit her.
Grüße aus dem Saarland
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