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Entschuldigung, aber das sehe ich nun wirklich total anders. Die bayerischen Ranglisten spiegeln den Stand im (angehenden) Leistungssport wieder. Wie die Vergangenheit mit vielen Beispielen gezeigt hat, sind es häufig die Spieler der Bayerischen Rangliste, die vom ständigen Leben in der Halle und einer verlorenen Jugend die Nase irgendwann voll haben und dem Tischtennissport den Rücken kehren. Diesbezüglich finde ich auch den von Dir beschriebenen Trend, dass immer früher Jugendfreigaben beantragt werden äußerst bedenklich. Ich finde gerade den Unterbau vom Unterbau, also die älteren Spieler, die dann doch mal Bayernliga spielen dürfen und dieses sich mit absoluter Eigenmotivation erarbeitet haben, sehr wichtig für die Weiterentwicklung der Bezirks- und Landesligen der kommenden Jahre. Ich habe schon den Eindruck, dass diese Spieler unserem Sport länger und einträglicher erhalten bleiben. Und in diesem Bereich steht Mittelfranken wie beschrieben nicht schlecht da.
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Sorry, da hast Du mich falsch verstanden! Ich finde das mit den frühen Jugendfreigaben ebenfalls bedenklich und wir setzen das von Dir ansprochene und von Euch praktizierte Konzept in unserer Mädchenbayernligatruppe auf ähnliche Art und Weise um. Dort können (überwiegend eigene) "Hobbyspielerinnen" mit Spass am Tischtennis halbwegs hochklassig spielen und auch wenn es dann keine spektakulären Titel mehr zu feiern gibt, aber für den Verein bringt das langfristig mehr. Und jene Mädchen, die Leistungstischtennis spielen wollen, können dieses Team als Durchgangsstation auf dem Weg nach oben nutzen.
Es ist allerdings ein Irrglauben, dass Mfr in der Spitze hinterher hinkt und in der Breite zur bayerischen Spitze gehört. Wir hinken überall hinterher, aber das kann doch Dir als Verein egal sein, ob Dein Bezirksligaspieler nun die (theoretische) Nr. 80 oder Nr. 120 in Bayern wäre => wichtig ist doch nur, dass er die Erwartungen des Vereins erfüllt.
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Zum anderen Thema: Wir sprechen genau deswegen keine Spieler an, weil wir es toll finden, mit Eigengewächsen, die sich zu 100% mit unserem Verein identifizieren, sportliche Erfolge zu erzielen. Ich persönlich hätte einfach ein schlechtes Gefühl, andere Vereine um die Früchte Ihrer Arbeit zu bringen. Das da natürlich ein geringeres Leistungsniveau die Folge ist, nehme ich in Kauf. Ich kann mir jedoch sicher sein, dass, wenn ein Spieler nicht aus beruflichen Gründen unsere Stadt verlässt, dem Verein dauerhaft und motiviert zur Verfügung steht. Zusammengestellte oder gar -gekaufte Mannschaften hängen mir da viel zu sehr am seidenen Faden wie viele Beispiele belegen. Wer einmal wechselt, wechselt immer wieder ...
Wir haben derzeit eine tolle Jugend, sicherlich lässt sich unser Training noch verbessern, aber wir arbeiten daran, ohne Zugänge und hoffentlich auch ohne Abgänge (leider wurden wir in letzter Zeit schon wieder vermehrt wegen diverser Spieler angerufen) zur Bezirksspitze aufzuschliessen. Und da werden wir uns dann richtig wohl fühlen und vor allem nicht auf Kosten anderer!
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Das halte ich für etwas zu engstirnig, denn wenn alle so denken würden, dann würde es keinen Timo Boll geben (außer er wäre wegen der vielen Geschenke doch zum SC04 gewechselt

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Ich bin der Meinung, man sollte auch jene Kinder fördern, die sich für Leistungstischtennis entschieden haben, auch wenn man sie dann im eigenen Verein nicht mehr halten kann. Kann mir nicht vorstellen, dass z.B. eine einzelne Spielerin in Ermangelung von gleichwertigen Teamkameradinnen viel Spass daran hat, ein Leben lang in der untersten Bezirksliga zu spielen, wenn sie eigentlich Oberliganiveau hat.
Das ist letztendlich eine Frage der Philosophie, aber für uns ist die Mischung zwischen "Eigengewächsen" und "Externen" (die sich übrigens ebenso gut mit einem Verein identifizieren können) entscheidend. Von uns haben sich neun Mädels für die Bayerischen qualifiziert und zwei Drittel davon leben in W-E und haben auch hier mit dem Tischtennis begonnen. Darauf sind wir zurecht stolz und wäre das Verhältnis umgekehrt (auch das soll es geben), dann würde uns das nachdenklich stimmen!