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Alt 21.11.2005, 13:26
Jaskula Jaskula ist offline
hasst die 11
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AW: Türkei-Schweiz - Ausschreitungen

Zitat:
Zitat von Dragonspin
Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass sich in dem konkreten Fall auch die Sicherheitsleute, welche ja die Sicherheit der Schweizer garantieren sollten, an den Auseinandersetzungen beteiligten. Und das ja nicht zum ersten Mal.
Das ist der entscheidende Punkt.
Das Aufrechnen von Gewalttätigkeiten bei Fußballspielen macht wenig Sinn, weil es diese fast überall gibt. Englische, Holländische und auch Deutsche Hooligans sind keinen Deut besser, als die türkischen Zuschauer, die ihr komplettes Hab und Gut auf Gegner und Schiedsrichter geworfen haben.

Was es aber in zivilisierten Ländern normalerweise nicht gibt, ist, daß diejenigen, die gerade dafür sorgen sollten, daß so etwas gar nicht erst passiert, dann auch noch mitmischen. Sicherheitskräfte und Polizisten, die so agieren, zeigen, daß eine Gesellschaft noch nicht die (für uns) selbstverständlichen Werte eines demokratischen Rechtsstaats verinnerlicht hat. Gleiches gilt für Trainer und Spieler, spätestens nach Abklingen der Emotionen.
Und damit wären wir dann vom Fußball bei der EU. Hier hat die Türkei noch einen langen Weg vor sich, um eben gerade diese Werte zu akzeptieren. Keiner kann dem türkischen Staat und den Menschen der Türkei vorschreiben, daß sie nach westlichen Moralvorstellungen zu leben haben, aber die grundlegenden Regeln des Zusammenlebens sind zwingend zu garantieren, wenn man Teil der EU werden will.

Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem dort, wo alle Völker das Problem hatten, auf dem Weg in die Zivilisation: Trennung von Kirche und Staat.
Sobald Religion in das politische Spiel kommt, verlieren Menschenrechte an Bedeutung. Und das ist nach dem heutigen Verständnis westlicher Demokratien nicht akzeptabel.
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