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Alt 29.11.2005, 08:33
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AW: Türkei-Schweiz - Ausschreitungen

Zitat:
Zitat von Fozzi
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Ähnliches wie aus türkischen Stadien kenne ich nur aus Italien, wo nach meiner Meinung auch schon längst einmal hätte durchgegriffen werden müssen (Stichpunkte: Rassismus, Leuchtkörper, Platzstürmungen)

...

Rassismus-Skandal in Italien


Mailand - Dem italienischen Spitzenklub Inter Mailand droht wegen eines Rassismus-Skandals eine Platzsperre.

Zuvor war der dunkelhäutige Messina-Spieler Zoro am Sonntag im Serie-A-Heimspiel gegen Inter (1:2) Opfer von Verbal-Attacken Mailänder Hooligans geworden.

Affenlaute und Beschimpfungen

Nachdem jeder Ballkontakt des Verteidigers von der Elfenbeinküste mit Affenlauten und Beschimpfungen wie "dreckiger Neger" begleitet worden war, nahm Zoro in der 66. Minute den Ball in die Hand, verließ den Platz und kontaktierte den vierten Offiziellen.

Nach Diskussionen über mehrere Minuten konnten die Inter-Spieler, welche über das Verhalten der eigenen Fans sehr entrüstet waren, Zoro zum Weiterspielen überreden.

"Damit muss Schluss sein"

"Wir farbigen Spieler kennen unsere Rechte. Mit diesem Rassismus muss Schluss sein", sagte der Mann von der Elfenbeinküste. "Vielleicht verstehen es die Fans, wenn ein Spiel dann am Grünen Tisch entschieden wird", meinte der Abwehrspieler.

Eine Eskalation und ein möglicher Spielabbruch wurden durch Zoros Einlenken jedoch gerade noch verhindert. "Viele Inter-Spieler engagieren sich sehr gegen Rassismus. Deshalb habe ich mich überzeugen lassen", sagte der Betroffene.

Der italienische Fußballverband (FIGC) hat Ermittlungen eingeleitet. FIGC-Vizepräsident Giancarlo Abete sprach von "einem schwerwiegenden Fall" und stellt sich ohne Wenn und Aber vor Zoro.

"Nicht in meinem Heimstadion"

"Auswärts können sie machen, was sie wollen. Da bin ich es gewohnt. Aber nicht in meinem Heimstadion", meinte Zoro. "Es ist schon oft passiert, wo immer ich auch bin. Aber heute ist es mir einfach zu viel gewesen."

Die Inter-Spieler und Klub-Präsident Giacinto Facchetti entschuldigten sich nach dem Spiel für das Verhalten der Fans.

Verband kündigt konzertierte Aktion an

Italiens Verband (FIGC) reagierte am Montag mit der Ankündigung einer konzertierten Aktion auf die Vorfälle.

Aus Protest gegen den Rassismus werden die Spiele aller Ligen in dieser Woche mit fünf Minuten Verspätung beginnen. Die Spieler aller Mannschaften werden in der Mitte des Spielfeldes ein Spruchband mit dem Slogan "Stoppt den Rassismus" ausrollen.

Massive Kritik von Lippi an den Vorfällen

Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi kritisierte die Beschimpfungen gegen Zoro in scharfer Form. "Vorfälle dieser Art sind ein Affront. Es gibt nur eine einzige Rasse und das ist die menschliche Rasse", betonte Lippi.

Der Coach von AS Rom, Luciano Spalletti, rief die Medien dagegen auf, dem Geschehen kein allzu großes Interesse zu widmen: "Diese Zwischenfälle sind auf eine Minderheit zurückzuführen, der man keine zu große Bedeutung einräumen sollte."

Spielergewerkschaft bietet Zoro Mitarbeit an


Der Präsident der Spielergewerkschaft AIC, Sergio Campana, bot Zoro einen Sitz im Aufsichtsrat der Organisation an. "Ich habe ihm nicht nur aus Solidarität diesen Posten angeboten. Zusammen können wir Initiative zur Bekämpfung des Rassismus ergreifen", kommentierte Campana.

Rassistische Fan-Ausschreitungen sind in Italien keine Seltenheit. Vor allem dem römischen Spitzenklub Lazio Rom wird immer wieder der Vorwurf gemacht, zu wenig gegen seine radikalen, rassistischen Anhänger zu unternehmen.

Antisemitische Spruchbänder

Ebenfalls am 13. Spieltag zeigte ein vermummter Lazio -Fan im Stadion von Empoli eine Hakenkreuzfahne. Die schlimmste Entgleisung ereignete sich aber 1998, als die Lazio-Anhänger im Olympiastadion ein Spruchband mit übelsten antisemitischen Parolen zeigten.

Der Kapitän von Lazio, Paolo Di Canio, war im vergangenen März von der Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbands (FIGC) zur Zahlung einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden, weil er am 6. Januar beim Stadtderby gegen AS Rom die Anhänger mit einem faschistischen Gruß gefeiert hatte. Zur selben Strafe wurde auch sein Klub verurteilt.

(Quelle: sport1)
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Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.
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