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Alt 05.12.2005, 23:22
Meister Meister ist offline
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TTC siegt im Aufsteigerduell

Ferenc Simon fehlt beim 9:6 in Untermberg an allen Ecken & Enden

Vor einer für Untermberger Verhältnisse enttäuschenden Zuschauerkulisse konnte der Badenliga-Aufsteiger TTC Weinheim dem letztjährigen Verbandsliga-Meister mit einem 9:6-Sieg beide Punkte entführen und darf nach einer Wechselbad-Vorrunde in der vorderen Tabellenhälfte überwintern. Untermbergs Abteilungsleiter Matthias Grünenwald hatte im Vorfeld noch auf einen hauchdünnen Sieg getippt, räumte aber nach dem Spiel ein, dass man in dieser Saison mit einem verletzten Altinternationalen Ferenc Simon kleinere Brötchen backen müsse, als mit dessen ungarischem Vorgänger in der Meisterschaftsspielzeit.
Dabei hatte es anfangs noch sehr gut für die Württemberger ausgesehen: Sestak/Steinle setzten sich trotz 0:2 & 4:7 und nach Abwehr eines Matchballs im Entscheidungsatz gegen Lakmann/Beranek durch, O.Herbrik/Smrcek bezwangen Pätzold/Neves mit finalem Präzisionsschlag und erhöhten nach der kampflosen Niederlage von Simon/Rogler auf 2:1.
Im vorderen Paarkreuz wurden die Punkte geteilt: Tomas Sestak hatte gegen Robert Lakmann lediglich beim 7:10 im zweiten Durchgang vorübergehende Probleme, an der Nachbarplatte konnte Weinheims russischer Spitzenspieler Andrej Bondarev Top48-Sieger David Steinle in drei deutlichen Sätzen schultern.
Daniel Pätzold hinterließ am späten Sonntag Nachmittag einen hervorragenden Eindruck. Sein verschlafener erster Satz hat in der abgelaufenen Vorrunde genauso Tradition wie die anschließende deutliche Leistungssteigerung, der Oliver Herbrik nicht Stand halten konnte. Peter Beranek zog gegen den tschechischen Linkshänder Michal Smrcek den kürzeren, konnte aber mit einer ausgedehnten Diskussion um die konsequente Auslegung der neuen Aufschlagregel zumindest ein unterhaltungstechnisches Highlight setzen.
Mit zwei Siegen im hinteren Paarkreuz ging der TTC erstmals in Führung: Paul Rogler konnte dabei Filipe Neves lediglich im ersten Durchgang überrennen, musste die anderen Sätze aber knapp dem portugiesischen Nachwuchstalent überlassen. Gerd Werner stand im Match gegen Wadim Hurlebaus beim Stand von 1:0 & 7:7 kurz vor der kampflosen Aufgabe, da er sich während des Ballwechsels den Fuß vertrat. Für Hurlebaus überraschend konnte er den Sieg trotz bandagiertem Knöchel noch sicher nach Hause traben.
In seinem allerletzten Vorrundeneinzel war Bondarev das erste Mal mit seiner eigenen Leistung vollauf zufrieden. Untermbergs slowakischen Spitzenspieler Sestak hatte er im Verlauf der Partie immer sicherer im Griff. Auch Lakmann durfte nach seinem knappen Dreisatzsieg gegen den von seiner Klassenlehrerin frenetisch angefeuerten Steinle jubeln, machte es beim 10:6 im letzten Satz aber unnötig spannend.
In der wohl dürftigsten Auseinandersetzung des Tages setzte sich Herbrik nach 1:1 & 4:8 noch sicher gegen Beranek durch, wobei beide Akteure die größten Probleme mit ihrem eigenen Service zu haben schienen. Pätzold konnte anschließend Smrcek und seine Aversion gegen Linkshänder nach wie gewohnt verschlafenem Start noch mit sicherem Halbdistanzspiel überwinden.
In den beiden letzten Einzelspielen der Vorrunde bot Senior Werner dem Bombardement von Youngster Rogler nur phasenweise Paroli, wobei nicht nur der Halsschmuck des Untermbergers einen glänzenden Eindruck machte. Shooting-Star Neves krönte sich mit seinem abschließenden Sieg über Hurlebaus zum erfolgreichsten Spieler des dritten Paarkreuzes.
Nach diesem geglückten Abschluß wartet nun eine elfwöchige Pause auf die Weinheimer Plattenspieler. Genügend Zeit, um an der eigenen Rückrundenform zu feilen und den Kampf um den dritten Tabellenplatz noch einmal aufzunehmen.

Geändert von Meister (05.12.2005 um 23:29 Uhr)
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