|
AW: Physik des Ballwurfes
Ich habe mir das Ganze mal angesehen und wollte mal PD unterstützen. Denn viele streiten hier ab, das es den durch ihn beschriebenen Flattereffekt (der durch optische Täuschung entsteht) überhaupt gibt.
Das Thema "Wahrnehmung und Sinnestäuschung" beim sogenannten Flattereffekt hatte ich mal bei einer A-Lizenzausbildung.
Im Prinzip ist es sicherlich so, dass ein Ball (gerade die mit weniger Rotation) wegen vereinfacht gesagt "Strömungsabrissen" quasi flattern kann. Aber wie PD bereits sagte ist der Effekt nicht besonders ausgiebig. Dennoch gebe ich allen Postern hier Recht die Behaupten, dass dieser Effekt wirklich auftritt und auch wahrgenommen werden kann.
ABER:
Unsere Kombination Auge/Gehirn kann leider nicht mehr als 25 Bilder pro Sekunde erfassen. Nehmen wir jetzt mal einen nicht besonders schnellen Ball an, der mit 5 Meter pro Sekunde fliegt. Dies bedeutet, dass man die Flugbahn des Ballesl eigentlich unstetig als Punkte auf einer Linie wahrnehmen müsste. Man "sieht" den Ball quasi nur als eine Folge von Momentaufnahmen die jeweils 20cm (bei 5 m/s und 25 Einzelbildern proi Sekunde) entfernt voneinander sind.
Aus der Erfahrung her würde wohl jeder widersprechen, da man Ball nicht punktuell sondern als (annähernd) gleichförmige Bewegung wahrnimmt. Dies liegt daran, dass die Flugbahn des Balles im Kopf "interpoliert" wird.
Die Flugbahn "errechnet" das Gehirn aus Erfahrungswerten. Dies hat eindeutig zur Folge, dass man Flugbahnen Bällen die mit Belägen gegen die man mehr Erfahrung hat genauer wahrgenommen werden. Daher passiert es bei langen Noppen sicher öfter, dass man einen "Flattereffekt" zu sehen glaubt.
Diese optische Täuschung ist keine Fiktion, denn es gibt sogar Doktorarbeiten (Sporthochschule Köln) über dieses Thema. Da aber der "andere" Flattereffekt auch existiert bleibt nur die Frage, welcher dieser Effekte sich stärker auswirkt.
Auch wenn ich in der Strömungslehre einigermassen bewandert bin vermag ich die Auswirkungen nicht abzuschätzen. Eventuell sollten wir mal JanMove dazu befragen (der hat doch so viele DGLs gelöst bei dem Thread Ballwurf und Reibung).
Aber rein subjektiv würde ich vermuten, dass der Flattereffekt, der auf der Arbeitsweise des Gehirns beruht stärker ausfällt. Dies kann ich wie gesagt nicht belegen. Aber es ist FAKT, dass beide Effekte existieren!!!
Noch etwa abschließend zu der "Leistungsfähigkeit" unseres Gehirns beim Anpassen der durch die Augen "gesehenen" Umwelt:
Wenn jemand eine Spezialbrille aufsetzt, die das gesehene Bild umkehrt (da.h. unten ist oben und umgekehrt), dann nimmt er diese Störung zuerst wahr. Trägt er diese Brille mehrere Wochen ohne Unterbrechung, dann wird er eines morgens plötzlich die Welt wieder "richtig" wahrnehmen (oben ist oben). Man kann sich sicher denken was nun passiert wenn er die Brille abnimmt oder???
Geändert von Cheftrainer (23.12.2005 um 11:19 Uhr)
|