Einzelnen Beitrag anzeigen
  #5  
Alt 31.12.2005, 17:39
Benutzerbild von klugscheisser
klugscheisser klugscheisser ist offline
Signatur-Poet
Foren-Urgestein - Master of discussion *****
 
Registriert seit: 28.05.2002
Ort: Obertshausen
Beiträge: 16.021
klugscheisser ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Training und Umgang mit AD(H)S-Kindern

Zitat:
Zitat von Thomas-G
ist es überhaupt möglich mit diesen kindern eine solch anspruchsvolle sportart wie tischtennis, die ja sehr viel mit konzentration zu tun hat, zu betreiben??
Ja, es ist möglich, kostet aber viel Nerven und erfordert die Bereitschaft, die Kinder so anzunehmen wie sie sind, vor allem, wenn man das Problem nicht gleich erkennt und einen "Fehler" bei sich selbst sucht, wenn die Kinder nach kurzer Zeit desinteressiert scheinen.

Zitat:
wollen die kinder denn unbedingt tischtennis spielen??
Ich bin mir da nicht ganz sicher. Bei manchen habe ich den Eindruck, dass sie beim Tischtennis gelandet sind, weil sie bei verschiedenen anderen Freizeit-Aktivitäten bereits gescheitert sind.

Zitat:
oder war das nur deine idee??
Das ganz sicher nicht, ich kannte die Kinder ja vorher nicht. Aber deine Frage bringt mich auf den Gedanken, dass vielleicht die Muttis untereinander "Geheimtipps" austauschen. Bei einem meiner Vereine habe ich eine Quote von etwa 40 Prozent, bei den anderen fast Null. Natürlich hängen diese Muttis ihren Kindern kein Schild um den Hals "Vorsicht - ADS" - man muss es also erstmal selbst herausfinden


Zitat:
du schreibst von ständigem Bewegungsdrang. ist es denn so, das die kleinen ständig durch die halle huscheln, oder schaffst du es, sie 10-20 min auf etwas bestimmtes zu konzentrieren??
Das betrifft ja eigentlich nur die Kinder mit "H". In der Tat ist es bei diesen Kindern nicht möglich, über etwa 90 Minuten das "Standard-Trainingsprogramm für Kinder" - also mit Aufwärmen, Einspielen, Übungen, Wettkämpfen, Abwärmen durchzuziehen. Was geht, sind interessante Berwegungsspiele, kurze Übungen mit häufig wechselnden Inhalten, Spass muss vor dem Lernerfolg stehen. Und das Training nicht nach der Uhr, sondern nach der Konzentrationsfähigkeit ausrichten. "Kadertraining" ist nicht möglich, Orginalzitat: "Da will ich nicht mehr hin, da muss ich immer machen, was der Trainer sagt" Deswegen muss man die tischtennis-spezifischen Ziele auch etwas zurückstecken


Zitat:
ich würde mit den kindern möglichst viele spiele machen, wo sie sich richtig austoben können. dabei finde ich es gar icht so wichtig, dass sie das tischtennisspielen bis ins kleinste detail kennenlernen bzw. lernen können. wichtig sind nur grobe regeln. dann versuch, die spiele tischtennisnah zu gestalten:

- eierlauf (ball auf schläger) um hindernisse
- tennis (badmintongroßes feld) mit tt-schläger und ball (evtl. auch
tennisballgroßer softball)
- diverse lauf- und fangespiele mit schläger und ball
Genau.

Wenn es wenige sind (1-3), die gleichzeitig da sind, mache ich auch kleine Entspannungsübungen vorher und zwischendurch, aber keine Tiefen-Entspannung, die sollen ja nicht einschlafen

Gruppentraining mit ADHS-Kindern und den nicht betroffenen zusammen ist aber sehr schwierig, eigentlich unmöglich. Ich habe schon überlegt, alle ADHS-Kinder in einer Gruppe zusammenzufassen, das würde aber die Absonderung verstärken und wäre auf Dauer auch nicht hilfreich.

Unser Kompromiss ist, dass sich nach Möglichkeit einer (Trainer oder älterer Spieler) ausschliesslich um die "Zappelphillippe" kümmert und der andere das normale Training macht. Mehr dazu im nächsten Beitrag
__________________
Große Leuchten (Sonnen) brennen schnell und sehr hell, aber meist nicht sehr lange (ein paar mio Jahre). Zum Glück bin ich nur ein kleines Licht
Mit Zitat antworten