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Alt 31.12.2005, 18:03
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klugscheisser klugscheisser ist offline
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AW: Training und Umgang mit AD(H)S-Kindern

Zitat:
Zitat von Florry
Wieviele Übungsleiter seid ihr bei euch normalerweise im Training?

In der Regel sind wir zu zweit

Zitat:
Wenn ihr zu 2. oder 3. seid hilft es evtl. eine Art Einzeltraining durchzuführen, d.h. (je nach dem wieviele Kinder mit ADS du in deiner Gruppe hast):

Du schnappst dir einen oder zwei "Problemfälle" (klingt vielleicht ein bissl hart, sorry) und lässt einen weiteren "aktiven" mit den anderen ihre Übungen machen, evtl. mit einem 2. ÜL. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich die aktiven untereinander noch weiter anheizen und so noch mehr Unruhe entsteht.
Mit dem anderen (oder den beiden anderen, je nachdem wieviele es sind) machst du Konzentrationsübungen wie z.b. den Ball auf den Schlägerblatt ruhig halten, dabei in den schneidersitz gehen und wieder aufstehen, etc. ...
Dem stimme ich vorbahaltlos zu ! So ähnlich in Variationen machen wir das auch

Für alle, die mit diesen Kindern noch nicht bewusst zu tun hatten:

Viele haben bisher in Schule uund Freizeit nur die Erfahrung gemacht, dass sie "Versager" sind, obwohl das absolut am Kern vorbei geht. Beim Einzeltraining macht man dann die Erfahrung, dass sie sich nichts zutrauen und schnell resignieren. Deshalb ist es wichtig, möglichst kleine Schritte zu machen, die immer mit einem Erfolgserlebnis abschliessen. Ein negatives Beispiel: hat das Kind es erstmal gelernt, den Ball halbwegs kontrolliert auf den Tisch zurückzuspielen, sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, möglichst lange Ballwechsel mit dem Trainer/Zuspieler zu spielen. Wenn das Kind den Ball x-mal richtig getroffen hat und der Trainer den Ball x+1 mal zurückspielt, endet der Durchgang mit einem Fehler des Kindes = erfahrener Misserfolg ("Ich habe doch gewusst, dass ich wieder versage")

Deshalb spiele ich den Ball nur 3 mal (angepasst auch öfter) zurück, erfüllt das Kind die Aufgabe, fange ich den Ball auf und es gibt einen Punkt dafür.

Auf diesem Wege soll das Kind erfahren, dass es durchaus Erfolge haben kann, die auch belohnt werden.


Die Dauer der Übungen passe ich der Aufmerksamkeits-Lage an und wechsle dann sofort die Aufgabe, auch wenn das nach der Trainingslehre zu diesem Zeitpunkt vielleicht falsch wäre. Unterbrochen werden die Übungen durch häufige kurze Pausen, möglichst mit Bewegungsinhalten ( Bälle sammeln, Koordinationsübungen, Erklären von Atem-Techniken, kurze Entspannungsübung im Sitzen, mentale Ablenkung)

Auch Gespräche über schulische oder familiäre Probleme (bei entsprechender Vertrauenslage) können hilfreich sein.

Wie steht ihr zur Ritalin-Verabreichung?
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Große Leuchten (Sonnen) brennen schnell und sehr hell, aber meist nicht sehr lange (ein paar mio Jahre). Zum Glück bin ich nur ein kleines Licht
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