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AW: Training und Umgang mit AD(H)S-Kindern
Hallo alle zusammen.
Ersteinmahl etwas grundlegendes zu ADS/ADSH. Es ist eine Stoffwechselerkrankung. Vereinfacht ausgedrückt es werden zuwenig Botenstoffe produziert. Diese Boteenstoffe, dienen dazu äußere und innere Reize weiterzuleiten (zu verarbeiten). Das wichtigste hierbei ist, das es den betroffenen Kindern sehr schwer fällt, "wichtiges" von "unwichtigem" zu trennen. Für sie ist alles gleich wichtig, sodass sie sich viel schneller "ablenken lassen" als andere Kinder.
Bezogen auf das TT-Training bedeutet, dass der Ball der am Nachbartisch ein Geräusch verursacht oder der klang beim öffnen einer Tür entsteht oder das aufstampfen eines anderen Spielers 4 Tische weiter oder das verrücken der Umrandung wenn jemand die box verlässt wird als genauso wichtig eingestuft wie das eigene Spiel. Im Extremfall kann es passieren das ein ADS'ler mitten im Ballwechsel vom Tisch weggeht, weil er etwas gehört hat und wissen will, wo das Geräusch herkommt.
Dazu kommt noch, dass viele ADS'ler Geräusch und Geruchs empfindlich sind. Es gibt auch fälle, bei denen der Sinn für Berührungen sehr stark ausgeprägt ist. Ähnlich wie bei Autisten. Bei so einem Kind Taktil zu arbeiten kann fatale Folgen haben.
Die Aufmerksamkeitsspanne kann sogar nur 10 bis 30 Sekunden andauern.
Es kann auch sein, dass ein ADS'ler einfach irgendwelche Kommentare abliefert, die eigentlich gar nicht zu einer bestehenden Unterhaltung passen. Dies kann daran liegen, dass er "nebenbei" noch ein zweites Gespräch verfolgt und dazu seinen "senf" abgeben will. Das nächste Problem besteht darin, dass sie mit dem Mund meist schneller sind als mit dem Kopf und deshalb oft anecken. Soll heißen, sie reden erst und denken dann über das nach, was sie gesagt haben.
Alle bisher aufgeführten Punkte führen dazu, dass ADS'ler meist einzelgänger sind weil kein anderer mit ihm umgehen kann. Während eines gespräches werden "große" gedankenspünge gemacht. Da ein nicht ADS'ler dem nicht so schnell folgen kann, dreht sich der ADS'ler Verständnis los um und sucht sich jemandem, der ihm folgen kann. Evt. hast du ja in deinem Training schon bemerkt, dass sich ADS'ler meist auf anhieb verstehen und sich schnell finden.
Es fällt einem ADS'ler 3-4 mal schwerer eine Bewegung zu erlernen wie anderen.
Bevor ich jetzt noch ausschweifender werde versuch ich jetzt mal die Kurve zum Training zu bekommen.
Aus den oben aufgeführten Punkten resultiert jetzt folgendes:
Eine Anweisung, z.B. bei einer Fehlerkorrektur sollte sehr knapp gehalten werden.
Ich schätze jetzt mal so ca. 3-6 Wörter.
Es sollten auch immer wieder die gleichen Formulierungen benutzt werden.
so jetzt brauch ich erst mal eine pause. Der rest folgt morgen.
Gruß
long-Pips
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 ich muß nicht besser sein als mein gegner, es reicht wenn ich durch seine fehler gewinne.
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