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Alt 19.01.2006, 10:53
gutknow gutknow ist offline
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"Weil am Rhein spielte in falscher Aufstellung
19.01.2006 07:40


Eigentlich war das Duell eine klare Sache. 9:2 siegte Oberliga-Spitzenreiter ESV Weil beim TTC Lippoldsweiler. Für die Auenwalder das Aus im Titelkampf. Eigentlich. Mittlerweile steht dahinter ein Fragezeichen. Der ESV spielte in falscher Aufstellung. Die klare wurde zur umstrittenen Sache und wird vielleicht ein Fall fürs Sportgericht.


VON UWE FLEGEL

Klassenleiter Michael Marte gesteht: "Es ist eine verworrene Geschichte." Doch ganz so verworren ist die Sache eigentlich nicht. Zumindest, wenn man die Fakten betrachtet. Die sehen so aus. Der ESV Weil am Rhein spielte in Lippoldsweiler im mittleren Paarkreuz in einer falschen Aufstellung. Denn laut Verbandsbeschluss müssen Alen Kovac (bisher Nummer drei) und Norbert Mnich (Nummer vier) aufgrund ihrer Vorrundenbilanzen in der zweiten Saisonhälfte ihre Positionen tauschen. Problematisch wird die Geschichte nur dadurch, weil Klassenleiter Marte den ESV anscheinend erst sechs Stunden vor Spielbeginn per E-Mail informierte. Weil, das sich wenig später bereits auf die Fahrt nach Lippoldsweiler machte, hatte von der Änderung offenbar aber keine Kenntnis.

Die Frage ist nun: wer trägt die Verantwortung für die falsche Aufstellung? Der Verband? Dann wäre Weil am Rhein vermutlich aus dem Schneider, müsste höchstens eine Neuansetzung der Begegnung fürchten. Der ESV? Dann würden die Punkte wahrscheinlich kampflos nach Auenwald gehen. Erforderlich dafür wäre allerdings, dass ein Verein einen Protest gegen die Spielwertung einlegt. Dafür gibt es mehrere Kandidaten. Erstens den TTC Lippoldsweiler. Dessen Vorsitzender Markus Feyerabend weiß, dass die falsche Aufstellung auch Auswirkungen auf die Doppel hatte. Zudem wären Mike Behringer und Zvetomir Zonev im Einzel jeweils auf einen Kontrahenten getroffen, der ihnen besser liegt. Gewonnen hätte der TTC wohl nicht. Vielleicht wäre die Niederlage aber nicht so hoch ausgefallen. Einen Protest der Auenwalder gibts trotzdem nicht. Feyerabend: "Wir haben die Partie auf sportlichem Wege verloren. Damit hat es sich." Für das Vorgehen des Klassenleiters hat Feyerabend nur eine Wertung: "Laienhaft."

Weitere Kandidaten, die gegen die Spielwertung Einspruch einlegen könnten, sind Weils Konkurrenten im Titelrennen. Zum Beispiel der punktgleiche Tabellenzweite TSG Steinheim. Dort denken die Verantwortlichen noch über ihr Vorgehen nach. Abteilungsleiter Bruno Deissinger: "Wir überlegen, ob wir protestieren." Wobei er den Buhmann eigentlich in dem Klassenleiter aus Stuttgart sieht. Deissinger: "Das ist eine ganz, ganz miese Geschichte." Uwe Escher, bei der TSG zuständig für die erste Mannschaft, sieht es ähnlich: "Zum wiederholten Mal gibt der Verband ein ganz schwaches Bild ab." Der TTC-Macher nimmt jedoch auch Konkurrent Weil in die Verantwortung: "Bei der Abgabe der Meldeliste hätte der ESV erkennen müssen, dass die Positionen im mittleren Paarkreuz zu tauschen sind." Und eines ist für Escher klar: "Wir wollen keinen Nachteil haben." Den hätte die TSG, wenn es im Kampf um die Meisterschaft am Ende aufs Spielverhältnis ankommt.

Zu der Änderung der Aufstellung gekommen ist es wegen eines Protestes des Tabellendritten TTF Rastatt. Dessen Mannschaftsführer Tobias Prestenbach fand in mehreren Aufstellungen Ungereimtheiten und legte deshalb allgemein Widerspruch ein. Dem gegen Weil wurde - wie bekannt - stattgegeben. Und den anderen? Prestenbach. "Weiß ich nicht. Ich habe bis heute keine Antwort erhalten." Sicher ist für ihn eines: "Weil hat bewusst gegen die Regeln verstoßen." Noch nicht klar ist sich der Teamkapitän des TTF, ob sein Verein gegen die Wertung der Partie in Lippoldsweiler Protest einlegt: "Darüber müssen wir noch sprechen." Dabei hätte Rastatt mit drei Punkten Rückstand auf das punktgleich Führungsduo ja ebenfalls noch Chancen auf die Meisterschaft. Doch diesen Gedanken wiegelt Tobias Prestenbach ab: "Wir wollen sowieso nicht aufsteigen."

Klassenleiter hofft, dass

die Sache im Sand verläuft

ESV-Abteilungsleiterin Doris Spiess war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Klassenleiter Michael Marte hat mit der Funktionärin des Tabellenführer aber schon gesprochen. Dabei sei von Spiess vorgebracht worden, dass sie erst nach der Rückkehr aus Auenwald von der Änderung der Aufstellung erfahren habe. Marte glaubt das. Deshalb geht der Klassenleiter davon aus, dass das 9:2 Bestand hat. Der Grund: "Weil hatte eine von mir genehmigte Aufstellung, die haben wir geändert, aber Weil hat davon keine Kenntnis haben können." Marte hofft, dass die Geschichte im Sand verläuft, denn "bislang ging bei mir noch kein Einspruch ein". Das kann sich schnell ändern."
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