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Alt 03.02.2006, 09:46
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AW: Die Zukunft der Sportart Tischtennis

Hallo Bernd,

vielen Dank für Deine interessanten Informationen und Ansichten.

Zum Thema Regeländerungen:
Ich finde, dass die Änderungen beim Thema „Satz bis 11“, „Aufschläge 16 cm hoch“ (also: gute sichtbar) gut waren, der „40mm Ball“ hat m.E. nicht den gewünschten Effekt gebracht, aber auch nichts dramatisch versaut, ist also m.E. akzeptabel.

Zur Mannschaftsstärke:
Es war mir schleierhaft, wie eine Diskussion um 3er-Mannschaften sich bereits in einem solchen Stadium befinden kann. Die Basis wird doch hier total vernachlässigt.

Den Profis kann ich es durchaus nachvollziehen, dass sie ihren Job ohne zuviel „lästige Konkurrenz von unten“ sichern wollen, denn sie befinden sich ja bereits im erlauchten Kreis der Bundesligisten. Denen kommt eine Reduzierung doch zugute (sorry, Stefan, Peter & andere Profis, aber hier habe ich als interessierter Zuschauer eine andere Ansicht als Ihr).

Für mich steht die Glaubwürdigkeit der Sportart Tischtennis zur Debatte und das über Bord werfen der beiden Grundpfeiler (Satz bis 21, Bälle 38 mm) ist doch bis heute nicht in die Köpfe der normalen „nicht Tischtennis spielenden“ Bevölkerung gedrungen. Alleine an meinem Arbeitsplatz denkt man bei Tischtennis an Ping Pong und Rundlauf, der Satz geht bis 21, es gibt einen 2-Satz-Sieg, bei 11:1 oder 9:0 ist vorzeitiges Satzende ! Das ist heute noch deren Wissensstand !

Und da wundern sich die TT-Funktionäre, wieso TT nicht im Fernsehen erscheint ???

Mich wundert dies nicht ! Der deutsche Tischtennisbund und die Landesverbände sollten vielleicht mal über die Medien dafür sorgen, dass zunächst einmal das aktuelle Regelwerk ins Bewusstsein der breiten Bevölkerung kommt. Damit schafft man Interesse und vielleicht das Bedürfnis, mal „so etwas anzuschauen“.

Das geht aber nicht mit Bundesliga 3er-Mannschaften, sondern über interessante Turniere.
Tischtennis ist ein EINZELSPORT und wird es auch immer bleiben, genauso wie Tennis ein Einzelsport ist.

Dem Tischtennis fehlt ein Wimbledon und Melborne, aber nicht die Bundesliga-3er-Mannschaft. Oder geht Ihr zu einem Tennis-Bundesligaspiel bzw. seht Ihr im Fernsehen Tennis-Bundesligaspiele ??

Der Trick liegt also darin Austragungsstätten mit Mythos-Charakter zu kreieren und -vielleicht- ein „Tennis-ähnliches“ System zu schaffen (andererseits frage ich mich, ob wir alles vom Tennis kopieren müssen ?).

Die Funktionäre scheinen Geld und Profit(um) zu favorisieren. Gut, warum nicht ? Aber dann bitte über die Turniere und nicht über die Bundesliga. Und somit auch bitte nicht über eine Reduzierung auf 3er-Teams.

Zusatzbemerkung:
Tennis hat es auch ohne das Fernsehen lange gegeben, nur hat man dort lange Traditionen gepflegt und dies im TV später entsprechend vermarktet. Boris Becker war der WINNER für das deutsche Tennis, Steffi Graf folgte sozusagen parallel dazu. Aber auch vorher wurde „Wimbledon“ schon im Fernsehen übertragen, auch ohne deutsche Stars. Tennis hat halt –ähnlich dem Golf- den Charakter der High Society und des Reichtums. Das wird Tischtennis als „Tennis für Arme“ nie erreichen können. Daher denke ich mal „kopieren zwecklos“.

Mein Fazit:
„Kultstätten“ schaffen und Inszenierung von „Master-Turnieren“, das könnte vielleicht etwas bringen. Bundesliga 3er-Mannschaften: forget it!


Ciao
Norbert

Geändert von Nosti49 (03.02.2006 um 09:51 Uhr)
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