
04.02.2006, 16:57
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AW: PTTV und sein Armutszeugnis
Nachfolgend der Bericht. Allerdings halte ich Diesen für sehr schlecht recherchiert (da man meinen könnte, dass nur 1 Platz zu vergeben wäre. Und, na ja, wenn man den Sascha Gemar nicht mitnimmt, isses ja nicht so schlimm ("Sascha, das ist jetzt ironisch gemeint, nicht gleich wieder aufregen"). Fakt ist aber, dass es 3 Startplätze sind und insofern werden Gemar, Pfannebecker, Stadler/Becker nicht nominiert. Mit diesen Facts würde der Bericht einen etwas anderen Klang bekommen.
Nachfolgend der Rheinpfalz-Bericht
Nicht die Besten im Südwesten
TISCHTENNIS : Der Pfalzmeister taugt offiziell nicht für höhere Aufgaben
Von unserem Redakteur
Markus Clauer
Im Diskussionsforum auf der Netzseite des pfälzischen Tischtennisverbandes ist normalerweise nicht sehr viel los. Manchmal wird jemand beglückwünscht, oder ein Termin nachgefragt. Geplänkel. Seit ein paar Tagen allerdings ist die Homepage Datenautobahn. Genauer, seit dort bekrittelt wird, dass der Pfalzmeister im Herren- Tischtennis , Sascha Gemar vom WTTV Ramstein, nicht für die Südwestdeutschen Meisterschaften am 11. und 12. Februar in Bous nominiert worden ist - „weil er eh keine Chancen hat', wie es anfangs bei den Netz-Diskutanten flapsig hieß. Die Szene ist in Aufruhr. Sascha Gemar selbst schreibt unter www.pttv.de: „Eine absolute Frechheit". Von anderer Seite ist von Blamage die Rede. Bernhard Ilchev sieht das nicht so.
Ilchev ist Vizepräsident Sport des Pfälzischen Tischtennisverbandes, Ex-Bundesliga-Spieler, aktuelle Nummer eins beim Regionalligisten TTF Frankenthal. Ein Mann mit anerkannt großen Meriten bei der Reform des Sportlichen im Verband. Und er ist derjenige, der alleine über Gemars Nichtberücksichtigung entschieden hat. Er darf das: entscheiden, qua Amt und offenbar auch im Nachhinein von Pfalzmeisterschaften - auch wenn deren Wert jetzt in Frage steht.
Warum er so entschieden hat, formuliert Ilchev mit ungerührter Lakonie: „Gemar ist kein leistungsorientierter Spieler." Nachfrage, was das heiße? Antwort: Ein leistungsorientierter Spieler sei einer, der seine höchstmögliche Spielstärke erreichen wolle, und über längere Zeit Trainingsfleiß und Motivation erkennen lasse. Biegungsfreie Kriterien sind das nicht.
Gemar jedenfalls gilt seit Jugendtagen als überragendes Talent. Er ist die Nummer 163 der Deutschen Rangliste und hat schon öfter auf Südwestebene und bei den Deutschen Meisterschaften gespielt. Sein Verein, der WTTV Ramstein, setzte den 27-Jährigen sporadisch in der Zweiten Liga ein. Gemar schreibt im Internet: „Also mehr Leistungssport geht wohl nicht mehr." Sascha Gemar, um auch das nicht zu verschweigen, neigt an der Platte bisweilen zum Exzentrischen, was einigen nicht so sehr gefällt. Manche meinen deshalb, dass Ilchev, bei Turnieren bisweilen sein Doppelpartner, nicht gegen den Pfalzmeister als Teilnehmer der Südwestdeutschen Meisterschaften entschieden habe, sondern gegen Gemar. Ilchev bestreitet das.
Keiner der besten pfälzischen Tischtennisspieler, sagt der Defensivstratege, und meint sich mit, habe bei den Südwestdeutschen Meisterschaften „eine Chance" - selbst wenn diese auch nicht mehr das seien, was sie einmal gewesen wären. Nachfrage: Also hätte er auch seine Frankenthaler Mannschaftskollegen Frank Pfannenbecker (der zweiter Pfalzmeister wurde) oder Fredrik Stadler (Dritter) nicht für höhere Aufgaben nominiert. Antwort: Nein. „Ordentliche Hobbyspieler" nennt Ilchev die Besten in der Pfalz.
Man kann das so sehen, es hängt ganz von der Perspektive ab. Vielleicht ist die Nichtnominierung von Gemar ja auch eine erzieherische Maßnahme, die ins Allgemeine tendiert. Für nächstes Jahr jedenfalls hat Ilchev ein Konzept zur Elitenförderung angekündigt, dass dem pfälzischen Tischtennissport wieder aufhelfen und zu den Südwestdeutschen Meisterschaften bringen soll. Dieses Jahr aber klingt sein Klagen noch ein wenig nach Bertolt Brecht, der den Regierenden einst empfahl, sich ein neues Volk zu wählen. Im Saarland jedenfalls sieht es offenbar anders aus. Für den Nachbarn treten, auch weil die Pfalz ihren Startplatz zurückgegeben hat, gleich fünf Herren bei den Südwestmeisterschaften an. Die Nummer zwei in der saarländischen Rangliste (in Deutschland Platz 82) ist übrigens Christoph Brubach. Er stammt aus Bruchweiler, Pfalz.
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