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Alt 14.02.2006, 11:32
wolfgang10 wolfgang10 ist offline
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Post Feuchtigkeit im Holz

Die Feuchtigkeit eines Holzes hängt generell von der Luftfeuchtigkeit sowie der Temperatur des Holzes ab. Wird das Holz erwärmt, so verdunstet das Wasser an der Oberfläche des Holzes aus den Poren und zwischen den Fasern heraus und die Randbereiche werden trockener als das Innere des Holzes. Im Laufe der Zeit wird die Feuchtigkeit von innen nach außen nachziehen. Das läuft aber sehr sehr langsam ab, viel langsamer als in einem feuchten Blatt Papier oder bei feuchtem Stoff.
Wer im Sommer Bäume fällt und deren Stämme zersägt, um daraus Brennholz zu gewinnen, wird das Holz erst eine gewisse Zeit (monatelang) lagern müssen, damit dieses an der Luft seine Feuchtigkeit (vom Baumsaft stammend) an die Luft abgibt. Wer Holzmöbel herstellt, kauft Holz in Form von Balken und Brettern und wird dieses Holz erst einmal erwärmen, um die restliche Feuchtigkeit aus dem Holz zu entfernen. Dabei verzieht sich das Holz, da manche Bereiche trockener und manche feuchter sind. Um dieses spätere Verziehen zu verhindern (also bei den fertigen Möbeln), wird es vor der Herstellung des Möbelstücks künstlich herbeigefürt, indem die Feuchtigkeit im Ofen durch die hohe Temperatur ausgetrieben wird. Später reicht die normale Luftfeuchtigkeit von 60% bis 70% in Mitteleuropa nicht aus, um dem Holz soviel Feuchtigkeit zu verleihen, dass sich das Möbelstück verzieht. Frage mal in einer Möbelfabrik oder beim Schreiner um die Ecke nach.
Der TT-Schläger nimmt beim Spielen Feuchtigkeit über die Griffschalen auf, diese Feuchtigkeit dringt aber nur sehr langsam in das Holz ein. Nach dem Spielen wird die Feuchtigkeit wieder abgegeben, so dass sie wieder auf das normale Maß zurückkehrt. Dabei dürfte das Abtrocken an der Oberfläche schneller gehen als das Eindringen der Feuchtigkeit in tiefere Holzschichten (ich rede hier von Bruchteilen von Millimetern).
Hinsichtlich der Holzsorten gibt es bestimmt Unterschiede, mit welcher Geschwindigkeit und Kapazität Wasser durch das Holz aufgenommen und wieder abgegeben wird. Fachliteratur in der Stadtbücherei?
Behauptung: Ich glaube nicht, dass sich die Eigenschaften eines Holzes mit der Zeit wegen der Feuchtigkeit merklich verändern. Vielmehr spielt die Verleimung eine Rolle. Könnte es sein, dass der Leim "altert" und so seine Eigenschaften verändert? Hier müßte man bei den Holzherstellern oder wiederum beim gut ausgebildeten Schreiner nachfragen.
Es gibt harte und weiche Leimsorten, die sich wiederum auf das Schwingungsverhalten des Furniers = des Schlägerblattes auswirken. Sollten sich die Eigenschaften des Leimes über die vielen Jahre hinweg verändern, so könnte das auch die Veränderung der Schwingungseigenschaften des Holzes zur Folge haben. Sind diese so stark, dass sie die Spieleigenschaften des Schlägers merklich beeinflußen? Das kann man nicht messen, denn dann müßte ja jemand mit dem brandneuen Holz spielen, zehn Jahre warten und dann nochmal mit dem Holz spielen. Wer kann dann sagen, dass sich das Holz noch genau so spielt wie zu der Zeit, als es jung war?
Fazit: Würde mir weder über die Feuchtigkeit des Schlägerholzes noch über die Veränderungen der Spieleigenschaften über die Jahre hinweg größere Gedanken machen. Wenn es Veränderungen gibt, dann sind die schleichender Natur und werden vom Spieler nicht bemerkt.
Ausnahme beim folgenden Gedankenexperiment: man lagert das Schlägerholz durch einen Stein beschwert tage- oder wochenlang in Wasser, so dass es sich vollsaugen kann. Dann wird es sicherlich andere Eigenschaften haben, aber die Verleimung könnte darunter leiden.
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