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Alt 29.01.2002, 16:26
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Neustadt gegen Würzburg oder "Selters gegen Bier"

Der TTV Neustadt musste zum Rückrundenauftakt gegen Aufstiegsfavorit TTK Würzburger Hofbräu II die erwartete Niederlage hinnehmen. Zwar konnten die Aischgründer phasenweise mithalten. Mehr als der eine Punktgewinn war jedoch nicht in Reichweite. Allein Karsten Reiß konnte ein erneutes 0:9 wie schon in der Vorrunde verhindern.
In den Doppeln hatten die Neustädter gleich einen miserablen Start in das Spiel. Der Versuch mit dem neuformierten Einserdoppel Beliy/Hartmann ging gründlich schief. Die beiden konnten gegen die schwächer eingeschätzten Fan/Arendt nur im ersten Satz mithalten. In den Folgesätzen mussten sie jedoch Lehrgeld gegen das „Opferdoppel“ Würzburgs zahlen.
Ball/Rösner spulten gegen Reiß/Lipp ihr Pensum ab, während Borsos/Stock nur wenig tun mussten, um Greiner/Schoppel zu besiegen, da die Neustädter die Fehler zumeist ohne Not selber produzierten.
Revanche wollte der Ukrainer Yevgeniy Beliy an Benjamin Rösner für die Niederlage in Würzburg nehmen. In den ersten drei Sätzen nahmen sich dann die beiden Protagonisten nicht viel. Während Beliy wiederholt versuchte mit seinen Rückhandschüssen zu Punkten zu kommen, verlegte sich Rösner auf sein immenses Ballgefühl und zog sein Topspinspiel auf. Dass es jedoch in Zukunft immer schwieriger sein wird gegen Rösner zu gewinnen, liegt an der stetigen Leistungssteigerung des im Würzburger Tischtennisinternat unter professionellen Bedingungen trainierenden Nachwuchshoffnung. So war auch diesmal der junge Unterfranken wieder einen Tick besser als schon im Hinspiel, was ihm schließlich den Sieg einbrachte.
War Richard Hartmann gegen Andreas Ball im ersten Satz noch ohne Chance, zeigte er im zweiten Satz vorzügliches Tischtennis. Leider konnte er eine 10:6-Führung nicht zu einem Teilerfolg nutzen. Bei der Abwehr der Satzbälle zeigte sich das immense Potenzial Balls, der speziell durch clevere Platzierung seine Gegner nicht ins Spiel kommen lässt.
Karsten Reiß war es dann überlassen den Ehrenpunkt zu ergattern. Dafür bedurfte es einer Aufholjagd, lag er gegen Timo Arendt doch bereits nach Sätzen zurück. Bis Mitte des Entscheidungssatz waren die Kontrahenten noch gleichauf, ehe sich bei Arendt Nervosität breit machte. Hingegen blieb Reiß cool und verwandelte seinen ersten Matchball mit einem Rückhandtopspin. Nach schwachem Auftakt kam Philipp Greiner gegen den Chinesen Fan Dong im zweiten Satz besser ins Spiel. Seine Chance auf den Satzgewinn konnte er aber nicht nutzen und verlor in der Verlängerung. Im dritten Satz musste er wegen einer sich während des Spiels verschlimmernden Rückenverletzung aufgeben, auch um im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf nicht eine längere Verletzungspause zu riskieren.
Eine knappe Viersatzniederlage musste Günther Schoppel hinnehmen. In einer ausgeglichenen Partie gelang ihm nur ein Satzgewinn. Dies vor allem deshalb, weil er die sich zahlreich bietenden Chancen nicht nutzte. Dabei wirkte sich sein bestehender Trainingsrückstand aus. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Cornel Borsos zeigte sich unbeeindruckt von dem Materialeinsatz Wolfram Lipps. Der Routinier wusste immer die bessere Antwort und erzwang somit riskante Schläge Lipps, die nur selten ihr Ziel fanden.
Der Schlusspunkt wurde im Duell der Spitzenspieler gesetzt. Beliy stand hierbei auf verlorenem Posten. Auch in diesem Match wurde deutlich, dass die Würzburger mit ihrem Tischtennisinternat und der Zusammenarbeit mit dem bayerischen Verbandstrainer auf dem richtigen Weg sind, war Beliy in Würzburg noch im Stande Ball klar in Schranken zu halten.

Ergebnisse:
Beliy/Hartmann – Fan/Arendt 1:3
Reiß/Lipp – Ball/Rösner 0:3
Greiner/Schoppel – Borsos/Stock 0:3
Beliy – Rösner 1:3
Hartmann – Ball 0:3
Reiß – Arendt 3:2
Greiner – Fan 0:3
Schoppel – Stock 1:3
Lipp – Borsos 0:3
Beliy – Ball 0:3

Quelle: www.Regio-nah.de
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