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@Schindler,
Ich kenne die Einstellung von Torben und Karl Schlager.
Ich weiß auch, was ich persönlch gesehen habe. Z. B. anlässlich eines Länderspiels Deutschland-Ungarn 1970 in Kronau bei Heidelberg.
Da hat beispielsweisse Istvan Jonyer die beiden Deutschen Wilfried Lieck und Bernt Jannsen mit Powertopspins aus den Socken gefegt. Das waren Geräte, die in dieser Form auch heute noch die meisten Regionalligaspieler vor Riesenprobleme stellen würden.
Ich habe gesehen wie Surbek gegen Stellwag Topspin spielte und ihn lächerlich machte.
Ich habe bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe (ich glaube 1971) ein Spiel von Richard Fritz gesehen, bei dem beide Topspin gespielt haben wie die "Geisteskranken".
Es geht also. Was natürlich mit Frischkleben einfacher wird, ist mit diesem Spiel zu punkten. Und deshalb ist der athletische Anspruch beim Spiel ohne frischgeklebte Beläge wesentlich höher.
Letztes Jahr gab es in Bremen zwischen Fetzner und Syed so ein Spiel, bei dem der Zuschauer mal so richtig verfolgen konnte was Spielintelligenz bedeutet.
Da hat Fetzner seinen Gegner mit taktischem Ausspielen besiegt und nicht mit brutalem Powertischtennis. Solche Spiele gabs damals zu Hauf. Damals mussten eben die Punkte erarbeitet werden und nicht spätestens beim 5. Ball hop oder top gespielt werden. Das ist der Unterschied zum Spiel heute.
Da geht es auch nicht um die Topleute, sondern ums 2. Glied, die glauben ohne technische Hilfen nicht mehr spielen zu können.
Wie weit soll die Technik getrieben werden?
Soll in 10 Jahren ein Microprozessor im Schläger sitzen, der ständig das Spiel analysiert und den Schläger in seinen Eigenschaften anpasst?
Das Argument, das auch Torben Wosik gebracht hat, auch Tennis sei heute viel schneller als vor 20 Jahren, ist richtig. Nur eines wird unterschlagen: Die Spieler von heute sind konditionell auch weit besser drauf als vor 20 Jahren. Die Zeiten als im Tenniscircus jeden Abend in der Players Lounge der Bär los ist sind längst vorbei.
Steffi Graf hatte einmal gesagt, ihr Rezept ist ganz einfach, sie tue eben mehr für ihre Fitness als ihre Konkurrenz. Das haben mittlerweile im Tennis noch einige mehr begriffen.
Um noch einmal zum Thema zurückzukommen:
Dragutin Surbek senior kam Anfang der 70er Jahre nach Deutschland zum TTC Jägermeister Calw (Der Verein ging später konkurs). In der ersten Woche hatte er im Training eine ganze Bundesligamannschaft verschlissen und zwar jeden Tag einen anderen Spieler.
Heutzutage wird von vielen Spielern versucht mangelnde Fitness mit Frischkleben zu tarnen.
Noch einmal: Das gilt nicht für die Weltspitze wie z.B. der von dir erwähnte Werner Schlager und noch einige mehr.
Das gilt in meinen Augen für pseudoprofessionelle Spieler im 2. und 3. Glied.
Und was dahinter kommt: Für die gilt der Satz: "Man muss nur daran glauben".
Geändert von mh (30.01.2002 um 22:19 Uhr)
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