Hallo zusammen,
aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass eine Umstellung nahezu unmöglich ist.
Ich habe die Angewohnheit (schon seit der Jugend) bei VH und RH den Schläger anders zu halten. Dabei ist die Griffhaltung so extrem, dass ich mit dem RH-Griff kaum Vorhand spielen kann. Da man bei schnellen Ballwechseln nicht mehr umgreifen kann bedeutet das für mich, dass ich mich in Ballwechseln entweder auf die VH oder RH ausrichte. Gegen Konterspieler, die Rechts-Links im Wechsel spielen habe ich immer schlechte Karten.
Eines Tages dachte ich mir mal: Du musst Dir eine Griffhaltung (die normale Shakehand-Griffhaltung) zulegen, bei der Du nicht mehr umgreifen musst. Ich spielte von da an im Training und Wettkampf mit dieser Schlägerhaltung. Ich kann nur sagen es war eine furchtbare Zeit. Ich habe alles verloren, und Training mit mir war auch kaum noch möglich, da ich sehr viele Fehler (kein Ballgefühl und kaum noch Kontrolle) machte.
Nach 2-3 Monaten hatte ich die Schnauze voll, und spielte meinen "alten Stiefel" wieder runter. Mit Erfolg.
Im nachhinein kann ich nur sagen, dass es nicht ausgereicht hatte die Schlägerhaltung zu ändern. Es wäre eine andere Beinarbeit und Stellung zum Ball notwendig gewesen um halbwegs erfolgreich zu sein. Das zu ändern käme dem Neuerlernen des TTs gleich.
Was ich damit sagen möchte:
Hat man sich über zig Jahre hinweg eine falsche Technik angewöhnt, ist nahezu unmöglich die korrekte Technik zu erlernen. Eine Umgewöhnung dauert sicherlich mehrere Jahre, doch wer ist schon bereit jahrelang nur noch zu verlieren, um danach vielleicht ne Klasse höher spielen zu können. Entweder bringt die neue Technik sofort Erfolg, oder sie wird wieder beiseite gelegt.
Bei Leuten die schon länger als 10 Jahre TT spielen wird man deshalb nicht erreichen können, dass sie ihre (schlechten) Angewohnheiten sein lassen, weil sich die Verbesserung nicht sofort einstellt.
MfG
Stephan