Nach einer längeren postalischen Irrfahrt hatte ich jetzt auch endlich Gelegenheit, den lang erwarteten Palio ox auf meinem Schläger heimisch werden zu lassen. Dies ist zwar nur ein erster Eindruck bzw. Bericht nach einem immerhin 5 Stunden langen Trainingsabend, aber trotzdem: Der Palio ist die fieseste, gemeinste, ekelhafteste Drecksnoppe, die ich kenne - wobei bisher hauptsächlich Chinanoppen gespielt und insbesondere die Neubauers noch nicht getestet habe.
Ich habe zuvor einen 837 premium 2000 ox auf der RH gespielt und wie gesagt jetzt den Palio. Am Donnerstag habe ich nach einer Umstellungszeit von weniger als einer halben Stunden ein Match gegen einen starken Jugenlichen (Jugend-Verbandsliga, nächste Saison bei den Herren) gespielt. Der Gute hat auf der VH und der RH einen ordentlichen Topspin sowohl am Tisch als auch aus der Halbdistanz und ist mit guten VH-2-Phasen-Aufschlägen ausgestattet.
Mein Schläger:
RH: Palio ox schwarz
VH: Innova Ultralight 2.0 frischgeklebt
Holz: Stiga Jubiläumsholz konkav
Um es kurz zu machen: Das war kein Spiel mehr, das war ein Massaker. Die ganze Sache endete in knapp zehn Minuten in drei Sätzen für mich 11:3, 11:5, und 11:2.
Im einzelnen (hierbei fließen noch andere Spiele ein, aber der o.g. Gegner war der spielstärkste):
Block auf Topspin: Ohne viel Schnickschnack - einfaches Hinhalten - tödlich

Nachziehen war praktisch unmöglich, die Bälle verhungerten im unterten Drittel des Netzes.
Druckschupf: abartiges Geflattere bei absoluter zuverlässiger Plazierbarkeit. Etwas langsamer als der 837 premium w2k, aber dafür kontrollierter.
lange Abwehr: mit langsamen langen Bewegungen auf Topspin: da kommt nichts wieder

Mit kurzer Hackbewegung wird der Ball ggf. sehr schnell und allein deshalb gefährlich. Je nach der Intensität der Unterschnitt bewegung konnte ich die Bälle entweder sehr flach oder etwas höher über das Netz spielen. Diese Bälle eierten stark und fielen zum Teil senkrecht herunter.
Aufgefallen ist mir, daß alle Bälle ohne große Probleme bis ans Ende der Platte plaziert werden konnten, und zwar so, daß die Gegner schon dachte, der Ball geht drüber. Er kam aber im letzten Moment dann doch noch. Der Überrraschungseffekt war nicht von Pappe.
gehobene Bälle: sehr einfach und sehr kontrolliert zu spielen, ordentlicher Flattereffekt. Ein Ball war so extrem, daß ich ihn hier beschreiben will:
Mein Spielpartner machte einen sehr guten langen Seitunterschnittaufschlag. Block oder Druckschupf ging irgendwie nicht mehr, also mußte ich von unten heben. Nach dem Treffen des Balls ging dieser so eng über das Netz, daß kein Blatt Papier mehr drunter gepaßt hätte. fiel unmittelbar nach dem Überqueren des Netzes nach unten bis auf etwa 3 cm über der Platte und bewegte sich auf den Gegner zu. Dieser machte sich daran, den Auftreffpunkt richtig zu antizipieren und bereitete sich auf den Rückschlag vor. Unmittelbar - vielleicht 10 cm - vor seinem Schläger machte der Ball einen Schlenker nach rechts am Schläger vorbei und setzte nebem dem Schläger auf der Platte auf. Einfach pervers...
Angriff: Ich konnte sowohl mit einer langen Topspin-Bewegung angreifen als auch mit einem kurzen Schlenker aus dem Handgelenk die Bälle sauber in die Ecken mit unterschiedlicher Geschwindigkeit plazieren.
Mein Fazit: Ich werde beim Palio bleiben, dessen Möglichkeiten ich sicherlich noch nicht ausgereizt habe. Hatte ich zuvor schon den 837 Premium 2000 für gefährlich gehalten, ist dieser Belag im Vergleich zum Palio - jedenfalls für mich - fast schon harmlos zu nennen.
Gruß, Volkmar