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AW: Wie viel Spaß im Anfängertraining ist sinnvoll???
@tt753 sehe so ziemlich das Meiste genau so wie Du und auch Che-Man spricht ganz wichtige Dinge an.
@ Benjy : haben Deine zu Trainierenden ein "schwieriges" Alter (sind die etwa mitten in der Pubertät so zwischen 13 und 17?).
Allgemein :
es ist auch sehr wichtig, wie ich den Kindern/Jugendlichen begegne. Rede ich von oben herab oder entwerte ich sie sogar, dann haben die keinen Spaß und ich auch nicht. Das Training sollte der Gruppe angepasst sein.
Natürlich ist das in erster Linie ein Tischtennisverein, doch denke ich, dass man auch viele fachübergreifende Tätigkeiten einbauen müsste, um die Kids bei der Stange zu halten. Die Zeiten, in der nunmal nur Mathe im Matheunterricht gelehrt wird, ist vorbei. Heutzutage wird viel miteinander verknüpft. Hockey ist z.B. gut für die Kondition und auch für die tiefe Grundstellung. Wir müssen als Trainer auch über den Tellerrand hinausschauen und die Kids motivieren. Welches Kind kann denn schon etwas mit der Bundesliga im Tischtennis anfangen? Wir können nur vermitteln, was die Kinder in ihrer Freizeit aufnehmen möchten und können ist ihnen überlassen. Das Training muss abwechselnd gestaltet werden (nicht monotones Warmlaufen, ich finde bei monotonem Warmlaufen hat sich der Trainer zu wenig vorbereitet, denn es gibt Bombenspiele, die eben ein monotones Warmlaufen nicht benötigen und die gleiche Wirkung haben. Nein, eine bessere Wirkung, weil ein Spiel mehr Spaß macht als dieses Warmlaufen, zudem fördert es das Vereinsleben und den Gemeinschaftssinn, schafft Vertrauen und arbeitet gleichzeitig an der Koordination (je nach Spiel nunmal)). In unserem Verein macht sogar den "Größeren" und "Älteren" sogar richtig kindische Spiele noch Spaß, weil diese Spiele eben auch einen Nervenkitzel haben, die auch die Älteren noch ermuntern. Bei Warmlaufen oder Dehnübungen sollte eine genaue Begründung vorliegen, weil die Kinder meist keine Begründung dafür wissen, weil es eben einfach "doof und langweilig" in ihrer Sicht ist. Bei uns wir auch Niemand zu etwas gezwungen und die Kids können mit den Trainern über alles reden. Und mit alles meine ich wirklich alles. Fachübergreifend werden auch erlebnispädagogische Spiele integriert. Ein Mal im Jahr gibt es eine Freizeit über fünf Tage (meist Zelten) mit erlebnisreichem Programm. Als gegenzug gibt es auch das Angebot des Trainingslagers. Wir gehen mit den Jugendlichen im Winter Iglu bauen und schlafen darin. Anspruchsvolle Radtouren und Grillieren usw. Muss allerdings auch bestätigen, dass es dafür auch eine pädagogische (zumindest Grund-)ausbilung braucht. Schon alleine um Rechte, Pflichten usw. zu kennen. Das kommt bei der Trainerausbildung meines Erachtens auch deutlich zu kurz. Ebenso wie Psychologie.
Zusammengefasste Gedanken von mir :
- ich habe meine Vorstellung, wie ein Training bzw. die Mitgliedschaft in unserem verein auszusehen hat. Diese Vorstellung lege ich der Vorstandschaft, den Kindern und dann den Eltern dar.
- es wird darüber gesprochen und man einigt sich auf ein Schema.
- die Kinder müssen vor Aufgaben, die sie nicht gerne machen eine Begründung bekommen, weshalb sie es machen
- Mitspracherecht der Kinder sollte gegeben sein.
- ein Bindeglied (Schüler- bzw. Jugendsprecher) zwischen Trainer und Schüler/Jugendlichen
- Kummerkasten
- die Kinder müssen nicht nur gefördert werden in der Leistungsstärke, sondern auch ihre persönlichen Stärken sollten gefordert werden. Einer kann gut sprechen (Schüler-/Jugendsprecher), einer kann gut organisieren (Mitorganisator bei Freizeiten usw.), einer kann gut kochen (kocht bei Vereinsmeisterschaften oder ähnlichen Tagesaktionen), einer kann gut führen (Mannschaftsführer), usw. usf. so gibt es bei uns ganz viele Ämtchen, die den Kindern auch Werte vermitteln und wir nicht mit allen gleich und pauschalisierend umgehen.
Der eine braucht mehr Aufmerksamkeit, der andere weniger. Der eine will mehr gefördert werden, ist ehrgeiziger, der andere weniger. Ist Jemand "nur" talentiert, so wird er nicht zum Training gezwungen.
So haben wir auch Bastler in unserem verein, die für den kompletten Verein Schiritische gebastelt haben. So haben wir kreative Kinder, die für uns ein Logo entwickelt haben, welches auf unseren Freizeitshirts zu sehen ist.
Natürlich läuft auch bei uns nicht alles glatt und auch ich mache viele Fehler! Ganz bestimmt! Die Kids sind sicher auch mal wütend auf mich und auch andersrum kommt das vor. Das ist menschlich. Aber ich werde die Kinder zu nichts zwingen, nur weil ich möchte, dass sie weiter oben spielen. Denn Ruhm, fällt für den Trainer eh nicht ab, letztendlich spielen die Kinder/Jugendlichen und nicht wir.
Wenn Jemand, der in den Verein kommt und mit meiner Darstellung, wie die Mitgliedschaft bei uns aussieht nicht einverstanden ist, dann sage ich auch offen und ehrlich, dass es keinen Sinn hat bei uns mitzuwirken. Doch das kam in meiner 11 jährigen Laufbahn noch nie vor, da Kinder für Spaß und Toleranz immer zu haben sind.
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