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Chen Qi (CHN)
Nachdem Qiu Yike juengst wegen x-maligen Disziplinverstoss ein Jahr Sperre bekommen hat und von der ersten in die zweite Nationalmannschaft degradiert worden ist, droht nun Chen Qi ein aehnliches Schicksal.
Anlass dafuer ist Chens oeffentlichen Wutanfall beim Asienpokal am vergangen Wochenende in japanischen Kobe. Im Finale gegen Wang Hao verlor er das Faden in seinem Spiel, wurde immer schlechter und gab am Ende praktisch widerstandslos und voellig genervt auf. Nachdem er beim letzten Punkt den Ball einfach irgend wohin geschlagen hat, schuettelte er fluechtig die Haende mit dem Gegner und den Schiedrichter, ging dann zu seinem Stuhl, knallte seinen Schlaeger auf dem Boden und trat dann kraeftig auf den Stuhl ein.
Das japanische Publikum vor Ort war entsetzt und reagierte mit Pfiffen und Buh-Rufen. Da es das Herrenfinale war, war natuerlich alle Aufmerksamkeit auf Chen gerichtet. Der japanische Oberschiedsrichter kuendigte sofort an, den Vorfall an den asiantischen Verband zu melden.
Das chinesische Trainerstab und die Verbandsfuehrung ist jetzt voellig aussser sich angesicht dieser Gelegenheit. Denn Tischtennis ist in jeder Hinsicht das Vorzeigersportart in China, noch nie in den ganzen Jahrzenten hat ein Spieler - oder eine Spielerin - sich selbst - und damit auch die gesamte Nation - derartig in der Welt blamiert. Chens Vergehen ist sofern beispielslos, dass die Geschichte nicht mannschaftsintern und noch nicht einmal landesintern, sodern vor internationaler Oeffentlichkeit abspielte.
Der Strafmass dafuer ist zunaechst unbekannt. Aber es wird nicht milde fallen. Sogar das Trainerstab - allem voran der Cheftrainer Liu Guoliang, der uebrigens nicht mit nach Japan gereist war - hat gegenueber dem chinesischen Verband Bestrafung fuer sich - d. h. fuer die Trainer - beantragt, weil man eine Teilverantwortung tragen moechte. Fuer Chen koennte diese Sache desastroes enden, denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer permanenten Rausschmiss aus der Nationalmannschaft gering ist, ist seine Teilnahme an der WM in Bremen im jeden Fall ernsthaft gefaerdet. Moeglicherweise kommt sogar der asiatische Verband dem chinesischen Verband zuvor und verhaengt seinerseit eine Sperre.
Qiu Yike und Chen Qi galten schon seit laengerem als die disziplinslosesten Spieler in der chinesischen Mannschaft. Viele glauben, sie haben aufgrund ihres jungen Alters nicht gelernt, richtig mit ihrem durchschlagenen - und auch aus eigener Sicht unerwarteten - sportlichen Erfolg umzugehen. Dass die beiden nun hintereinander "gefallen" sind, ist wohl kaum ein Zufall.
Geändert von henrypijames (06.03.2006 um 01:39 Uhr)
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