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AW: Bayernliga Nord 2005/2006
@ZZ
u gleichmal ein guter Bericht von Hip:
TT-Bayernliga Nord: SB Versbach – TV Hilpoltstein II 7:9
(mu) - Fast elf Stunden dauerte der Ausflug der zweiten Tischtennis-Mannschaft des TV Hilpoltstein in den Würzburger Stadtteil Versbach am Samstagabend. Doch trotz langer Fahrt durchs Schneegestöber hatte sich dieser am Ende vollkommen gelohnt. Gegenstand der Reise war nämlich das Gastspiel der TV-Cracks beim dort ansässigen Bayernliga-Spitzenreiter, SB Versbach gewesen. Und wie schon in der Vorrunde brachten die Gäste dem Team um Spitzenspieler Stock eine sensationelle 7:9-Niederlage bei.
Versbach hatte zwar noch Glück im Unglück, da auch die Verfolger erneut patzten und sie so zumindest ihren Spitzenplatz nicht abgeben mussten. Doch sie konnten andererseits die große Chance nicht nutzen, frühzeitig für klare Verhältnisse an der Tabellenspitze zu sorgen. Die Liga wird dem TV Hilpoltstein danken, schließlich dürfte der Aufstiegskampf nun wohl erst an den letzten Spieltagen entschieden werden: gleich vier Teams sind nicht mehr als zwei Zähler voneinander getrennt. Viel mehr als über das weiterhin offene Aufstiegsrennen freuten sich die TV-Cracks aber natürlich über die Tatsache, erneut zwei wichtige und zudem uneingeplante Punktgewinne verzeichnet zu haben. Denn mit nun 13 Zählern liegt man beruhigende acht Punkte vor der Abstiegszone. Da die DJK Kleinwallstadt als derzeitiger Tabellenvorletzter zudem nicht einmal die Reise nach Effeltrich antrat am Wochenende, glaubt man erste Auflösungserscheinungen beim langjährigen Bundesligisten ausmachen zu können. Somit dürfte zumindest ein weiteres Jahr Bayernliga für die Hipper Zweitligareserve gesichert sein. Ganz entspannt zurücklehnen will man sich freilich erst, wenn der Klassenerhalt auch rechnerisch unter Dach und Fach gebracht wurde.
Die Begegnung am Samstagabend mutet vom Spielverlauf her wie eine Kopie des Hinrundenduells an: Versbach erwischte einen furiosen Start und ging schnell mit 3:1 sowie wenig später deutlich mit 6:3 in Führung – alles sah also nach einem klaren Favoritensieg aus. Doch mit fortwährender Spieldauer biss sich die Truppe um Kapitän Tobias Mulack immer mehr ins Spiel und egalisierte den Rückstand Punkt für Punkt. Die beste Phase der Gäste brachte diesen eine Fünf-Punkte-Serie, und sie gingen mit 8:6 in Führung. Den doppelten Punktgewinn perfekt machte dann endlich einmal das Hilpoltsteiner Schlussdoppel Seitz/Haubner mit einer tollen Vorstellung über Stock/Ahrend.
Zweifelsfrei bester Mann und Garant des Erfolges auf Seiten des TV Hilpoltstein war diesmal Florian Seitz. Am Anfang hatte er zwar noch zusammen mit Christian Haubner etwas überraschend das Eingangsdoppel gegen Riefling/Mohr verloren. Doch in den Einzeln zeigte der Aufschlagkünstler seine mit Abstand beste Saisonleistung. Zunächst ließ er in einem sehenswerten Duell zweier ehemaliger Regionalligaspieler Zenon Droszcz kaum einen Stich. Was er im Anschluss daran mit dem stärksten Spieler der Mitte, Abwehrspieler Riefling, veranstaltete, war aller Ehren wert. Dieser sah sich einem wahren Angriffsfeuerwerk von Seitz ausgesetzt und musste trotz toller Reflexe seine bislang deutlichste Saisonniederlage einstecken.
Ebenso zweimal erfolgreich war für den TV Hilpoltstein Tobias Mulack. Der Mannschaftsführer konnte zwar diesmal nicht wirklich glänzen, die entscheidenden Punkte machte er aber zuverlässig. Gegen Abwehrroutinier Mohr brauchte er eineinhalb Sätze Anlaufzeit, ehe er seinen Rhythmus gefunden hatte. Gegen den stets zwischen Welt- und Kreisklasse schwankenden Schwark stand er zwei Sätze lang auf völlig verlorenem Posten, ehe ihn sein Gegner mit einigen leichten Fehlern wieder ins Spiel kommen ließ. Diese Chance ließ er sich natürlich nicht entgehen, nach einer deutlichen Leistungssteigerung siegte Mulack letztlich noch sicher in fünf Durchgängen.
Jeweils eine deutliche Niederlage und einen ungefährdeten Erfolg brachten die Auftritte von Christian Haubner und Matthias Winkler im vorderen Paarkreuz. Gegen Spitzenspieler Stock hatten beide diesmal überhaupt keine Chance, schlichtweg zu hart und platziert waren die Topspins und überlegt gespielten Blockbälle der Versbacher Nummer eins gewesen. Dafür brannten beide ein wahres Offensivfeuerwerk ab gegen die junge Nummer zwei der Gastgeber, das schlampige Genie Ahrend. Christian Haubner besiegte diesen nach toller Vorstellung zunächst glatt in vier Durchgängen. Noch einseitiger verlief die Begegnung von Matthias Winkler gegen ebendiesen Gegner, mit seinen harten, zumeist parallel gespielten Blockbällen konnte der hochtalentierte Linkshänder ein ums andere Mal nichts anfangen.
Thomas Böhnle hatte wie schon in der Hinrunde Abwehrcrack Riefling „auf der Schaufel“. Doch ähnlich wie in der Hinserie, als Böhnle sogar einige Matchbälle ausgelassen hatte, konnte er die Früchte seines überlegten Spiels nicht ernten. Nach gutem, wenngleich phasenweise etwas zu verhaltenen Spiel, unterlag der Gymnasiallehrer mit zwei Punkten Unterschied im Entscheidungssatz. Noch besser, weil erfolgreicher verlief sein zweiter Auftritt gegen den Polen Droszcz. So verzweifelte sein Gegenüber förmlich an Böhnles risikoreichem und zielstrebigen Spiel, auch kämpferisch war dieser eine Klasse für sich.
Routinier Herbert Bauer hatte diesmal nicht seinen besten Tag erwischt. Gegen den prima aufgelegten Schwark machte er zunächst gar keinen Stich. Beim Stande von 8:6 hätte in seiner Begegnung gegen Mohr auch eine Eisenstange nicht mehr Gewicht gehabt als sein Schläger. Mehr und mehr verkrampfte der sympathische Linkshänder und unterlag doch etwas überraschend im Duell der Teamoldies.
So blieb es letztlich dem stark aufspielenden Schlussdoppel Seitz/Haubner überlassen, den Sack zum überraschenden 9:7-Sieg zuzumachen. Dies tat das Spitzendoppel der Gäste in bemerkenswerter Manier, die gewiss nicht schlechten Stock und Ahrend hatten sie dabei bis auf den vierten Satz stets klar im Griff. Am Ende war der Jubel im Lager des TV-Expresses groß. Busfahrer Ralf Schüssler, der auch im Schneegestöber stets den Überblick behalten hatte, war am Ende sichtlich mitgenommen von der extremen Spannung in einem fast vier Stunden andauernden Match. Doch der mehrfache Finisher bei Ironmen, dessen Bilder von der Besteigung des Kilimanjaro vor Kurzem um die Welt gegangen waren, hatte seinen ungewohnten Einsatz zu keiner Sekunde bereut.
Weiter geht’s am kommenden Samstag um 19 Uhr zum letzten Mal in dieser Saison an eigenen Platten gegen den Tabellenletzten Erlangen. Mit einem Sieg kann der TV Hilpoltstein hier auch die letzten noch bestehenden Zweifel am Klassenerhalt beseitigen.
cu at the beseitinging......
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The Kid
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