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Nochmal leichter Widerspruch, Outsider. Die 18 Punktspiele im Jahr sollte man nicht überbewerten - Turniere, Meisterschaften etc. halte ich für wichtiger, um Wettkampfhärte zu bekommen. Ich meine auch, eine Bilanz von 60 bis 80 Prozent Siege in den Punktspielen ist positiver, weil motivierender für einen jungen Sportler als eine Minus-Bilanz. Über Freude zur Leistung - das klappt besser als über Frust. Gewinnen ist schöner als verlieren.
Ich gebe Dir recht: Für den Felix Bindhammer ist die (dank Ausländer derzeit überaus starke) Regionalliga vorne genau richtig. Er hat jetzt das gute Spielverhältnis von 15:9 - Grund zur Freude und Ansporn genug, um noch besser zu werden. Der Michael Ziegler hatte in der Vorrunde dagegen in der Mitte ein deutlich negatives Spielverhältnis. Das hat ihn in wichtigen Spielen nicht selbstbewusster gemacht. Dennoch haben wir es (hoffentlich) geschafft, dass er in der Rückrunde - nach einer gewissen Anpassung an die starke Liga - wohl deutlich besser spielen wird.
Ein anderes Beispiel: Die Gebrüder Frisch waren zu ihrer Glanzzeit durchaus bayerische Spitzenklasse. Ohne sie wären wir niemals siebenmal hintereinander von der 1. Kreisliga bis in die Regionalliga aufgestiegen. Dabei haben sie fünf Jahre lang überhaupt kein Punktspiel verloren. Sie waren also mindestens fünf Jahre lang in Punktspielen unterfordert. Dennoch: Ohne sie, ohne ihr Vorbild, hätte es nie einen Rainer Schreiter beim Tischtennis gegeben (sondern beim Fußball) und auch keinen Felix Bindhammer - beide mehrfache bayerische und deutsche Meister. Ohne sie hätte es diese gesamte Tischtennis-Begeisterung in und um Hilpoltstein nicht gegeben - mit dem über die Jahre gesehen höchsten Zuschauerschnitt in ganz Bayern.
Ich meine also: Große Talente haben auch schon in jungen Jahren eine Vorbildfunktion. Die motiviert sie übrigens meistens mehr als eine Niederlage gegen einen stärkeren Gegner (Motivation durch Positiv-Erlebnisse). So bin ich denn sicher, dass die Angelina Gürz in Würzburg (trainingsnah) und Ochsenfurt (spielerisch) ebenso richtig aufgehoben ist wie die Carolin Frey (und andere in diesem großen Talentschuppen) in Wolframs-Eschenbach. Es gibt keinen "Königsweg" - auch hier führen viele Wege nach Rom.
Im übrigen halte ich unser aller Diskussion für recht fruchtbar - vor allem, weil es sich um einen ganz wichtigen (psychogischen)Aspekt unseres Sports handelt und weil wir dabei nicht in allem einer Meinung sind. Danke also für Eure (guten) Beiträge und danke, Dieter Gürz, dass Du diesen Thread eröffnet hast.
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