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Schön, lieber Paul, der Du ja wirklich viel Ahnung hast vom Tischtennis, dass Du antwortest und mitstreitest, wenn es darum geht: Wie wird aus einem Talent ein Spitzensportler?
Da fragen wir uns zum Beispiel: Kann aus dem großen Talent Felix Bindhammer einer werden, der vom und mit dem Tischtennis als Profi sein künftiges Leben gestalten und mit ca. 35 Jahren seine Existenz gesichert haben kann? Wir (Vernünftigen in Hilpoltstein)antworten mit Nein. Deshalb "duales System": viel Schule, viel Ausbildung, viel Tischtennis. Und wenn der Felix, was wir ihm alle wünschen, was aber nicht leicht sein wird, einen Platz in der Sportfördergruppe der BW bekommt, dann muss er ohnehin in ein Bundesleistungszentrum. Dort könnte er dann unter optimalen Bedingungen trainieren - und trotzdem in der Regionalliga vorne spielen. Bessere Gegner gibt's höchstens in der 1. Bundesliga hinten - wer kommt da regelmäßig dran: keiner - und in der 2. Bundesliga vorne. Allerdings ist es schwierig, da einen Platz zu bekommen, und so viel besser sind die Leute da auch nicht wie zur Zeit in der RL Süd.
Der Bastian Steger hat's richtig gemacht: Der hat - u.a. mit seinem Vater im Keller - viel trainiert und dann den Platz bei der Bundeswehr genutzt, um bei einem Bundesligaverein, der für so ein Talent auch offen war (Borussia Düsseldorf), viel zu lernen und das Gelernte auch in großartige Erfolge umzusetzen. Wenn das dem Felix gelingt, sind wir die Letzten, die ihn daran hindern.
Zurück zum "alten Schweden", Jan Ove. Möglicherweise war sein Wechsel ins Ausland wichtig für ihn und für seine Karriere. Aber erstens hat er das, was er in Saarbrücken gezeigt hat, als "immer Bester" in Schweden bei seinem Verein gelernt und zweitens hat er seine allergrößtren Erfolge dann erzielt, als er wieder in seine alte Heimat zurückgekehrt war.
Lieber Paul, Du hast mehrfach den Verein gewechselt. Das mag für Dich, teilweise, gut gewesen sein. Aber wie gesagt: Es gibt keinen Königsweg. Felix hat in seinem TV Hilpoltstein das geschafft, was vor ihm nur Timo Boll geschafft hat: Er hat die drei höchsten Schüler-Turniere Deutschlands innerhalb eines Jahres gewonnen. Auf diesem Erfolg darf und wird er sich nicht ausruhen. Aber er wird auch nicht den Fehler machen zu meinen, jetzt hat er mit seinem Sport seine Existenz gesichert.
Wir sind die Letzten, die dem Felix den Sprung in den Profi-Sport verbauen. Wir achten aber auch darauf, dass er - mit und ohne seinen Sport - "überleben" kann. Und - Spaß in seinem Leben hat.
Und wenn das den Machern - und Macherinnen - in Wolframs-Eschenbach gelingt und anderswo: Dann ist wirklich viel erreicht in einer Sportart, die mit über 700.000 aktiven Mitgliedern um öffentliche Anerkennung kämpft wie sonst keine. Helfen wir also alle zusammen, dass unser Sport nicht untergeht in der Gunst des Publikums. So sensationelle Entwicklungen wie in Wolframs-Eschenbach sind ja wahrlich geeignet, um die Öffentlichkeit auf unseren Sport aufmerksam zu machen.
Deshalb: Macht das in WE weiter so - lasst Euch nicht von irgendwelchen Zweiflern von Eurem Weg abbringen!
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