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Alt 14.03.2006, 10:49
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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AW: Haben Abwehrspieler bzw. Materialspieler eine Zukunft in hohen Spielklassen?

Lieber Herbert,

vielen Dank für Deine fachkundigen Ausführungen. Beiträge auf diesem Niveau machen das TT-NEWS-Forum und seine neue Rubrik "Time Out - die TT-NEWS-Gesprächsrunde" für viele Tischtennissportler höchst lesens- und beachtenswert.

Wie Du weißt, bin ich ein ziemlich alter und schlechter Abwehrspieler auf Kreisliga-Niveau. Dennoch versuche ich mich gegen Angreifer an zwei "Waffen" - manchmal sogar erfolgreich -, die Du überraschenderweise nicht erwähnt hast. Die eine ist der Vorhandschuss - nicht nur auf (in der Weltklasse relativ seltene) Schupfbälle, sondern auch auf Stopbälle und vor allem auf Topspins. Ein harter, kerzengerader Schmetterball (mit der Noppen-Innenseite), bei dem der Gegner nicht mal weiß, wohin der Ball kommt, ist mE ein probates Mittel, den Vorhand-Topspin des Angreifers zu entschärfen.

Auch der Rückhand-Schuss mit den Noppen kann dem Abwehrer zumindest in den unteren Klassen, wo es ja öfter mal auch langsamere Bälle des Angreifers gibt, gute Konter- und damit Stör-Chancen bieten, zumal der Schuss mit den Noppen nur schwer zu retournieren ist.

Das Drehen des Schlägers bringt sicherlich einiges, wenn man es beherrscht. Es bringt aber auch häufig, wegen der schwierigen Technik und des ungeheuren Konzentrationsaufwands, eine höhere Fehlerquote - je nach Tempo des Angriffsballs.

Nach den Ausführungen von Dir und Peter Franz wird aber allen deutlich: Je mehr Stör- und Angriffsmöglichkeiten der Abwehrer hat, desto größere Chancen hat er, aus der tatsächlich verlorenen "Materialschlacht" gegen die immer schnelleren Angriffsbeläge doch noch als Sieger hervorzugehen. Das gilt natürlich auch umgekehrt: Wer schon mal die "tödliche" Schnittabwehr eines Jan Ove Waldner von sechs Meter hinter dem Tisch live erlebt hat, wird diesen Schlag in seinem Tischtennisleben wohl nie vergessen. Der Gegner allerdings auch nicht .
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