Zitat:
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Zitat von mithardemb
@Mark Waldner
Was genau willst du denn jetzt eigentlich sagen? Wir schneiden hier so viele verschiedene Themen gleichzeitig an, daß es schwer ist über irgendwelche einzelnen Punkte zu diskutieren.
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Die Zukunft der Sportart Tischtennis wird eben von vielen Faktoren abhängig sein. Entsprechend ist eine Diskussion über all diese Faktoren eben schwierig und komplex. Dass diese Einflüsse zudem nicht strikt abgrenzbar sind, sondern auch voneinander abhängig, macht die Sache noch schwerer.
Um aber meine Meinung über dieses Thema kurz (im Verhältnis meinen bisherigen Äußerungen darüber) zusammenzufassen:
Es ist aus meiner Sicht garnicht nötig, die Ursache für die auf das Tischtennis zukommenden Schwierigkeiten beim Tischtennis selbst zu suchen. Wie gesagt, Badminton hat einen größeren "Ball" ist durch die größere Fläche und den langsameren Geschwindigkeiten optisch mediengerechter und sicherlich ähnlich spannend wie Tischtennis. Für die Medien Unsichtbares wie etwa der Spin oder verdeckte Aufschläge gibt es im Badminton nicht. Eine größere Präsens in den Medien hat Badminton jedoch nicht. Warum sollte man also die schnellste Sportart der Welt durch Veränderung von Technik und Regelwerk in Richtung Badminton verändern? Warum sollte man überhaupt das Risiko eingehen diese Sportart dadurch sogar noch kaputt zu machen. Kurz: Was ist wohl wichtiger? Dass es den aktiven Spaß macht, oder den Zuschauern? Beides zusammen funktioniert jedenfalls nicht, denn Tischtennis ist als schnellste Ballsportart der Welt einfach per Definition ungünstig für die Medien. Na und? Ich finde es gut so wie es ist. Mir reicht das. Unseren Funktionären jedoch nicht. Und auch hier stelle ich die Frage: Wer ist wichtiger? Wir, die Tischtennis spielen, oder die, die damit Geld verdienen wollen? Und ich meine damit nicht die Profispieler, die im Laufe ihres Lebens im Schnitt weniger raushaben, als manch ein Mittelstandsbeamter. Nein - ich meine die, die schon jetzt so richtig absahnen und noch immer nicht satt sind.
Ja es wäre toll, wenn man als Tischtennisspieler mehr davon im TV zu sehen bekäme. Wenn aber der Preis dafür sein soll, dass wir uns und den Sport ersteinmal verbiegen müssen um all den Anforderungen dafür genüge zu tun, dann verzichte ich gerne darauf. Mir macht Tischtennis auch ohne TV Spaß.
Der andere wichtige Punkt der Zukunft unserer Sportart ist natürlich der Nachwuchs. Meine Meinung dazu ist ähnlich: Es macht keinen Sinn, den Nachwuchs künstlich herbeizaubern zu wollen. Wer nicht willens ist, weitgehend selbständig das Angebot der Sportvereine wahrzunehmen und einfach aus sich heraus mitzumachen, dem ist diese Motivation auch nicht durch ums Maul geschmierten Kunsthonig zu entlocken. Um einen Sport auszuüben, bedarf es an eigenem Willen und nicht an Bereitwilligkeit. Wer mit viel Aufwand nach außen seinen Verein mit einem in dieser Form rekrutierten Nachwuchs bestückt, wird irgendwann verwundert feststellen, dass sich dieser nach und nach in Luft auflöst. Übrig bleiben nur die, die auch gekommen wären, wenn man gleich ganz auf jugendgerechtes Entertainment verzichtet hätte.
Zuguterletzt bin ich davon überzeugt, dass der Blick der Gesellschaft von all der Technik auf kurz oder lang wieder auf persönliche Stärken zurückfinden wird. Damit wird auch Sport und vor allem die Sportarten, in denen man sich messen kann (also auch Tischtennis) wieder stärker in das Bewußtsein rücken.
Fazit:
Dem Tischtennis geht es verhältnismäßig gut. Es ist nicht angebracht, in ähnlichen Aktionismus wie unsere Funktionäre zu verfallen und gravierende Änderungen daran vorzunehmen. Der zurückgehende Nachwuchs ist nicht Schuld der Sportart. Auch Kanufahrer und Bogenschützen werden ähnliche Effekte beobachten können und kaum auf die Idee kommen, das Kanu größer oder den Pfeil dicker zu machen.
Wir sollten wachsam sein, wenn uns irgendwo von oben etwas anderes eingeredet wird. Die Motive dieser Leute sind völlig abgehoben und haben mit unserer Motivation beim Tischtennis garnichts mehr überein.
Slogan:
2 fast 4 TV!