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Alt 15.02.2002, 17:36
Rahul Nelson Rahul Nelson ist offline
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@ Konstanze
"Meiner Meinung kann es nur mehr Trainerinnen im TT geben, wenn die Mehrheit der Trainer ihre weiblichen Kollegen ernster nehmen würde und in sportlichen Austausch mit ihnen treten würde! Meine Erfahrung besagt nämlich, dass wir Frauen oftmals, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, milde belächelt werden!"

Diese Erfahrung kann ich nicht nachvollziehen und halte sie auch, zumindest auf höherer sportlicher Ebene (ich kenne nur eine Trainerin, die an der Basis arbeitet, wohl aber etliche Trainer), für nicht zutreffend; im Gegenteil: Gerade hier erlebe ich die von Dir beschriebenen Tendenzen nicht, während in vielen anderen Bereichen (in zahlreichen Jobs, bei Diskussionen, beim Autofahren, in der Kneipe usw.) die Machos deutlich in Erscheinung treten.
Die Spielerinnen werden allerdings leider oftmals nicht annähernd so ernst genommen wie die Spieler. Die weit verbreitete Theorie, Frauen könnten nicht Tischtennis spielen, habe ich oft gehört; daß Frauen als Trainerinnen nicht taugen würden, nicht ein einziges Mal. Der DTTB (Eva Jeler) und einige seiner größten Mitgliedsverbände, der TTVWH und der TTV Niedersachen (Sabine Bötcher) sowie der Bayerische Verband (Lena Andersson, Marta Novotna) haben über Jahre hinweg Frauen in der Spitze ihres Trainerstabes beschäftigt: Auch dies paßt kaum in das von Dir skizzierte Bild.
Im übrigen halte ich Frauen in dieser Aufgabe auch nicht für besser oder schlechter geeignet als Männer und finde die von Dir im nachhinein als "provokant gemeint" bezeichnete Theorie nicht hilfreich, um Ursachenforschung zu betreiben.
Auffallend finde ich, daß es nicht nur zu wenig Trainerinnen gibt, sondern auch kaum Frauen, die als Funktionäre aktiv sind...
Männer und Frauen sind, so denke ich, nicht nur äußerlich völlig verschieden und weisen daher auch unterschiedliche Stärken und Schwächen auf. Jene Unterschiede in der Persönlichkeit zwischen den Geschlechtern (die übrigens auch dazu beitragen, daß Männer und Frauen so unterschiedlich Tischtennis spielen), die ich persönlich sehe, prädestinieren allerdings keines der beiden Geschlechter für den Trainerberuf.

Rahul

P.S.: Dieser Beitrag wirkt, so fürchte ich, recht humorlos. Nachdem ich mich aber nun rund 15 Jahre lang an den verschiedensten Fronten für Frauen im Tischtennis eingesetzt habe, kann ich über eine Frau, die sich ausgerechnet zu so einem Thema auf Macho-Niveau begibt, nicht lachen.
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