|
AW: Die Zukunft der Sportart Tischtennis für alle
Einen Fernsehmassensport kann man aus TT nicht machen. Aber alles so lassen, wie es ist, könnte eine gefährliche Sackgasse sein. TT verliert weltweit im Vergleich mit anderen Ballsportarten prozentual die meisten Mitglieder. Die ITTF sieht nicht nur Deutschland. Der Spruch von Aham Sharara: "Ohne Fernsehen sind wir tot", gilt zumindest für den Profibereich. Für Sponsoren ist nur die TV - Quote wichtig. Es wird immer den ein oder anderen Mäzen geben. Doch das reicht nicht. Schauen wir uns die Herren-Bundesliga an. Sie wird jedes Jahr schwächer, weil sich die Vereine kaum noch finanzieren können. Ohne Profis gibt es keine erfolgreichen Vorbilder. Langfristig hat dies gravierende Auswirkungen auf den Breitensport.
Die Identifikation mit den Spielern allein reicht im Tischtennissport nicht aus. Trotz der Erfolge eines Timo Boll haben wir noch nie so viele Mitglieder verloren, wie letztes Jahr. Der Laie am Fernsehschirm zappt weg, wenn TT kommt. Das Produkt TT besteht für ihn aus einer Aneinanderreihung leichter Fehler. Die kurzen Ballwechsel im Spitzenbereich kann, im Gegensatz zum Tennis, niemand nachvollziehen. Das Produkt ist für den Laien daher nichts wert. Bei den großen Events sieht es etwas besser aus. Die Tischtennisenthusiasten aus ganz Europa schalten ein. Das reicht für eine Fernsehquote, die eine Übertragung gerade noch rechtfertigt. Am Grundproblem ändert sich nichts.
Man kann über mögliche Gegenmaßnahmen streiten. Nicht jede Änderung wird Erfolg bringen. Nichts unternehmen wäre der größte Fehler.
Die Welt ist in allen Lebensbereichen voller Leute, die nie etwa ändern wollen, aber am lautesten schreien, wenn sie selbst durch die Folgen des Nichtstuns betroffen sind.
Geändert von Rudi Endres (17.04.2006 um 10:48 Uhr)
|