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Alt 25.02.2002, 02:22
sVeNd sVeNd ist offline
heißläufer
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Zitat:
Original geschrieben von holger
Und zur Homoehe sage ich mal gar nichts zu.
..und das ist auch gut so

aber nehmen wir mal an, stoiber gewinnt die wahl. was würde passieren? wahrscheinlich würde stoiber eine regierung der medienerfolge zu führen versuchen, das ist zumindest mein eindruck. er würde vermutlich die homo-ehe rückgnängig machen, deren schließung er in bayern bereits gesetzeswidrig verhindert, um zu zeigen, wie konservativ er ist und das er sowas nicht zulässt. Er würde der Wirtschaft wahrscheinlich ein bisschen (noch) mehr geld geben, vereinfacht ausgedrückt von den armen nehmen und den reichen geben. in der frage der regelung der zuwanderung wäre er gespalten zwischen den ökonomischen notwendigkeiten und der parteiideologie, das ergebnis wäre deswegen sehr interessant.

insgesamt habe ich doch nach den bisher im wahlkampf gemachten äußerungen ein wenig den eindruck, dass stoiber in den medien sukzessive versucht gemäßigter als bisher zu gelten. wo aber bleiben dabei die eigenen politischen überzeugungen? ist stoiber wie schröder ein oppurtunist ohne prinzipielle überzeugungen (mein eindruck), der dem "dummen Volk" das erzählt, von dem er denkt, dass es das hören will? Oder schlimmer, ist stoiber ein oppurtunist, der an etwas anderes glaubt, als er sagt? denn dass die bisher gezeigte gemäßigte haltung seine überzeugung ist, kann ich doch nach seinen etlichen jahren als bayerischer Ministerpräsident kaum glauben.

Was wäre also ein deutschland mit stoiber? es wäre auf jeden fall ein anderes, nationaler orientiertes, denn zu einer gemeinsamen europäischen währung hätte man stoiber wohl zwingen müssen, wenn es sie nicht schon gäbe. es wäre wohl ein unsozialeres deutschland. aber ich denke nach einigen (nicht unbedeutenden) werbeprojekten wie z.B. Zurücknahme der Homo-Ehe würde sich die politische praxis doch von der eines schröder kaum unterscheiden. und genau das ist es, was mich persönlich sehr stört: egal welche (etablierte) partei man wählt, einen wirklichen wandel, der nun wirklich mehr als überfällig ist, kann damit nicht eingeleitetet werden statt dringend notwendiger reformen gibt es nur einige kleine änderungen am bereits bestehenden, je nach der politischen überzeugung des an der macht befindlichen.

insgesamt muss ich doch sagen, dass mir ein berechenbarer, weil meist oppurtunistischer kanzler schröder zusammen mit den überzeugungen mitbringenden regulierenden grünen doch weit lieber ist als ein kanzler stoiber, über dessen politische Zielsetzung ich mir nur bedingt im klaren bin. abgesehen davon ist stoiber rechts von schröder einzustufen, was ihn für mich ohnehin unwählbar macht..
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republikaner sind faschisten
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