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Alt 20.04.2006, 23:58
D.G. D.G. ist offline
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AW: Wie geht es mit dem BTTV weiter?

Ich meine, man kann hier in einem öffentlichen Forum, das nicht nur für Vertreter von Mitgliedsvereinen des BTTV zugänglich ist, nicht verlangen, dass ein Präsidiumsmitglied hier die Abfindungssumme an T.M. veröffentlicht.
Nach Vereinsrecht muss zwar ein Vorstand auf Verlangen der Mitgliederversammlung Auskunft über den Stand der Geschäfte, worunter alle Vereinsangelegenheiten zu verstehen sind, geben. Außerhalb der Mitgliederversammlung ist ein Vorstand jedoch nach h. M. nicht einmal verpflichtet, einzelnen Mitgliedern Auskunft zu geben, erst Recht nicht Außenstehenden.

Gegenüber der Presse sieht dies etwas anderes aus. Arbeitsgerichtsverfahren sind in der Regel öffentlich. Schutzwürdige private Belange stehen der Auskunft über ein Urteil kaum entgegen. Jedermann kann ja an der Urteilsverkündung teilnehmen und sich über das Ergebnis informieren. Bei einem Vergleich ist das u.U. anders: Oft vereinbaren Parteien darüber ausdrücklich Stillschweigen. Über den Inhalt eines Vergleichs wird nur Auskunft erteilt, wenn ein legitimes Interesse der Öffentlichkeit dargelegt wird.
Selbst bei einer Gemeinde, die hinsichtlich der Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren anders zu beurteilen ist wie ein Verein oder ein Vereinsverband (der Bürgermeister muss nach Wegfall der Geheimhaltungsgründe
auch nicht öffentliche gefasste Beschlüsse bekannt geben) sind beispielsweise die konkreten Bezüge eines Mitarbeiters nicht für die Öffentlichkeit bestimmt
Grundsätzlich sollte aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit eines Verbandes gelten: Einen Kommentar in der Zeitung, der mit dem Satz endet: „Es bleibt der Eindruck, dass nicht alle Karten auf dem Tisch liegen und öffentliche Diskussionen gescheut werden“ – den sollte man sich als Verantwortlicher möglichst ersparen.
Der Anschein von Geheimniskrämerei, also Geheimhaltung, wo sie nicht vorgeschrieben ist, schafft immer Misstrauen, lässt Gerüchte wabern und bringt einen als Amtsträger unvermeidlich in eine Abwehr- und Rechtfertigungsposition. Ein offener – besser noch offensiver – Umgang mit Informationen schafft dagegen Vertrauen – Vertrauen und Akzeptanz bis dahin, dass das gezielte Recherchieren und das Bedürfnis, selbst nachzuforschen und Vermutungen anzustellen, viel von ihrem Reiz verlieren.
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