Zitat:
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Zitat von TCLo
DAS find ich auch total schwachsinnig - hat sich bestimmt irgendein Design-Fuzzi ausgedacht...ist das nicht für Abwehrer eher ein Nachteil, wenn man sich mit bestimmtem Abstand vom Tisch noch dieses Geleuchte und Geblinke anschauen muß?
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Das Problem ist nicht das Design an sich. Auch gibt es kein "Geblinke" das stört. Eigentlich finde ich (so wie die meisten anderen Topspieler) die Designtische als gute Idee das Tischtennis besser zu präsentieren.
nur...
Der Haken dabei ist: Es darf sich das Sprungverhalten des Tisches nicht wesentlich von dem gewohnten Ballabsprung ändern. Und wenn, dann muß man dafür sorgen, daß sich die Spieler auf die anderen Bedingungen einstellen können.
Einstellen bedeutet, daß man so lange auf dem Material trainiert, bis man den passenden neuen Balltreffpunkt verinnerlicht hat. Das ist vor allen für jene Spieler wichtig, die Nahe am Tisch stehen und versuchen mit aggressiven Bällen den Punkt zu machen. Denn, je später man den Ball spielt (je weiter man vom Tisch weg steht) desto eher kann man auf ein verändertes Springen des Balles reagieren (man hat mehr Zeit).
Man sollte also gleich darauf schauen, daß man den Spielern möglichst bekannte Sprungeigenschaften anbietet. Die Hersteller arbeiten da größtenteils hervorragend mit Topspielern zusammen.
Meiner Erfahrung nach ist hier in Bremen nicht der Tisch das Hauptproblem, sondern der Boden, auf dem er steht. Ich nehme an es ist unter dem Taraflex-Bodenbelag ein Schwimmparkett, der die Beinbewegungen der Sportler (z.B. auch das Aufstampfen beim Service) sehr bereitwillig an den Tisch überträgt. Die Platte beginnt zu Schwingen, der Ballabsprung ist unberechenbar.
d.h. unter den gegeben Bedingungen kann man sich auf den Ballsprung nicht einstellen, da, je näher man am Tisch steht und je mehr man sich bewegt, er mehr beeinflußt wird.
Das kann man auch daran sehen, daß es relativ schöne lange Gegentopspin Ballwechsel gibt. Versucht man dagegen am Tisch aggressiv zu Spielen treffen die Spieler den Ball entweder gar nicht, oder mit der Schlägerkante.
Einfach mal beobachten!
In der zweiten Spielhalle stehen die gleichen Tische, nur mit anderem (ein wenig stabilerem) Untergestell auf einem Holzboden, der direkt auf den Betonhallenboden aufgelegt wurde (also nicht "schwimmend"). Dort kennt man keine Probleme mit dem Ballabsprung.
Die Spielbedingungen sind im allgemeinen eine Spur schneller als in der Haupthalle.
Leider kann man sich in der Haupthalle so gut wie gar nicht einspielen.
d.h. nach jedem "Einspielen" in der Nebenhalle muß man sich auf langsamere Spielbedingungen wieder umstellen, was den Spielern unterschiedlich gut gelingt.
Bei so einer Großveranstaltung ist ein in jeder Spielhalle gleiches Spielerlebnis natürlich nicht einfach zu erreichen, aber nicht unmöglich.
Für die erfolgreiche Präsentation unseres Sportes jedoch unbedingt notwendig.
Deswegen habe ich mich heute morgen mit den Verantworlichen von Donic (dem Tischsponsor) zusammengesetzt und das Problem erörtert. Sie versuchen nun einen Ausweg zu finden. Wahrscheinlich kommt man nicht herum, ein schwingungsdämpfendes Element zwischen Boden und Tischgestell anzubringen.
Der Grund, weshalb ich erst heute morgen diesen Schritt gesetzt habe liegt daran, daß ich mir selbst erst sicher sein mußte, woran es liegt. Und dafür muß ich auf veschiedenen Tischen mehrere Matches gespielt haben, um es richtig Beurteilen zu können (um meine Eindrücke richtig interpretieren zu können)
Natürlich hätten man all das bereits VOR der Veranstaltung machen können. warum dies nicht geschehen ist, ist für mich wieder ein Hinweis, wie wenig das Wissen um die Wichtigkeit optimaler Spielbedingungen bei den Verantworlichen verbreitet ist. Und für mich ein weiterer Ansporn, dies zu ändern.
In diesem Zusammenhang bin ich von der ITTF eingeladen worden, einen zukünftigen WM-Austragungsort zu inspizieren. Man sieht also, es tut sich was. Leider nur sehr langsam, aber immerhin.
Ich werde versuchen euch am Laufenden zu halten.
lg