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AW: Landesliga Süd 06/07
Manchmal ist das Leben im Sport doch sehr ungerecht.
Der TTC Wehr hat in den letzten Jahren unheimlich viel Geld in die erste Mannschaft gepumpt und jetzt endlich die Notbremse gezogen, während die Nachwuchsarbeit (Eine einzige Nachwuchsmannschaft in 05/06!) eklatant vernachlässigt wurde.
Nun saniert sich Wehr auf Kosten vom SV Eichsel, der in den letzten Jahren voll auf die Jugend gesetzt und Lukas Hertrich, Sebastian Rühl und die Jünge-Zwillinge mit viel Aufstellungsgeschick und Erfolg aufgebaut hat. (Die Qualität des Trainings in Eichsel kann ich nicht beurteilen, da ich sie nicht kenne.)
Ich weiß nicht genau, warum die vier Jungendlichen nach Wehr wechseln, aber wahrscheinlich haben sie bessere Perspektiven gesehen, weil der Verein strukturell und finanziell besser aufgestellt scheint. Sicher hat Wehr auch versprochen, sich intensiv um sie zu kümmern. Ich hoffe für sie, dass es Wehr mit der Abkehr von einer Legionärstruppe tatsächlich ernst meint und seine Versprechungen zukünftig auch hält. Ansonsten werden Lukas und Sebastian nämlich bald nach Weil weiterziehen, so wie es Christian Switajski vorgemacht hat.
Den Spielern möchte ich auch keinen Vorwurf machen, ihrem Umfeld, das sicher an der Entscheidung mitgewirkt hat, aber schon. Diese Personen sollten eigentlich erkennen, dass solche Entscheidungen nicht gut für den Sport sind, da sich solche krassen Fälle rumsprechen und die Jugendtrainer, von denen es leider nicht besonders viele gibt, weiter demotivieren.
Aus der Sicht der Jugendlichen mag ihre Entscheidung richtig gewesen sein, für unseren Sport im Allgemeinen war sie es sicherlich nicht.
Ich wünsche mir, dass mehr Vereine ihr Geld nicht nur in die erste Mannschaft stecken, sondern in Jugendtraining, insbesondere in – zugegebenermaßen sehr aufwändige – Basisarbeit mit Anfängern. Unser Sport profitiert doch vor allem davon, dass sportlich begabte Kinder durch attraktives Nachwuchstraining für Tischtennis gewonnen werden.
Kandern oder auch Weil sind in dieser Hinsicht am Oberrhein sicherlich Vorbilder. Besonders beeindruckend finde ich Kandern, wo Klaus Steffe immer wieder Talente aufbaut, und Weil, die sich zwar eine sicherlich nicht billige Oberliga-Mannschaft, aber auch mit Alen Kovac einen hauptamtlichen Trainer leisten. Was Weil durch enormes Engagement der Verantwortlichen an Geld für unseren Sport gewinnt und meiner Einschätzung nach auch sinnvoll einsetzt, verdient viel, viel Respekt. Hoffentlich nimmt sich Wehr ein Beispiel an Weil und investiert sein Geld zukünftig auch in Training, und zwar nicht nur in Training mit bereits sehr gut ausgebildeten Spitzenjugendlichen, sondern auch in die Basisarbeit.
Außerdem würde ich mich freuen, wenn auch andere führende Vereine in Südbaden wie Singen oder Offenburg (je 2 Nachwuchsmannschaften) mehr Basisarbeit machen und viele Kinder für unseren Sport gewinnen würden.
Danke an alle Jugendtrainer und Betreuer in Eichsel und anderswo. Macht weiter! Trotzdem!
Grüße
Günter Werner
Abteilungsleiter Tischtennis
FT 1844 Freiburg
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