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AW: inoffizielle DM für untere Spielklassen in Bremen
Versuch einer Auswertung der "Deutschen Meisterschaften für untere Spielklassen"
Zum ersten Mal wurde ein solches Turnier durchgeführt, worauf sich vieler SpielerInnen zu Recht freuten.
Qualifikation und Vorbereitungen
Je nach Landesverband gab es unterschiedliche Regelungen, teilweise gab es Qualifikationsturniere und teilweise wurden Spieler von Verbänden nominiert. Nominierungen dürfen, aus meiner Sicht, nur Notlösungen sein, weil es bei größeren Landesverbänden durchaus schwierig ist, eine Qualifikationsrunde durchzuführen, sowohl organisatorisch von Verbandsseite aus als auch zeitliche von Spielerseite aus(bei mehreren Runden).
Trotz dieser Schwierigkeiten sollten doch alle Spieler eines Verbandes(in ihrer entsprechenden Klasse) die Möglichkeit bekommen, sich für dieser Turnier zu qualifizieren.
Das Startgeld von 40 Euro schreckte doch so manchen Spieler ab, so daß die Qualifikationsturniere teilweise schwach besetzt waren. Bewertet man aber den organisatorischen Aufwand, vergleicht das Startgeld mit dem eines "normalen Turniers" und addiert noch die 3 Tage WM Tickets Kategorie "Medium" so war es ein guter Preis.
Negativ bleibt noch zu erwähnen das es nur drei Landesverbände schafften ihre Spieler mit Spielkleidung auszustatten.
Die Informationsund Gruppeneinteilungsbröschüren und Ausschreibungen waren sehr gut gelungen.
Spieleraufnahme beim Turnier
Da diese Turnier parallel zur WM lief, wirkte es für mich aus mehreren Gründen schon als fünftes Rad am Wagen. Bereits bei der Kartenabholung, hörte man nur "ach das für die Unteren, gehen Sie mal zum DTTB Stand". Die Begrüßung des DTTB Präsidenten, welcher, dem durchaus von nicht (oder geringem) öffentlichen Interesse zeugendem Turnier, den Charakter eines "geht am besten gleich zur WM und feuert dort die deutschen Mannschaften an"- Turnieres gab, zeugte nicht von Professionalität.
Turnierbedingungen
Die extra als Trainingsabend eingerichtete Zeit zwischen 18-20 Uhr am Donnerstagabend fand bei sehr vielen Spielern Begeisterung, wie man an der reichlichen Beteiligung erkennen konnte.
Entgegen der Ausschreibung konnte man sich in notdürftigen Umkleidekabinen in der Spielhalle umziehen, und man hatte sogar 3 Hallen weiter die Möglichkeit einen Umkleideraum mit benachbarter Dusche aufzusuchen. Trotzdem ist dies einfach unzureichend, dazu kam noch die schlechte Informationspolitik über die Existenz einer solchen Duschmöglichkeit.
Der Boden war aus einfachen Verlegeplatten mit einer Gummibeschichtung, welcher relativ hohe Rutschfestigkeit bietete, eine durchaus gute Lösung, wenn er auch sehr hart war. Die Platten in sehr guter Qualität, aber nicht ordentlich aufgebaut, boten oft genug eine nicht ebene Spielfläche, dazu kamen die schwach gespannten Netze. Die "Spielboxen" leider nur längst begrenzt boten auch in dieser Richtung viel Platz, eine seitliche Begrenzung wäre aber zu wünschen gewesen.
Der Imbissbereich außerhalb der Halle war ein Nebeneffekt der WM und insgesamt durchschnittlich.
Organisation und Turnierablauf
Die Turnierleitung hatte das Turnier vom Ablauf her gut im Griff. Die Spielansetzungen waren immer rechtzeitig abholbar. Die Ergebniseintragung in die aushängenden Gruppen klappte relativ gut, hier wäre vielleicht etwas Potenzial nach oben.
Fehlende Schiedsrichter, bzw. kurzfristig organisierte SR ab der Halbfinale zeugten von keiner "Deutschen Meisterschaft".
Zur zeitliche Einteilung des Turnieres sei erstmal positiv erwähnt, daß es, wenn es Verzögerungen gab, diese sich schnell ausglichen und so von einem im Zeitplan durchgeführtem Turnier die Rede sein kann. Zur eigentlichen Idee, muß ich aber feststellen, daß eine Einteilung des kompletten Doppelwettbewerbs, welcher ja "nur" im Ko-System durchgeführt wurde, auf den zweiten Tag zum teilweisen Nicht-Erscheinen einige Spieler führte, welches ja sicherlich hauptsächlich den Spieler in die Schuhe zu schieben ist. Trotzdem hätte man dort zumindest auch am ersten Spieltag mit dem Doppelwettbewerb beginnen sollen. Noch besser wäre es gewesen, wenn man die Turniertage nach Turnierklassen aufgeteilt hätte, um so eine komplette Turnierklasse auch an einem Tag durchspielen zu können. Der Zeitplan am zweiten Turniertag war allerdings auch alles als ausgereift, denn ab der zweiten Doppel-KO Runde und nicht erst ab den Halbfinalspielen hätte man bereits die Damen- und Herrenkonkurrenzen parallel spielen können. Damt hätte man mehr Spiele bei der WM sehen können.
Informationspolitik zur WM
Auch wenn die SpielerInnen wegen den "Deutschen Meisterschaften" vor Ort waren, interessierte man sich doch für die WM und speziell die Ergebnisse der Deustchen.
Durch den Zeitplan, hatte man leider oft nicht die Möglichkeit sich selbst bis zu der sehr weit entfernten Halle 1 zu begeben und selbst in den Genuss sehr guter Spiele zu kommen. Speziell am Samstag war die Abgrenzung unserer Spielhalle sehr hinderlich. So war man oft auf die Informationspoltik der Turnierleitung angewiesen, speziell im Herren-Viertelfinale. Hier war diese allerdings sehr eingeschränkt. Die Deutsche Aufstellung war mir erst nach dem Endergebnis bekannt. Anfangs wurde noch der Zwischenstand im Spiel von Süß durchgesagt, später nur noch die das das Boll auf 2:0 für Deutschland erhöhte und am Ende erst ein Deutschland hat 3:0 gewonnen mit dem Nachtrag das Steger sein Spiel auch gewonnen hätte, wie blieb allerdings im ungewissen.
Atmosphäre und Spieler
Ich persönlich habe nur faire SpielerInnen erlebt, welche alle mit Begeisterung, Emotionen und Kampf bei der Sache waren. Da es "Deutsche Meisterschaften" waren konnte ich auch nicht wirklich feststellen, daß einE SpielerIn deutlich über seiner Klasse spielte. Die Atmosphäre hat mir sehr gefallen, da durch hohe Qualität der SpielerInnen oft sehr gute Ballwechsel zu sehen waren und teilweise große Fangemeinden anfeuerten.
Fazit
Ein gut gelungenes durchgeführtes Turnier mit einigen verbesserungswürdigen Punkten. Ich hoffe, daß eine solche Meisterschaft als eigenständiges Turnier noch ein wenig proffessioneller durchgeführt wird und speziell der Zeitplan überarbeitet wird. Die sanitären Einrichtungen setze ich mal als Standard voraus.
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