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AW: Möglicherweise neue Regel bei langen Noppen (Bestimmung der Reibung)
Was die Basis und die Aktiven nervt sind doch die ständigen Regeländerungen.
Ab 35 wenn man sich im Beruf und Leben etabliert hat, Kinder bekommen hat, wird Tischtennis doch erst interessant. Fußball oder andere Sportarten lassen sich als Leistungssport in der Regel nicht mehr ausüben. Nach einem Fußballspiel benötigt man mit über 35 Jahren vielleicht 4 Tage zur Regeneration. Vom Zeitaufwand hat man nur noch für 1 mal Training und das Spiel am Wochenende Zeit. Was man aber beim Tischtennis hat, ist die jahrelange Erfahrung. Man beherrscht die meisten Schlagarten und bedingt durch die vielen Spiele ist man im taktischen Bereich extrem stark. Der Armzug wird vielleicht etwas langsamer und man läuft die 100m nicht mehr unter 13 Sekunden. Das Tolle ist doch jetzt, das man im Gegensatz zu Fußball nicht zu den "Alten Herren" muss, sondern sich je nach Klasse mit 10 bis über 80 jährigen auseinandersetzen muss.
Ich habe in der Hinrunde mit 39 Jahren, die beste Bilanz meines Lebens gespielt: 15:4 in der 1. Verbandsliga in der Mitte. Warum habe ich das geschafft ? Weil ich mit der Möglichkeit des Unterschnittblocks eine Waffe gegen die moderne (chinesische) 3 Punktestrategie gefunden habe. Jetzt kann man argumentieren, das es nur am Belag liegt und ich würde dem zum Teil auch zustimmen, aber warum spiele ich mittlerweile Rückhandblock und Vorhandangriff ? Weil ich nach der Einführung des großen Balles als damaliger Abwehrspieler gleich 2 Klassen schlechter war. Ich konnte mit den damaligen langen Noppen nicht mehr den Unterschnitt erzeugen um den Gegner zum Stoppball zu zwingen. Den eines haben Glatte Lange Noppen und Frischgeklebte Noppeninnen Beläge gemeinsam: Es ist fast egal welchen Schnitt der Ball hat, wenn man nur konsequent seinen Schlag spielt, neutralisiert man den gegnerischen Schnitt.
Und als Abwehrspieler ? Ich bekomme gegen Frischgeklebte MAX Belage auf Off+ Hölzern in meiner Klasse noch nicht mal den Arm schnell genug runter um vernünftig abzuwehren. Bei den besten Antitopspielern die ich kenne istsogar spätestens ab Oberliga Ende. Und jetzt müssen sich die Deutschen wieder so einen Antrag ausdenken, der eindeutig die Jugend und die unter 30 jährigen bevorteiligt.
Glatte Lange Noppen sind die Antwort des Alters auf das Frischkleben !!!!
Einer der bekanntesten Glatte Lange Noppenspieler meiner Klasse Peter Krenzer hat mit über 60 Jahren im vorderen Paarkreuz in der Hinrunde auch nur noch 12:10 gespielt. Vor 2 Jahren war es 20:2. Und Peter spielt bestimmt nicht schlechter als damals. Aber man sieht, dass sich durch die Häufigkeit allein das „Problem“ doch von selbst erledigt. Die Leute lernen gegen das Material zu spielen. Ich selber mache ¾ aller meiner Punkte mit meinem Vorhandangriff und nicht aufgrund meines Materials. Allein wegen der kurzen Sätze kann man sich so häufig beraten lassen, bis sogar der Dümmste eine vernünftige Taktik gegen Glatte Lange Noppen entwickelt hat.
Ich finde es toll, das es Leute gibt, die mit über 60 Jahren noch in hohen Klassen mitspielen können und das sind mir die wichtigsten, weil sie Charakter haben und nicht mit 18 Jahren bei den ersten Problemen im Aktivenbereich das Handtuch geworfen haben. Auch ein Patrick Baum hat 1 Jahr lang Kreisliga gespielt und dort genügend Spiele gegen „krumme“ Spieler verloren und er hat davon profitiert.
Hört mit den ständigen Regeländerungen auf, die den Breitensport und nicht den Spitzensport betreffen.
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"When my information changes, I change my opinion. What do you do, Sir?"
(John Maynard Keynes)
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