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Zitat von martinspin
Hoi tt753
Das Bild zeigt Wang Liqin nach einem Flipschlag in der kurzen Vorhand. Das witzige daran ist, dass er den Ball verschlagen hat und trotzdem in die Neutralposition zurückkehrt. Die Rückkehr in die Neutralpostion ist offenbar so stark automatisiert, dass dieses Schema selbst bei einem verschossenen Schlag noch funktioniert.
Gruss, martinspin
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Hallo!
Was ist denn daran witzig? Wenn man nach dem Flip wieder nach hinten kommt ist es doch klar, dass der Arm auch zurückgenommen wird. Insbesondere, wenn der Flip verschlagen wurde. Soll der gute Wang vielleicht mit ausgestrecktem Arm stehen bleiben?! Ein ausgestreckter Arm ist doch viel schwerer zu halten als ein angewinkelter (Hebelgesetze). Abgesehen davon wäre er sicher nicht die NR. 1, wenn er seine Handlungen nichtmal derart anpassen kann, auf einen Fehler, der den Ballwechsel beendet, zu reagieren, sondern weiter starren Bewegungsroutinen folgt.
Also ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Spieler nachdem er einen Ball in der tiefen Vorhand aus der Halbdistanz gezogen hat in die Neutralstellung geht. Wie der Name ja auch schon sagt ist dies eine Stellung und vielleicht mit viel gutem Willen noch bei der Aufschlagerwartung zu definieren aber sicher nicht in einer Bewegung. Bei einer Diskreten Zeitbetrachtung, wie sie eine Fotografie darstellt, mag man den Eindruck erhalten, der spieler nehme eine "Neutralposition" ein, aber eine Zeitkontinuierliche Betrachtung offenbart andere Quallitäten. Wer weiß denn, welche Drehmomente, Fliehkräfte etc. durch Körperdrehung, Bewegungsrichtung der verschiedenen Körperteile an jedem einzelnen Gelenk angreifen? Es wird auch keiner darauf kommen, wenn er ein Foto vom Short-Track sieht zu sagen: wie schaffen die dass? Ich würde bei dieser Schräglage sofort umkippen, so kann doch keine Mensch stehen!
Das Einnehmen einer "Neutralstellung" scheint mir deshalb in den meisten Fällen zumindest unökonomisch, erst recht, wenn sie mittels Winkeln und Abständen zu festen Koordinaten wie eine Gußform am Tisch wird, in die der Athlet sich einzufügen hat.
In meinen Augen ist die Neutralposition deswegen etwas für Anfänger - im Trainergeschäft. Sie kann sicher eine kleine Hilfe sein, weil sie wichtige Prinzipien erfasst, aber aufgrund verschiedener Körpergrößen, Körpermassen, Bewegungsdynamik, Spielsituationen usw. ist sie nicht viel mehr als ein theoretisches Konstrukt.
Michael Knight