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Zitat von mithardemb
Wer der Bessere ist, wird im Wettkampf nach den Regeln ermittelt die eben gerade gültig sind.
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Genau
das ist aber das Problem. Keiner kann sich heutzutage noch darauf verlassen, dass die (Material-) Regeln von heute auch noch morgen gültig sind.
Niemand wird bestreiten wollen, dass TT ein Sport ist, der auch stark vom Material geprägt wird. Keine Frage. Anders wäre ja auch nicht zu erklären, warum – ausnahmslos die Fraktion der Angreifer – Vorschläge nach dem einheitlichen Schläger (Allround-Holz mit z.B. 2x Sriver 1,5mm, nicht frisch geklebt) generell abwimmelt. Man kann übrigens auch mit diesem Material vernünftige TS spielen, und zwar nur so schnell, dass normale Zuschauer solche Ballwechsel sogar noch verfolgen können.
Durch die Bedeutung des Materials ist es ebenfalls nur natürlich, dass die technische Entwicklung in unserem Sport immer weiter vorangeschritten ist und daher immer neuere und bessere Materialien für die beiden konkurrierenden Spielsysteme (Angriff und Defensive) geschaffen hat. Die Sauerei ist nur, dass die meisten Verbesserungen (einseitig) für defensivere Spieler nach einiger Zeit immer wieder von neuen Regeländerungen einkassiert wurden.
Es kann nicht angehen, dass die Verbände nicht (einmalig) in der Lage sind, die wesentlichen Regeln (und dazu gehören auch die Materialregeln) allgemeingültig aufzustellen, die dann über Jahre und Jahrzehnte gültig sind. Aber zunächst Weiterentwicklungen erlauben bzw. dulden, und sie dann wieder zu verbieten, nachdem genügend Spieler sich darauf umgestellt und ihr sauer verdientes Geld darin investiert haben - damit werden Millionen Spieler und auch unser ganzer Sport insgesamt verar... So dermaßen extrem gibt es das in keiner anderen mir bekannten Sportart.
Vor ca. 30 Jahren wurde mir das Verteidigungsspiel beigebracht, als eine ganz reguläre und angesehene (!) Spielweise. Sämtliche Regeländerungen – fast alle zu meinem Nachteil - habe ich im Laufe der Zeit akzeptiert und mich darauf eingestellt bzw. einstellen müssen. Irgendwann war mir auch klar geworden, dass angesichts der Regelsituation ein reines Abwehrspiel nicht mehr möglich ist, und so habe ich logischerweise dann auf das GLN-Blockspiel am Tisch umgestellt. Denn mit fortschreitendem Alter kann man auch nicht mehr so ohne weiteres von heute auf morgen auf beidhändiges Hauruck-TS-Spiel umstellen.
Zu eventuellen Vorschlägen, dann solle ich eben aufhören oder mit einen anderen Sport anfangen, kann ich folgendes entgegnen: ich habe in den letzten 30 Jahren Unmengen an Zeit und Aufwand in diesen Sport investiert. Sei es an Training für mich selbst, aber auch in demselben Maße in Jugendarbeit, um mitzuhelfen, diesen Sport ein kleines Stückchen voranzubringen. Denn ohne Jugendarbeit geht jede Sportart unweigerlich zugrunde. (Kleiner Hinweis: ich habe fast nur Angriffsspieler "herausgebracht", die "dem gewünschten Spielsystem" voll und ganz entsprechen). Aber durch all diese Tätigkeiten berührt dieser Sport halt auch seit vielen Jahren einen sehr großen Teil meines Privatlebens und meines sozialen Umfeldes. Und daher tut es echt weh mitansehen zu müssen, wie unser Sport von einigen wenigen regelwütigen Rentner-Funktionären, ohne jeden Anlass dermaßen gegen die Wand gefahren wird.