Hier mal eine Wortmeldung aus einer "Opfermannschaft" des letzten Jahres:
Vor der letzten Saison habe ich mal geschrieben, dass man letztlich erst nach der Saison sagen kann, ob sich der Schritt die Oberliga wahrzumnehmen gelohnt hat. Es gab gute Argumente für und gute Argumente gegen diesen Schritt. Ähnliches galt sicher auch für Gretesch.
Auch wenn das nicht direkt mit der aktuellen Diskussion hier zu tun hat will ich dann doch mal versuchen zu durchleuchten ob sich denn unser Schritt damals gelohnt hat, schließlich ist die Saison ja nun durch.
Für die Oberliga sprachen bei uns die Argumente "Erfahrung sammeln", "Belohnung für jahrelange und stetige Trainingsarbeit", "Den Fans was bieten". Vielleicht gab es noch mehr, die fallen mir aber gerade nicht ein. Was hat sich davon erfüllt? Erfahrugn haben wir sicherlich alle gesammelt und die kann uns keiner mehr nehmen. Ich würde auch sagen, dass sehr wichtige Erfahrungen dabei waren von denen wir alle profitieren. Wir haben auch ein ganz anders Umfeld kennen gelernt und auch viele nette Leute. Die Fans bekamen auch guten Sport geboten. Zwischenzeitlich keimte sogar mal Hoffnung auf, dass wir sportlich besser mithalten könnten als zunächst angenommen. Ich persönlich habe mich sehr gefreut mich mit den starken Leuten messen zu dürfen und habe viel gelernt. Ich denke den meisten Anderen ging es genauso. Es war schon irgendwie eine Belohnung. Insofern könnte man sagen: "Die Oberliga war die richtige Entscheidung".
Aber da gibt es auch noch dei Betrachtung was die Gefahren angeht und eine andere Sichtweise der oben geschilderten Dinge. Die Gefahr, dass man nach der Saison ausgelaugt ist bzw. die Motivation nach so vielen Niederlagen nicht aufrecht halten kann, lag schon vor der Saison auf der Hand. Wir fühlten uns damals in dem Bewusstsein als sicherer Absteiger festzustehen dieser Gefahr gewachsen. Mit der richtigen Einstellung würden wir die Motivation schon aufrecht halten. Alles in allem muss ich sagen ist uns das nicht gelungen. Das bei uns traditionell hohe Trainingspensum wurde sicher auch aus Frust bei einigen zurückgefahren. Es gab den ein oder anderen, der mit dem Gedanken spielte dem Sport adé zu sagen, eine Pause einzulegen oder in die zweite Mannschaft zu wechseln. Auch die Zuschauer haben das bemerkt. Wir hatten in der Oberligasaison den schlechtesten Zuschauerschnitt der letzten 4 Jahre. Vielleicht haben einige von uns sogar trotz des Erfahrungszuwachs an Spielstärke verloren, da die Verunsicherung ob der vielen Niederlagen überwiegt. Letztlich haben wir uns zum Glück mehr oder weniger gefangen. Aber auch mittelfristig hat die Saison Spuren hinterlassen. Thuong ist zu SWO gewechselt. Vielleicht wäre das auch so geschehen, aber unsere und seine Erfolglosigkeit haben diesen Vorgang sicher forciert. Moritz hat einen Ausgleich gebraucht und hat wieder angefangen Fussball im Verein zu spielen und wird daher sein Tischtennispensum in Zukunft deutlich zurück fahren. Auch hier eine Entwicklung, die so oder so hätte eintreffen können, doch die spezielle Situation in der Oberliga, da bin ich sicher, hat es stark begünstigt. Auch beim Rest des Teams müssen wir erstmal abwarten, ob die alte Leidenschaft, die vor der Oberliga bei uns herrschte wieder vollständig einkehrt. Insofern muss man sagen: "Die Oberligasaion war ein Fehler."
Es gab also auch im Nachhinein sowohl positive als auch negative Effekte. Welche Effekte überwiegen kann ich noch gar nicht so genau sagen. Irgendwie war die Entscheidung Oberliga zu spielen schon richtig, andererseits kann man spekulieren, dass es bei einem Verzicht noch besser gelaufen wäre. Allerdings auch schlechter, insofern ein wenig voran bringendes Gedankenspiel. Stünde ich noch einmal vor genau der gleichen Wahl: Ich müsste glaube ich sehr lange überlegen, bis ich eine Entscheidung treffen könnte. Vor der Saison hab ich jedenfalls gedacht, dass ich am Ende ein positiveres Fazit ziehen würde, weil ich uns alle für sehr heiss, und psychisch stabil hielt.
Letzteres glaube ich immer noch. Deswegen schätze ich auch, dass es wenige Mannschaften gibt, die überhaupt so gut mit der Situation klar gekommen wären wie wir. Umso größeren Respekt habe ich vor der TSG Burg Gretesch, die all diese Sachen offenbar noch besser weggesteckt, sich evtl. sogar eine Extraportion Motivation für die möglichst schnelle Rückkehr geholt und sogar einen Neuzugang als Verstärkung geangelt hat.

Da kann man wirklich nur den Hut ziehen.
Ob die Fälle Hude und Gretesch mit der Situation in Hittfeld vergleichbar sind vermag ich nicht zu beurteilen. Aber auch dort wird sich sicherlich erst ein Jahr später endgültig zeigen ob es die richtige Entscheidung war. Was ich in unserem Jahr "Oberliga als Opferteam" meine gelernt zu haben ist, dass man zwar auch einges Gewinnen kann in solch einem Jahr, die Verlustpotentiale allerdings wesentlich größer sind und man daher wirklich sehr stabile Charaktere braucht um die ersten Fall eintreten zu lassen.
Insofern kann ich zum Thema Hittfeld nur sagen, dass sie ein Startrecht besitzen und dieses mit gutem Gewissen in Anspruch nehmen können.
@Hittelfd: Ich wünsche euch viel Glück und Durchhaltevermögen, denn das werdet ihr brauchen, um nach der Saison wirklich ein positives Fazit zu ziehen. Es würde mich aber freuen wenn ihr das hinbekommt.
PS: Zur Klarstellung: Wir beim TV Hude werden trotz der oben geschilderten Dinge immer noch viel heisser und trainingsfleißiger sein, als die meisten unserer Kontrahenten

Und auch wenn wir wohl nächstes Jahr nich tzu den Favoriten in der Verbandsliga zählen, setzen wir uns dennoch den Wiederaufstieg zum Ziel. Ich bin optimistisch, dass dieses Ziel spätestens zum Punktspielstart auch wieder alle unsere Kräfte frei setzt ;-) Dann gibts unseren ersten Sieg über Gretesch und in 2 Jahren vielleicht wieder mehr Beiträge (von uns) im Oberligathread

PPS: Hoffentlich bekomme ich von meinen Teamkollegen keinen Ärger für diese schonungslos ehrliche öffentliche Analyse
