"Randsportarten im Blickpunkt
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DSB strebt eigenen Sport-TV-Kanal an – Kritik an ARD und ZDF
sid/dpa Mainz. Der Deutsche Sportbund (DSB) prüft derzeit die Möglichkeit, einen eigenen Sport-Fernsehsender einzurichten. „Das Präsidium des DSB hat beschlossen, die Möglichkeiten eines eigenen Sport-TV-Kanals intensiver zu beleuchten. Wir haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, sagte DSB-Präsident Manfred von Richthofen während einer Tagung unter dem Titel „Sport im Fernsehen“ in Mainz.
„Das ist aus meiner Sicht weder als Drohung noch als Resignation gegenüber ARD und ZDF zu bewerten. Ich nenne es Belebung des Geschäfts, an dessen Seriosität ich auch in Zukunft nicht zweifeln möchte“, erklärte von Richthofen. Zuvor hatte der 67-Jährige die öffentlich-rechtlichen Anstalten für ihre Berichterstattung über die so genannten Randsportarten heftig kritisiert: „Wir mahnen nach wie vor an, dass die Anstalten, für die die Bürger Gebühren bezahlen, ihren umfassenden Informationsauftrag, den sie auch im Sport haben, nur höchst unzureichend nachkommen.“
ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann wies die Kritik von Richthofens zurück. „Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen sich einerseits um massenattraktive Sportarten bemühen, um nicht unerheblich zu werden. Andererseits müssen wir auch den Sport in seiner Bandbreite erfassen. Das ist oft schwierig. Aber der Sport in all seinen Facetten wird auch weiter eine wichtige Programmfarbe im ZDF bleiben“, erklärte Poschmann. Für den früheren Leichtathleten sind die Verbände zum Großteil selbst für die TV-Berichterstattung verantwortlich: „Wenn man Rechte erwirbt, dann erwartet der Rechteinhaber Kumpanei, keine Distanz. Gemeinsam soll ein erfolgreiches Produkt gemacht werden.“ Auch der Sportchef des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR), Michael Antwerpes, erwartet ein größeres Engagement der Verbände: „Sie sind gefragt und müssen offensiver auf die Sender zugehen.“
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sieht dagegen gute Chancen für einen öffentlich-rechtlichen Sportkanal. „Ich bin bereit, dazu eine medienpolitische Diskussion zu führen. Es ist denkbar, dass so etwas politisch umgesetzt werden kann“, erklärte er. Laut Beck würde der Spartensender keine erheblichen Kosten verursachen. "
Quelle:
Artikel aus der NWZ-online- Ausgabe vom 13.3.
Die Realisierung eines solchen Senders wäre vielleicht eine Chance für das Tischtennis, denn was das Medieninteresse angeht, sind wir sicherlich eine Randsportart.