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Alt 04.06.2006, 15:48
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Nacki Nacki ist offline
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AW: Basketball

Bin tatsächlich im dritten Viertel eingeschlafen, als Dallas noch mit ca. 10 Punkten im Rückstand war, und erst aufgewacht, als Avery Johnson schon die Trophäe des Western Conference Champions in den Händen hielt und mit seiner markanten Stimme ins Mikrofon quakte. Daher kann ich zum Spielverlauf der zweiten Hälfte nichts sagen, will aber wohl einen Blick in die Zukunft wagen.

Wäre Phoenix noch ins Finale gekommen, wäre mein Tipp 4:2 für Miami gewesen, denn in zwei Spielen überrennen die Suns ihren Gegner immer.
Für die Finals Dallas-Miami sind die Vorhersagen schon schwieriger, zumal sie widerlegt werden könnten.
Vergleichen wir doch mal die Position für Position.

Center ++ für Miami:
O´Neal spielt seinen besten Basketball der letzten Jahre. Er ist von keinem Maverick allein zu verteidigen und muß oft gedoppelt werden. Alonzo Mourning ist mindestens ebenso stark wie der jeweilige Center der Mavs. Diop war zwar wirklich gut gegen Phoenix und San Antonio, aber ob er der rohen Gewalt von Shaq viel entgegenzusetzen hat.

Power Forward ++ für Dallas:
Nowitzki ist in bester Verfassung und für jeden Spieler der Heat ein absolutes Mismatch.

Small Forward ausgeglichen:
Josh Howard war gut und ziemlich konstant. Walker wäre in der Rolle Howards in Dallas wohl ebenso gut, wenngleich er etwas schwankender in seinen Leistungen ist. Auf jeden Fall hat er immer einen Weg gefunden, seinem Team auf diese oder jene Weise zu helfen.

Guards + für Miami:
Werfen wir für Dallas Terry, Stackhouse und Harris in den Mix und für Miami Wade, Williams und Payton als die Akteure, die auch primär Spielzeit bekommen haben in den Playoffs. Wade überragt hier einfach alles.

So eine Plusminusrechnung sagt natürlich nicht alles, handelt es sich doch um einen Teamsport. In der Defensive hat Dallas alle Hände voll zu tun, wenn sie Shaq und Wade nur halbwegs stoppen wollen. Miami spielt natürlich nicht so schnell wie Phoenix, niemand tut das, aber in der Halbfeldoffensive kommt auf Dallas eine sehr schwierige Aufgabe zu.
Dallas hat in Nowitzki nur einen Spieler, der eins gegen eins nicht zu halten ist. Die übrigen Mavs sind natürlich auch offensivstark und erzielen ihre Punkte, können aber von den Heat mit einem Spieler verteidigt werden. Stackhouse zum Beispiel, den ich für den zweitgefährlichsten Maverick halte, kann von Wade oder Payton verteidigt werden. Sowieso wird es für Dallas in der Offensive auch schwieriger, denn Miami ist hinten deutlich stärker als Phoenix. Vor allem stehen mit O´Neal oder Mourning auch zwei Center unter dem Korb, die mal was blocken können. Da werden Terry, Harris und Howard und auch Nowitzki nicht so leichtes Spiel haben, wenn sie zum Korb ziehen.
Beim Kampf um die Rebounds wird es für Dallas auch nicht mehr so leicht.

Dallas müßte versuchen, das Spiel schnell zu machen. Ein langsames Tempo jedenfalls liegt Miami besser als ein schnelles. Vielleicht probiert Johnson auch mal eine sehr kleine Aufstellung. Miami wird sicher alles tun, außer natürlich sie laufen einen Fastbreak, um das Spiel langsam zu machen.

Im Setplay empföhle ich den Mavs natürlich, den Ball zu Nowitzki zu geben. Aber sie sollten auch ausnutzen, daß Williams ein relativ schlechter Verteidiger ist und zudem etwas kleiner als sein jeweiliger Gegenspieler sein wird. In der Defensive lohnt es sich durchaus, Wade an den Seitenlinien zu doppeln oder beim Ballvortrag an der Mittellinie zu zweit unter Druck zu setzen. Und man sollte Shaq möglichst Offensivfouls anhängen.

An Stelle der Heat würde ich versuchen, Nowitzki zu Sprungwürfen aus der Mitteldistanz zu bringen, was natürlich schwierig genug ist. Das hielte ihn jedenfalls vom Offensivrebound ab und limitiert Dreipunktspiele. Ein großer Spieler könnte ihn dazu mit Abstand verteidigen. Schwer tut sich Nowitzki manchmal, wenn ihm ein kleinerer Spieler ganz dicht auf den Füßen steht. Doppeln würde ich ihn nur, wenn er mit dem Rücken zum Korb steht. Das Doppeln muß dann allerdings auch schnell und erbarmungslos kommen. Ansonsten nah bei den einzelnen Gegenspielern bleiben und keine offenen Dreier zulassen, dabei auf die Center hinter einem vertrauen.

Naja, man wird sehen, was die Coaches sich ausdenken.
Vorteil für Dallas natürlich das Heimrecht, aber wenn Miami wie gegen Detroit zuhause alles gewinnt, sollten sie am Ende die Nase vorn haben.
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