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Alt 05.06.2006, 15:20
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Weltklasse Weltklasse ist offline
TT-Hölzer nach Maß
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Spieleigenschaften / Besonderheiten von Balshölzern.

Hier mal meine Erfahrungen bzw Einschätzung zu den Spieleigenschaften von Balsahölzern.

Ich habe bisher ca 6 konventionelle Balsahölzer als auch 5 Re-Impact Hölzer gespielt. Balsahölzer sind sehr leicht 50-80 Gramm. Je nach Griffschalen sind sie deshalb sehr Kopflastig (Re-Impact) bzw grifflastig (übrige Balsahölzer)

Balsa weist bei geraden Treffpunkt (Konter, Schuss) ein stark zunehmendes Tempo auf dies resultiert aus der Katapulteigenschaft vom Balsa. Auf der anderen Seite kommt dieser hohe Katapult nur zur Wirkung wenn man aktive schlägt. Bei passiven Bällen ist es eher verzögernt. (Passiver Block, Abstecker, Stoppblock, etc). Das Antwortverhalten ist also nicht linear.

Aus diesem Grund kommen auch so viele Materialspieler gut mit den Balsahölzern zurecht. Das sie meist auf RH eher eine verzögernde Wirkung wünschen (oft glatte LN) allerdings für die meist offensivere Vorhand auch genug Temporeserven wünschen. Oft spielen diese Spieler eher tischnah, gerade hier kommt ihnen das Balsa entgegen, welches ja eine hohes Katpultverhalten bei direkten aktiven Schlägen aufweist und daher der Ball am Tisch sehr schnell beschleunigt werden kann. Aus der Halbdistanz bzw. aus der weit entfernten Distanz hingegen, fehlt es dem Balsa allerdings oft an genügend Tempo. (Ähnlich wie beim Badmiton wo der Federball zwar extrem schnell beschleunigt allerdings mit zunehmender Wegstrecke stark an Tempo verliert.) Diese Verhalten des stark verminderten Tempos mit zuhnehmender Wegstrecke ist bei den konventionellen Hölzern lange nicht so extrem.

Balsa verhält sich ganz anders als andere Hölzer/Furniere. Es ist zwar weich aber eben auch sehr Katapultstark. Auf der anderen Seite ist Balsa auch sehr Richtungsstabil insbesondere in der Längsrichtung und gibt wenig nach im Sinne von Biegefestigkeit. Dadurch resultiert der hohe Katapult.

Nach meinen Erfahrungen weisen Balsahölzer beim tangentialen Treffpunkt eine eher kurze Ballkontaktzeit auf, weil sich der Ball dann nicht so sehr in das Holz "eingräbt" wie beim frontalen Treffpunkt. Deshalb haben Balsahölzer beim tagentialen Treffen einen eher flachen Ballabsprung.

Balsa hingegen verhält sich meiner Meinung nach auch sehr unterschiedlich in Bezug auf die ankommende Rotation. Auf Vorwärtsrotation (Topspin) kann man relativ gut den Ball mit Tospin zurückspielen. Auf Unterschnitt hingegen fallen einem die Bälle aber oft runter (flacher Ballabsprung) und es fehlt das nötige Tempo, der Topspin kommt meist zu kurz. Hier kommt das starke Katapultverhalten von Balsa leider nicht zum Einsatz was vermutlich and der der kurzen Ballkontaktzeit beim tangentialen Treffpunkt liegt.

Aus meinen Erfahrungen kann ich folgende Empfehlung aussprechen. Basla Hölzer eignen sich eher für das tischnahe Spiel mit kurzen Bewegungen. Gerade beim Topspin auf Unterschnitt muß der Ball wesentlich früher, d.h möglichst in der aufsteigenden Phase getroffen werden bsp. Felix Lingenau. Für das Spiel mit langen Bewegungen wo der Ball beim Topspin eher in der fallenden Phase getroffen wird sind Balsahölzer eher ungeeignet.

Fazit: Das Spielverhalten eines Balsaholzes ist im Vergleich zu anderen Hölzern sehr variabel in Bezug auf den Schlägerwinkel im Balltreffpunkt und abhängig vom ankommenden Spin. Ob man sich nun für Balsahölzer oder für andere Hölzer entscheidet muß jeder selbst wissen.

Was denkt Ihr welche Besonderheiten weisen Balsahölzer noch auf???
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