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Alt 21.06.2006, 00:20
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KurzeNoppe KurzeNoppe ist offline
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AW: Dr.Neubauer Inferno + Monster

Hallo,

nach nunmehr gut 15 Stunden ausgiebigen Testens, möchte ich heute meine Erfahrungen mit dem Inferno an Euch weitergeben:

Bisher gespielt: Superblock ox auf einem Firewall plus, Spielstärke 1.HKK als Stamm und BZK als Ersatzspieler.

Nach nunmehr eineinhalb Jahren mit dem Superblock ox, war ich auf der Suche nach einem Belag, der mir bei ähnlich guter Schnittumkehr deutlich bessere Optionen im druckvollen Spiel speziell gegen schnittarm bis schnittlos agierende Spieler bringt. Nach vielen gelesenen Testberichten, nach einigen Gesprächen mit anderen GLN-Spielern und auf geemailte Empfehlung von Carsten Neubauer habe ich mich entschlossen, es mal mit dem Inferno, rot, ox zu versuchen.

Auffällig war für mich, daß der Belag deutlich dünner wirkt, als der SB, auch die Klebefolie scheint dünner und nicht ganz so brutal klebend wie die des SB. Die Noppen sehen ähnlich aus wie die des SB, ein bisschen so, wie die des SB der Mischung nach der ersten, die von vielen so kritisiert und dann wieder geändert wurde. Sie sind weicher und beim Ballstreichtest kratziger als die des SB, wobei das Kratzgeräusch immer mehr nach nachlässt. Doch nun zu meinen Erfahrungen:

Blockball am Tisch:

Der Inferno ist deutlich schneller als der SB, so dass Blockbälle zwar länger geraten, aber auch schneller wieder beim Gegenüber sind, was diesem mehr Probleme macht. Reines Hinhalten jedoch führt oft zu zu langen Blocks, die das Ende der Platte um bis zu einen halben Meter verfehlen. Kommen sie, haben sie jedoch nicht den Mörderschnitt des SB und könne gut nachgezogen werden. Geht man in den Ball, trifft ihn früh, sticht ihn evtl. sogar ab, erhalten die Bälle wesentlich mehr Schnitt, sind gut zu platzieren und führen häufig zum Punktgewinn, oder werden so unsicher zurückgespielt, daß sie gedruckschupft oder geschossen werden können, was dann auch den Punkt bringen kann.

Abwehr hinter dem Tisch:

Hier konnte ich mit dem SB flachere Bälle spielen. Die Flugkurve beim Inferno ist höher, der Schnitt ausreichend. Ein Abwehrbelag der alten Schule ist der Inferno nicht, aber wenn man nach hinten gedrängt wird, kann man sich gut (ab)wehren.

Druckschupf:

Wahrscheinlich eine der Paradedisziplinen des Inferno. Ich wusste gar nicht, wie effektiv dieser Ball sein kann. Kein Vergleich zu den langsamen Bällchen die der SB da produzierte. Mit dem Inferno kommen die Bälle zügig, sicher und sehr platziert. Man kann so herrlich den Gegner ins Laufen bringen, in die Defensive zwingen und den Endschlag vorbereiten. Ein Traum.

Konter, liften:

Auch hier gilt: Mut zum Risiko. Halbherzige Bewegungen quittiert der Inferno mit halbherzigen Bällen. Traut man sich jedoch und geht das Risiko ein, dass ein Ball auch mal völlig daneben geht, wird man öfter belohnt als enttäuscht. Die Flugbahn bei Offensivbällen ähnelt dem Gang eines Mannes, der sich nach 15 Kölsch 10 mal im Kreise dreht und dann versucht "Schnurstraks" nach Hause zu gehen. Die Bälle torkeln und eiern, eine Wonne. Umso gerader sie fliegen, umso steiler stürzen sie ab, umso mehr sie eiern, umso länger sind sie unterwegs. Gekonterte Bälle werden häufig unterschätzt und ins Netz retourniert, oder gar nicht erst getroffen.

Schuß:

Diesen Schlag hätte ich beim SB gar nicht beschrieben, weil es ihn nicht gab. beim Inferno gibt es ihn, und wie!!! Die harten, bösen Endschläge sind vielleicht nicht sein Ding, aber das müssen sie auch nicht. Es sind diese kurzen Peitschen aus dem Handgelenk, die den Ball stark beschleunigen und ihn sofort abtauchen lassen. Sicher zu platzieren und nahezu tödlich. Doch Vorsicht: Mehr noch als bei allen anderen Schlägen, ist hier eine 100%ig saubere Schlägerblattstellung von Nöten. Wer den Schläger zusehr zumacht, haut ins Netz, wer ihn zuweit öffnet, kann eine neue Wandvertäfelung bezahlen. Aber wer ihn richtig gestellt hat, erlebt echte Glücksgefühle.

Fazit:

Der Inferno ist ein Superblock wie von MTV´s Pimp my long Pimple. Er ist schneller, bei gleich guter Kontrolle. Er erzeugt nahezu den gleichen Schnitt, benötigt dafür aber eine sauberere Technick. Passives Hinhalten quittiert er mit Arbeitsverweigerung. Er ist offensiv um Klassen besser, was meiner Meinung nach die vielleicht etwas schlechtere Schnittumkehr verglichen mit dem SB mehr als wett macht, weil man so dynamisch damit spielen kann, daß der Gegner erst gar nicht zum ziehen kommt. Er macht es möglich, den wechsel vom aktiven zum passiven Spiel zu betreiben, wie man es braucht und wie es der Gegner verlangt. Selbst mit Aufschlägen, die schnell und flach kommen, kann man gut punkten. der Inferno verlangt definitiv einen aktiveren Spieler als der SB, ein Hinhalteblocker wird Schwierigkeiten bekommen. aber er verleitet einen geradezu zum aktiven Spiel, er fordert einen heraus. Er benötigt mehr saubere Technik und Mut zum Risiko, aber er macht auch dann nicht halt, wenn andere nicht mehr weitewissen.

Dieser Bericht ist natürlich an Subjektivität nicht mehr zu überbieten. Aber ich habe mir so lange den Kopf zerbrochen, ob ich meinem geliebten SB einen Konkurenten ins Haus holen solle. Und ich bin schon so oft entäuscht und reumütig zu ihm zurück gekehrt, wenn ich mal wieder was Neues ausprobiert hatte. Und diesmal hat es wirklich eingeschlagen wie eine Bombe. Ich habe mir extra 5 Trainingsabende mit Spielern von der 3. HKK bis zur LL lang zeit gelassen, um nicht zu schnell zu urteilen. Aber da im Verein keiner versteht, daß "so ein Spiel" Spaß machen kann, und ich den Spaß mit jemandem teilen möchte, wende ich mich heute an Euch und kann nur sagen, daß der Inferno für mich, und nur für mich, der höllischste Belag ist, den ich kenne.

Hoffentlich ist bald morgen, ich will in die Halle!!!


Schöne Grüße,

der völlig begeisterte Martin
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Holz: Dr. Neubauer Barricade DEF
VH: TT-MAster SwingBackIF ox
RH: Dr. Neubauer Pistol 2,0mm
(Es sei denn ich drehe, dann andersherum ;-))
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