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Zitat von Uli-Noppe
Das ist es ja was ich an der gesamten Diskussion darüber nicht verstehe!
Schlechte GLN Spieler sind sehr durchschaubar – daher kann man mit ein wenig Übung und Überlegung gegen diese Spieler auch einfach gewinne.
Anders sieht das bei technisch besseren GLN Spielern aus – welche schwieriger zu spielen sind, da diese ihre Möglichkeiten besser umsetzen können. Dagegen haben dann auch gute NI Spieler ihre Probleme und können auch mal blöd aussehen, wie das gegen jeden Gegenspieler nun mal so ist. Weshalb man nun daran ist diese Beläge zu verbieten ist mit einfach nur schleierhaft ???
Wenn talentierte Nachwuchsspieler daran die Lust verlieren, dann frage ich mich nur – sind diese Spieler wirklich talentiert? Denn wenn diese Spieler Talent hätten müssten diese sich nach einer Eingewöhnungszeit doch durchsetzen können.
So kommt man erst mal wieder zur Diskussion was ist Talent? Mal einen tollen VH TS zu spielen - ist das alles was zählt und zu fördern ist in Unserem Sport? Ich fände dies sehr schade, denn gerade Abwehr – Angriffs Duelle ist das interessanteste und Publikumswirksamste was unser Sport zu bieten hat! Wen interessieren schon diese Spiele wo nur noch Aufschlag – Rückschlag - TS gespielt wird? Selbst mich als TT Spieler interessiert so was nicht – daher habe ich 0 Minuten von der WM im TV verfolgt!
Gruß
Uli
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So sehr ich auch nachfühlen kann, daß jeder GLN-Spieler einem möglichen Verbot seines Materials widerspicht, so wenig kann ich die Argumentation der Betroffenen nachvollziehen.
Fest steht: die große Masse der GLN-Spieler sind
keine klassischen Abwehrspieler sondern
Störspieler, die nur den Spielfluß unterbrechen wollen (trifft für die überwältigende Mehrzahl der GLN-Spieler auf Kreisebene zu) oder von ihrer schwächeren (zumeist RH-) Seite ablenken wollen. Klassische Abwehrspieler bevorzugen i.d.R. griffige LN, Anti und einen langsamen NI-Belag.
Fest steht ebenfalls: um Schwächen in der Aufschlagannahme auszugleichen oder um Sicherheit auf der RH-Seite zu gewinnen, tut es ein Anti oder eine normale LN genauso.
Fest steht auch: die Anzahl der reinen Zerstörer hat gerade in den letzten 3-5 Jahren in den untersten Klassen inflationär zugenommen. Und mind. 80% aller GLN-Spieler (die in den unteren Klassen) decken mit der Noppe fast den gesamten Tisch ab und spielen VH nur im Notfall.
Wenn es mit dem Erkennen des Prinzips der Schnittumkehr so einfach wäre gegen alle möglichen Arten von (nachbehandelten) Noppen zu spielen, dann hätte es die Jojo-Karrieren einiger Curl-Spezial und Palio BE-Experten nie gegeben.
Ich selbst weiß aus leidvoller Erfahrung, daß es immer wieder mal Beläge gibt, bei deren Flugkurven man trotz 20jähriger Erfahrung mit und gegen Noppen erhebliche Gewöhnungsschwierigkeiten hat. Als Konsequenz daraus habe ich mir angewöhnt gegen GLN-Spieler (sofern sie wie auf Kreisebene üblich nicht über einen sicheren VH-Angriff verfügen) fast ausschließlich hohe, lange und schnittlose Bälle in deren RH zu "lullern", eine Strategie, die letztendlich genau wie die vieler GLN-Experten gleichermaßen erfolgreich wie zerstörisch ist, weil sie nur auf "unforced errors" des Gegenübers setzt.
Wenn jetzt von ITTF-Seite wirklich versucht diesen Auswüchsen zu begegnen, bevor
an der Basis nur noch Spielzerstörung betrieben wird und damit alle anderen Spielsysteme verdrängt werden, dann kann ich das nur gegrüßen, denn nur so ist gewährleistet, daß es weiterhin eine Vielfalt von unterschiedlichen Spielsystemen geben wird (und das ist doch auch immer ein Argument der GLN-Spieler).
Um es noch einmal klarzustellen: ich bin nicht für ein generelles Verbot von Noppen/Antis/Noppengummis, aber gewisse Exzesse (chemische Nachbehandlung der Oberflächen), die ausschließlich der Verwirrung des Gegenübers dienen, sollten unterbunden werden. Genauso wie dies für verdeckte Aufschläge gilt, deren Schnitt für den annehmenden Spieler nicht erkennbar ist.