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AW: Die Förderung der jüngsten TT-Talente durch den WTTV
Dem kann man fast nichts mehr hinzufügen, so erschöpfend sind die Antworten! Danke Jörg!
Es gibt wohl einen Konsens aller Eltern/Trainer und Funktionäre dahingehend, dass der SPASS im Vordergrund stehen sollte bei Kindern.
Doch mit dem Spass ist das so eine Sache, ungeheur komplex, und zwar wegen folgender Faktoren, die mir spontan einfallen:
1. Spass definiert sich individuell. Es ist nicht ganz leicht, als Trainer/Elternteil immer genau zu erkennen, ab wann die individuelle Spassgrenze überschritten ist.
2. Spass ist immer auch mit Erfolg verknüpft. Das eine oder andere Training zusätzlich kann recht lästig sein, aber wenn man dafür am nächsten Spieltag gewinnt, macht es wieder Spass. Es ist wie im richtigen Leben: Ohne (vorangegangene) Anstrengungsbereitschaft macht Erfolg keinen Spass. Und generell gilt: Anstrengungsbereitschaft sollte von den Eltern (und Trainern) also gezielt gefördert werden, in der Schule wie auch im Sport - aber da gibts Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen.
3. Leider gibt es eine Menge spasshemmende Faktoren, je mehr es in den Leistungssportbereich geht: Es gibt junge Talente, die finden es z.B. sicher nicht spassig, wenn sie vom WTTV übersehen bzw. fallengelassen werden (es geht nicht um eine Bewertung der Politik hier, es ist ganz normal, dass der eine oder andere eine Nichtberücksichtigung zu irgendeinem Lehrgang oder Vorkader frustriert zur Kenntnis nimmt, unabhängig davon wie berechtigt das ist). Aber hier gilt generell: Wer und warum jemand gefördert wird (z.B. vom Verband), sollte auf für alle (Kinder, Eltern, Vereinstrainer, Funktionäre) transpanete und objektiven Kriterien beruhen, die nicht zuletzt von allen als "gerecht" empfunden werden. Daher sehe ich folgenden von Dir gemachten Punkt ein wenig kritischer als Du: "Wenn ein Trainer den Verbandstrainer (Leistungsstützpunkttrainer) auf ein Kind aufmerksam macht halte ich das nicht für geklüngel, wenn diese sich kennen, sondern eher für einen Hinweis das es ein Kind gibt was evtl. gefördert werden kann/soll." Hmm, erstens: nicht jeder kennt den Leistungsstützpunkttrainer persönlich; und zweitens: wenn allle, die ihn kennen, eine persönliche Empfehlung loswerden wollen, dann platzt die Halle, in der das Stützpunkttraining stattfindet, bald aus allen Nähten und an allen zur Verfügung stehenden Tischen kann nur noch "Rundlauf" trainiert werden...
4. Kinder suchen Anerkennung. Viele Eltern, so weiss ich aus eigener Beobachtung, schenken ihren Kindern Anerkennung und großes Lob, wenn sie gesiegt haben (z.B. ein Turnier gewonnen haben: "Du bis der Größte!"), das macht dann den Kindern natürlich Spass, hat aber - manchmal bei den gleichen Eltern - die Kehrseite, dass diese ihre Kinder mit Missachtung oder gar mit "Gemotze" bestrafen, wenn es nicht so läuft wie gewünscht. Ich finde das schlimm, es hat aber einen Leistungsanreiz und einen Motivationsschub zur Folge, nämlich den, dass sich jene Kinder beim nächsten Mal besonders reinhängen, um die positive Sanktion zu erfahren und die schlechte zu vermeiden. Eine echte Eigenmotivation, die primär auf Spass am TT-Sport beruht, ist das nicht mehr. Da ich auch einen C-Schüler zum Sohn habe, halte ich das so, dass ich ihm besonders viel Zuneigung und Zuspruch gebe, wenn er verliert, ich dann aber auch kein großes Theater mache, wenn er denn gewinnt. Da reicht m.E. eine kurze Gratulation aus, denn er soll FÜR SICH gewinnen und nicht für den Papa (der eh kein TT spielen kann). Ansonsten ist Dein Tip, aus der Halle zu gehen, wenn der Filius spielt, sehr gut, vor allem bei knappen Matches. Wenn meiner gegen Deinen spielt (was bisher m.E. nie der Fall war), geh ich auf jeden Fall raus (wo ich Dich ja dann treffe...)
Marcus
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