AW: Die Förderung der jüngsten TT-Talente durch den WTTV
Ich finde die Diskussion hier sehr interessant. Insbesondere die "Elterndiskussion" spricht mich an. Ich halte es inzwischen für das Furchtbarste im Sport, dem eigenen Nachwuchs zuschauen zu "müssen" oder ihn gar noch zu coachen. Meine Tochter hat mich schon mehrfach "der Halle verwiesen". Tja, man lernt sich (und das eigene Kind) dabei ganz neu kennen... Ihre besten Turniere hat sie immer gespielt, wenn ich nicht dabei war (denk, denk!!!), und das war kein Trotz.
Auf der anderen Seite ist die Begleitung der Karriere des eigenen Sohnes/Tochter aber auch eine große Herausforderung, an die eigene persönliche Entwicklung. Man kann dabei lernen, was dem Spieler tatsächlich gut tut und was in Streßsituationen hilft.
Auf alle Fälle sind es die guten alten Grundsätze der Sozial- und Lernpsychologie: nicht Erfolge/Misserfolge rückmelden (die werden eh schon wahrgenommen), sondern den persönliche Einsatz, die Anstrengung. Dann immer Erfolge mit dem Selbst attribuieren, und Misserfolge als Herausforderungen sehen (lassen).
Wichtig finde ich, die Nachwuchsspieler immer wieder nach den eigenen Zielen fragen. Und da ist z.B. regelmäßiges Training ein wertvolleres Ziel, als der Sieg gegen einen bestimmten Gegner. Oder z.B. die Verbesserung der Streßresistenz (Verhalten bei engen Spielständen) ist m.M. mehr Wert als die Perfektionierung des Handgelenkeinsatzes beim Top.
Ich möchte aber noch einen anderen Punkt bzgl. Talentförderung beim WTTV ansprechen. Es ist ja nun offenbar so, dass nach den Ferien ein anderes Stützpunkt-Konzept greift. Im Zusammenhang (zumindest zeitlich, offenbar aber auch finanziell) mit der Eröffnung des Bundes-Leistungszentrums in Düsseldorf erfolgt eine deutliche Konzentrierung und Zentralisierung der Talentförderung. Einige Stützpunkte werden ersatzlos gestrichen.
Mich würde interessieren, wie darüber von "Betroffenen" gedacht wird. Führt diese Entwicklung dazu, dass in den verbliebenen Stützpunkten das Niveau insgesamt steigt, oder seht ihr die Gefahr, dass Spätstarter oder leistungsmäßig Schwankende, oder Kinder, deren Eltern/Verein die nun wahrscheinlich weiteren Fahrten zum nächstgelegenen Stützpunkt nicht mehr leisten können hinten runter fallen?
Es wird ja z.B. so sein, dass ab August genau der Stützpunkt gestrichen ist, in dem ein gewisser Christian Süß vor noch gar nicht allzu langer Zeit in den Blickfang des WTTV geriet...
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