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Bericht der Schaumburger Zeitung:
Gold, Silber und Bronze für Ruwen Filus aus Niedernwöhren
Von Axel Emmert
Tischtennis. Freud und Leid haben bei den Schaumburger Teilnehmern bei den deutschen Schülermeisterschaften im Tischtennis in Lehrte nahe beieinander gelegen.
Das Schaumburger Tischtennis-Trio Ruwen Filus (links), Lars Petersen und Svenja Obst zeigten bei den Deutschen Schüler-Meisterschaften in Lehrte unterschiedliche Leistungen. Foto: Emmert (siehe unten)
Während Ruwen Filus (14) aus Niedernwöhren drei Medaillen - Gold, Silber und Bronze - gewann, scheiterte Svenja Obst (14) vom TSV Steinbergen im Einzel und Doppel jeweils unglücklich im Viertelfinale, so dass als schwacher Trost nur Bronze im Mixed blieb.
Für Lars Petersen vom TuS Hohenrode, den mit zwölf Jahren zweitjüngstem im Team der Niedersachsen, war alleine die Teilnahme schon ein Gewinn. „Insgesamt bin ich mit der Leistung der Jungen hier in Lehrte sehr zufrieden, während die Mädchen ein ganz klein wenig enttäuscht haben“, sagte Sabine Böttcher, die Landestrainerin von Niedersachsen.
Zu den Enttäuschten zählte auch Svenja Obst, die mit zu den ältesten Schülerinnen des niedersächsischen Teams zählte. Zwar gewann sie ihre Vorrundengruppe mit drei glatten Siegen souverän, doch in der Hauptrunde blieb ihr das schwerste aller Lose nicht erspart. Nachdem sie die beiden ersten Runden noch locker überstanden hatte, musste sie ausgerechnet gegen die spätere zweifache Titelträgerin im Einzel und Doppel, gegen Anne Balduf vom BTTF Zweibrücken, antreten. Gegen sie hatte Svenja Obst im Viertelfinale glatt mit 6:11, 8:11, 3:11 das Nachsehen.
Im Doppel stand die Regionalligaspielerin aus Steinbergen an der Seite von Christina Lienstromberg vom TuS Glane. Im Viertelfinale deutete alles auf den Sprung in die Vorschlussrunde hin, nachdem das Duo die beiden ersten Sätze gewonnen hatte. Doch Tina Neumann/Katja Ollmer (3B Tischtennis Berlin) drehten den Spieß noch um und gewannen den fünften und entscheidenden Satz 11:9. Damit war für Svenja auch im Doppel der Traum von einer Medaille ausgeträumt.
Als kleines Trostpflaster durfte die Schülerin Bronze aus dem Mixed mit nach Hause nehmen. Bedenkt man allerdings, dass sie dort an der Seite des erfolgreichsten Teilnehmers der Titelkämpfe, Dimitrij Ovtcharov (TSV Schwalbe Tündern) top gesetzt war, dann ist Bronze ebenfalls nicht das Maß der Dinge, das die Landestrainerin von ihrem Schützling erhofft hatte. Im Halbfinale hatte Svenja große Probleme mit dem Spiel der Gegner, so dass Ovtcharov, der später das Einzel und das Doppel mit Ruwen Filus gewann, keine Chance hatte, das Spiel an sich zu reißen.
Ruwen Filus geht in die Geschichte der Titelkämpfe als zweitbester Spieler ein. Einen Hauch besser war nur sein Freund „Dima“, wie Ovtcharov gerufen wird. Das Einzel wurde zu einer internen Vereinsmeisterschaft zwischen den beiden Regionalliga-Assen des TSV Schwalbe Tündern. Doch so sehr sich Filus auch bemühte, Ovtcharov war an diesem Tag in Lehrte einfach besser. 13:11, 11:7 und 11:5 lautete das Endergebnis aus der Sicht von Ovtcharov.
Zuvor hatten sich die beiden Asse locker in das Doppelfinale vorgespielt. Doch dort ließ die Leistung in den beiden ersten Sätzen sehr zu wünschen übrig. 9:11 und 11:13 gingen die Sätze an Jens Berkenkamp/Steffen Mengel (TSV Stein/TuS Seigen) verloren. Als die beiden auch im dritten Satz 3:6 zurücklagen, da schien die Partie gelaufen. Doch speziell das variable Spiel von Filus, der immer wieder von Abwehr auf Angriff umschaltete, brachte die Gegner zuunehmend aus dem Rhythmus. Und so drehten die beiden das Spiel noch um und gewannen mit 9:11, 11:13, 11:9, 11:6 und 11:9 die Goldmedaille.
Bereits am ersten Turniertag hatte Filus an der Seite von Jessica Wirdemann (TuS Glane) Bronze geholt. „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden, das Einzel gegen „Dima“ konnte ich einfach nicht gewinnen, dazu war er heute einfach zu stark“, sagte Filus nach dem Turnier.
Während Svenja Obst und Ruwen Filus auf Grund ihres Alters ihre letzte deutsche Schülermeisterschaft spielten, kann Lars Petersen vom TuS Hohenrode (künftig beim TSV Hagenburg unter Vertrag) noch zwei Jahre in dieser Altersklasse mitmischen - vorausgesetzt die Leistung stimmt. Deshalb störte es den kleinen Wirbelwind auch nicht so sehr, dass er nicht aus seiner Vorrundengruppe bis in das Hauptfeld herauskam. Immerhin gewann er eines von drei Einzeln und wurde so nicht Letzter.
Im Doppel schaffte er mit Partner Philipp Sommer vom TuS Seelze sogar den Sprung in die zweite Hauptrunde. Damit war Petersen auch am zweiten Turniertag noch dabei, was für ihn schon ein großer Erfolg war. Im Mixed scheiterte er an der Seite von Anne Sewöster vom SV Oldendorf in Runde eins. „Es hat hier Spaß gemacht, dabei zu sein“, sagte Petersen nach dem Turnier. Und Landestrainerin Sabine Böttcher meinte: „Wenn Lars fleißig weiter an sich arbeitet, dann kann er in den kommenden Jahren auch bei den deutschen Meisterschaften ziemlich weit kommen.“
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