Zu Zidanes Auszeichung:
Zitat:
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Zitat von Spiegel Online
Trotzdem erhielt er beim Votum um den Goldenen Ball für den besten Spieler der WM 2012 Punkte von den internationalen Medienvertretern. Viele Journalisten hatten ihre Stimmzettel offenbar schon vor der Roten Karte abgegeben, obwohl sie dafür bis Mitternacht Zeit hatten.
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Pirlo ist komischerweise, denn von ihm war gestern meiner Meinung nach auch nicht so viel zu sehen gewesen, zum besten Akteur des Finales gewählt wurden. Vermute, das waren auch Journalisten.
Ansonsten ist Italien nicht völlig unverdient Weltmeister geworden.
Jemand hat schon 1974 angesprochen, an Details vom Endspiel 1990 kann ich mich nicht so erinnern, aber gezaubert hat die deutsche Mannschaft damals auch nicht und traf erst kurz vor Schluß durch den Elfmeter, den man nicht unbedingt zwingend hätte pfeifen müssen.
Ein fader Beigeschmack, der sich zwar über die Jahrzehnte verflüchtigen wird, bleibt jedoch erstmal schon wegen der Summe der Begleitumstände. Das brutale Foul gegen den Amerikaner, der glückliche Sieg gegen Australien, die Schauspielerei, die Geschichte mit Frings und eventuell jetzt noch der zu Gunsten Italiens eingesetzte Videobeweis gegen Zidane. Zidane darf das nicht tun, aber wollen wir doch mal nicht davon ausgehen, daß ihm vorher keine netten Sachen gesagt worden sind.
Ich frage mich auch, warum die keinen Videobeweis einführen. Fußball würde dann fairer und im Ergebnis gerechter. Sicherlich hat es seinen Reiz, daß man in der jetzigen Situation zum Beispiel diskutieren kann, daß die Möglichkeit besteht, Italiens Weltmeisterschaft zu relativieren, daß ausgeschiedenen Nationen die Schuld dem Schiedsrichter und gleichsam dem System zuschieben können. Denke aber, auch mit Videobeweis ergeben sich im und um den Fußball herum immer noch genügend "hätte, wenn und aber".
Gerade diese Turnier hat gezeigt, daß die Teams nah beieinander liegen, mit seinen knappen Ergebnissen. Schießt Grosso etwas weiter nach rechts, hält eventuell Lehmann den Ball, geht der Ball weiter nach links, trifft er nur den Pfosten, und am Ende steht vielleicht Deutschland im Finale. Das ist natürlich alles legitim, aber es wird deutlich, daß eine Szene spielentscheidend sein kann, da ein Tor meist schon genügt. Wer will da wirklich Elfmetertore nach Schwalben sehen? Wer will Abseitstore sehen oder andersrum eigentlich reguläre Treffer nicht gegeben sehen?
Und das gerade in einem Turnier mit so wenig Spielen und einer KO-Runde, wo man nicht davon sprechen kann, daß sich das am Ende alles ausgleicht wie womöglich in einer langen Bundesligasaison.
Die (regel)technische Umsetzung sollte eigentlich kein Problem sein, wenn die Fußballer mit ihrem Weltbild, das aus der Zeit von vor Galileo zu stammen scheint, mal etwas über den Tellerrand schauen würden auf andere Sportarten. Da gibt es genug Quellen, von denen man sich geeignet inspirieren lassen könnte.
Ich sehe es auch nicht als Problem an, daß natürlich in der Kreisliga nicht mit Videobeweis gearbeitet werden kann. Aber das kann auch kein Argument gegen die Einführung sein. Wie könnte man sonst begründen, daß in der Kreisliga oft nur ein Schiedrichter vorhanden ist ohne Linienrichter? Es wird trotzdem Fußball gespielt.