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Alt 13.07.2006, 13:26
Joe_Rakete Joe_Rakete ist offline
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AW: FLOW VI: Die ultimative Frage an alle...

Hallo Martin,
FLOW kann man meiner Meinung nach im negativen wie im positiven Sinne erfahren.

Ich hatte schon FLOW bei Sieg und Niederlage

Letzte Saison hatte ich z.B. ein Niederlagen-Erlebnis
Ich habe 2:1 in Sätzen geführt. Zudem 5:1 im 4. Satz und dann ging trotz FLOW gar nix mehr
2:5 Netzball bekommen, 3:5 Aufschlag……… ich hab in dem Satz mit noch so tollen Ballwechseln es einfach nicht mehr geschafft einen Punkt zu machen. Als der Negativ FLOW aufhörte stand es 2:10 im Fünften gegen mich. Ich kam auf 9:10 ran und verschoss einen Hohen Ball. Ich habe oft daran gedacht, was ich falsch gemacht habe. 5:1 und es ging nix mehr
1.Der Gegner war brutal stark (2. beste Bilanz in unserer Liga vorne)
2.als es 5:1 stand, wollte ich unbedingt den Sack zumachen
3.als es 5:3 stand habe ich mich durch den Netzball und den Fehlaufschlag noch mehr unter Druck gesetzt. Ich wollte unbedingt den nächsten Punkt
4.Zudem wusste ich heute bin ich gut, heute kann ich ihn packen und dann ging nix mehr –Verkrampft war ich gar nicht, es waren super Ballwechsel nur es war wie verhext
5.als ich 2:10 im 5. stand hatte ich wirklich die Gewissheit. Ich kann nix mehr verlieren und dann lief es wieder.

Sieg oder Niederlage entscheiden sich im Kopf, vom Willen, vom Gefühl, selbst ein Timeout bringt da wenig. Wille und Gefühl müssen passen. Wille und Gefühl dürfen nicht gegeneinander arbeiten, sich aufheben.

FLOW Gefühle bekomme ich erst wieder seit ich mich damit auseinandersetze. Es gab Zeiten, da liess ich mich im Spiel von allem und jedem ablenken. Fokussierung war unmöglich. Ich war nicht im Spiel.

FLOW ist für mich im Spiel sein:
Das heisst. Komplette Konzentration, ich spiele Tischtennis, ich denke nur Tischtennis, was um mich rum vorgeht interessiert mich überhaupt nicht. Im Spiel bin ich nur in “meiner Welt“, es gibt während dem Spiel nix anderes. Alle Gefühle, Gedanken sind ausschliesslich beim Tischtennis. Nur dann bin ich auch locker, bewege mich richtig, mach die richtigen Schläge, steh auch richtig an der Platte, habe die richtige Einstellung. Lass ich mich ablenken, dann bin ich raus……. Man taucht auf, manchmal tut das gut, wenn man im negativen FLOW steckt, dann ist das durchaus sinnvoll und man kehrt die Sache wieder um, wenn man den positiven FLOW Höhepunkt erreicht hat (Rauschzustand), dann tut Ablenkung genau so gut, weil man dann Gefahr läuft, zu hohes Risiko zu gehen, mit dem Gegner zu spielen, dann müssen es zudem noch die tollsten Ballwechsel sein… Punkt alleine reicht nicht ………………………………. Usw. usw.

Aber seit ich mich immer mehr auch mit der mentalen Seite im Tischtennis beschäftige, spiele ich einfach eine Klasse besser. Zudem half es mir auch das optimale Material zu finden, da ich mich intensiv mit meinem Spielsystem auseinandersetze, d.h. mein Spiel muss flüssig sein, fliessen.

Gruss Joe
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